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Mittelstandsanleihen-Ticker MS Deutschland wird doch kein ägyptisches Wohnschiff

Die „MS Deutschland“ ist mit unbekannter Verwendungsabsicht in die Hände amerikanischer Betreiber übergegangen. Großaktionär Unister will Travel24-Aufsichtsratschef Kirchhof absetzen.

© dpa Vergrößern

19.05.2015 Seit diesem Dienstag ist die MS „Deutschland“ amerikanisch. Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber hat das Kreuzfahrtschiff vor Gibraltar an seinen Käufer aus den Vereinigten Staaten übereignet. Der Kaufpreis wird weiter nicht genannt, doch liege dieser deutlich über der Prognose von Schiffsmakler, die in auf maximal 13,7 Millionen Euro taxiert hatten. Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ sollen es aber 21 Millionen Euro sein.

Weiter unbekannt ist, wofür die „MS Deutschland“ künftig dienen wird. Dies sei allein Sache des Erwerbers, so der Insolvenzverwalter. Indes sei nicht richtig, als Wohnschiff in Ägypten eingesetzt werden soll, wie von der Bild-Zeitung berichtet worden war. Ebenfalls nicht korrekt scheint die „Bild-Meldung“ zu sein, dass die Mannschaft geschlossen von Bord geht.  Rund die Hälfte der Stammbesatzung habe ein Weiterbeschäftigungsangebot des Käufers angenommen. Der anderen Hälfte werde fristgerecht gekündigt, sie werde durch bereits vertraglich verpflichtete neue Crewmitglieder ersetzt.

Insolvenzverwalter Schmid-Sperber warnte, aus der Höhe des Verkaufserlöses Rückschlüsse auf die spätere Insolvenzquote zu ziehen. Von dem Kaufpreis müssten zunächst noch Verbindlichkeiten in erheblicher Höhe beglichen werden, die aus dem Unterhalt des Schiffes herrührten. Dazu zählten etwa Kosten für den Schiffsunterhalt, Kosten zur Ablösung von Schiffspfandrechten und für Maklercourtagen.

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Mehrheitsaktionär will Travel24-Aufsichtsratschef absetzen

19.05.2015 Der Mehrheitsaktionär des Reiseanbieters Travel24.com, die Unister Holding verlangt die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung. Auf dieser soll der Aufsichtsratsvorsitzende Daniel Kirchhof mit abgesetzt werden. Kirchhof habe mehrfach seine Pflichten als Mitglied des Aufsichtsrats verletzt. Da Unister die erforderliche Mehrheit besitzt, wird die Hauptversammlung demnächst wohl einberufen werden.

Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft wirft Travel24 und Unister vor, unerlaubt Versicherungsprodukte verkauft und dabei Umsatzsteuer hinterzogen zu haben. Zudem soll mit Streichpreisen für Flüge oder Hotelzimmer geworben worden sein, die gar nicht existierten.

Zu den fünf Beschuldigten gehört neben Unister-Gründer und Marketingchef Thomas Wagner auch Daniel Kirchhof, vormals Finanzchef. Im April hatte Kirchhof seinen Anteil von 17-Prozent fast komplett an den Immobilienunternehmer Thomas Göpel verkauft. Schon damals war von einem Bruch zwischen ihm und Wagner die Rede. Ein Sprecher des Unternehmens hatte dies aber dementiert.

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Gläubiger der SAG Solarstrom erhalten erste Abschlagszahlung

19.05.2015 Die Anleihengläubiger der insolventen SAG Solarstrom erhalten nach Mitteilung des Unternehmens eine erste Abschlagzahlung in Höhe von 15  Prozent auf ihre Forderungen erhalten. Die Gläubiger der 2017 fälligen Anleihe sollen diese schon ausgezahlt bekommen haben. Es handele sich nicht um eine Schluss- oder Abfindungszahlung, teilte das Unternehmen mit. Die erwartete Insolvenzquote betrage unverändert etwa 50 Prozent. Die SAG Solarstrom hatte im Dezember 2013 aufgrund verspäteter Zahlungsmittelzuflüsse Insolvenz angemeldet.

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Aktualisiert: 19.05.2015, 12:19 Uhr

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