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Veröffentlicht: 28.03.2013, 15:27 Uhr

Mittelstandsmarkt Geschäftszahlen bisher nicht ermutigend

Die ersten Mittelstandsemittenten haben ihre Jahresergebnisse für 2012 vorgelegt und sie sind durchwachsen. derweil könnten die Gläubiger von Sic Processing komplett leer ausgehen.

von
© 3W Power Auch 3W Power trifft die Solarkrise hart

Wie man es auch immer nimmt, das Interesse an kleinen Anleihen ebenso kleiner Emittenten, sogenannten Mittelstandsanleihen hält an. Der vom Fachdienst anleihen-finder.de ermittelte Micro-Bond-Index Mibox, der die Kursentwicklung aller an den Mittelstandssegmenten deutscher Börsen gelisteten Anleihen abbildet, ist seit seinem Tief Ende Juni 2012 bei 93,83 Punkten auf 100,14 Zähler geklettert.

Martin Hock Folgen:

Dabei hat er in den vergangenen Tagen von seinem Anderthalb-Jahres-Hoch von 101,93 Zählern wieder deutlich nachgegeben. Herunter zogen den Index dabei die vergleichsweise großen Emissionen der von Centrosolar (50 Millionen Euro) und 3 W Power (98 Millionen Euro). Während Centrosolar eine Umschuldung ankündigte, brach der Kurs des 3W-Bonds nach Vorlage der Geschäftsergebnisse für 2012 deutlich von 100 Prozent der Nominale bis auf 76,50 Prozent ein.

Infografik Chart Mibox 280313 © FAZ.NET Vergrößern

Großkunde droht 3W in die Krise zu stürzen

Nicht nur, dass der Umsatz des unter anderem für die Solarindustrie zuliefernden Elektrobauteileherstellers um mehr als 8 Prozent gesunken war. Auch das operative Ergebnis fiel kräftig auf 18,3 Millionen Euro nach knapp 54 Millionen im Vorjahr. Vor allem aber berichtete 3W, dass es bei einem Kunden Kunden zu Zahlungsverzögerungen komme, die sich aufgrund der Bankensituation in Zypern verschärft hätten.

Da auf diesen aber 37,5 Prozent der Forderungen des Unternehmens in Höhe von 124,5 Millionen Euro entfielen, könne 3W „ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten ausgesetzt sein, sollte es nicht gelingen einen wesentlichen Teil des von dem Kunden geschuldeten Betrags erfolgreich einzufordern“. Zudem verschob 3W darob die Veröffentlichung des endgültigen Geschäftsberichts.

Darüber hinaus wurden rund 175 Millionen an zusätzlichen Abschreibungen fällig, aufgrund der „Anpassung der Geschäftspläne“. Insgesamt wird damit auch 3W voll von der Solarkrise erwischt, die schon den Gläubigern anderer Anleihen erhebliche Verluste beschert hat und noch bescheren wird.

Bei Sic Processing ist nichts zu holen

Extrem schmerzlich wird es jetzt für die Gläubiger der insolventen Sic Processing werden, deren Anleihe ein Volumen von 82 Millionen Euro hat. Der Sachwalter hat jetzt Masseunzulänglichkeit angezeigt. Damit müssen zunächst Altmasseverbindlichkeiten nicht mehr erfüllt werden. Das macht es wahrscheinlich, dass Anleger gar nichts mehr erhalten.

Rechtsanwalt Marc Liebscher von der Berliner Kanzlei Dr. Späth & Partner stellt in diesem Zusammenhang die Frage, wie das Unternehmen überhaupt die Genehmigung für eine Insolvenz in Eigenverwaltung erhalten konnte. Sic sei ganz offensichtlich völlig pleite, da bei Anzeige der Masseunzulänglichkeit auch Verbindlichkeiten nicht mehr gedeckt seien, die nach Insolvenzeröffnung begründet wurden.

Bei der Eigenverwaltung bestehe immer die Gefahr, dass der Bock zum Gärtner gemacht werde. Im Falle der Sic seien Anleihegelder zu einem großen Teil in ein weitverzweigtes Firmennetz von Deutschland über Luxemburg, Jersey, London und Skandinavien abgeflossen. Das Geld sei noch vorhanden und es bestünden gute Aussichten zumindest einen ansehnlichen Teil wieder zu bekommen.

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