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Mittelstandsanleihen Nur keine Nachrichten sind gute Nachrichten

Keine Nachrichten sind gute Nachrichten. Das gilt zu Jahresbeginn für die meisten Emittenten von Mittelstandsanleihen. Wo es dagegen Nachrichten gibt, sind sie selten gut.

© dpa Vergrößern Nur die Hoffnung auf den Großaktionär hält den Anleihenkurs stabil

Der im Schutzschirmverfahren befindliche Solarzulieferer SiC Processing gab eine vorläufige Einschätzung zur Rückzahlungsquote ab, die die Anleihengläubiger erwarten könnten. Allein schon die Einfügung „sofern vorhanden“ ließ Böses erahnen. Jedenfalls soll diese erheblich unterhalb dem gegenwärtige Börsenkurs liegen.

Sic-Gläubigern bleibt wenig mehr als nichts

Martin Hock Folgen:    

Der lag Montagabend bei 12,80 Prozent und liegt nun bei 6,6 Prozent. Mit anderen Worten: Es bleibt nichts übrig. Die endgültige Planquote wird nach Bestätigung durch das Gericht im Insolvenzplan festgelegt und veröffentlicht.

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Größer sind die Hoffnungen bei Air Berlin. Die verlustreiche Fluggesellschaft nach dem Das Dienstantritt des neuen Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Prock-Schauer verschärft. Knapp 10 Prozent der Arbeitsplätze entfallen, betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Air Berlin hat im Vergleich zu den europäischen Billigfluganbietern Ryanair und Easyjet weniger Passagiere an Bord, beschäftigt aber mehr Mitarbeiter. Erschwerend kommt hinzu, dass die deutsche Flugsteuer und stark steigende Preise für Kerosin die Ergebnisrechnung zunehmend belasten.

SpA(i)r Berlin

Erst vor wenigen Wochen hat Etihad Airways die deutsche Gesellschaft mit einer weiteren Kapitalzufuhr von finanziellen Nöten befreit. Der Verkauf der Mehrheit am Vielfliegerprogramm an den arabischen Großaktionär brachte Air Berlin stattliche 184 Millionen Euro. Das Geld aus dem Nahen Osten war bitter nötig. Schließlich war der erste Etihad-Kredit von 255 Millionen Dollar schon Mitte vergangenen Jahres fast aufgebraucht gewesen.

Zudem schrumpfte der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme im ersten Halbjahr 2012 auf nur 4 Prozent, nachdem es Ende 2011 noch 11 Prozent gewesen waren. Air Berlin ist an der Börse gegenwärtig rund 200 Millionen Euro wert und wies zuletzt Netto-Verbindlichkeiten von mehr als 800 Millionen Euro aus. Der Schuldenberg sollte nach Angaben von Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer bis Ende 2012 auf rund 500 Millionen Euro schrumpfen.

Doch Sparen allein ist auch kein Konzept. Angesichts der geplanten Einschnitte im Streckennetz und im Bestand der Flotte stellt sich die Frage, ob Air Berlin über die kritische Größe verfügt, um im Wettbewerb mit Lufthansa und den Billigfluganbietern aus eigener Kraft zu bestehen. Für den Großaktionär Etihad dürften sich somit die Aussichten verbessern, bald nichts anderes als einen sanierten Zubringer für seinen Heimatstandort in Abu Dhabi zu erhalten.

Letzteres ist wohl auch die Hoffnung der Anleiheninhaber, die sich unbeeindruckt zeigten. Sie rechnen letztlich mit einer Übernahme und dass der neue Besitzer für die Schulden aufkommen wird. Es wäre aber auch dann nicht das erste Mal, dass dieser nur die Vermögenswerte übernimmt und die Schulden den Gläubigern überlässt.

Zamek mit Verlusten

Auch der Brühwürfel-Hersteller Zamek hat bessere Zeiten gesehen. Im Geschäftsjahr 2011/2012 stieg zwar der Umsatz um 1,5 Prozent auf 80,132 Millionen Euro, gab das Unternehmen bekannt. Das operative Ergebnis aber betrug nur 107.000 Euro. Das waren nur 3 Prozent des Jahres davor. Vor allem aber fiel ein Verlust von fast 5 Millionen Euro an, nachdem der Gewinn im Jahr davor von 1,74 Millionen auf 80.000 Euro geschrumpft war. Größte Belastung seien die Folgen von Streiks in Düsseldorf im Zusammenhang mit den Tarifverhandlungen gewesen.

Indes beziffert Zamek die Kosten des Streiks auf rund 2,5 Millionen Euro. Selbst ohne diese Kosten wäre also ein deutlicher Verlust angefallen. Jetzt will das Unternehmen noch stärker Kosten und Fertigungskompetenz in Düsseldorf und Dresden überprüfen und schließt auch Verlagerungen von Produktionslinien zwischen den Standorten nicht aus.

Auf Betrieben von Zamek senkte die Rating-Agentur Creditreform die Bonitätsnote von „BB“ auf jetzt „BB- und hat Zamek weiter unter Beobachtung. Die Eigenkapitalquote hat sich von 23,5 Prozent zum Jahresanfang 2012 auf 11,3 Prozent verringert. Die Nettofinanzverbindlichkeiten übersteigen den operativen Gewinn um den Faktor 217. Vor einem Jahr betrug das Verhältnis noch 3,6. Zudem sind trotz 35 Millionen neuer Anleiheschulden die Bankverbindlichkeiten weiter gestiegen. Allerdings lagen zwischen Anleiheplazierung und Geschäftsjahresende nur wenige Wochen. Insofern wäre der Halbjahresbericht abzuwarten.

Maues von Seidensticker

Wenig Gutes gibt es auch von Seidensticker. In einer dürren Mitteilung zu den Ergebnissen des ersten Geschäftshalbjahres, das im Oktober zu Ende ging, gab der Hemdenhersteller bekannt, dass der Konzernumsatz um 6 Prozent auf 84 Millionen Euro zurückgegangen sei. Es habe Verschiebungen gegeben.

Das Betriebsergebnis sei investitionsbedingt gut ein Fünftel auf 3,8 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum gefallen. Selbst der Rohertrag stagnierte praktisch. Für das Gesamtgeschäftsjahr rechnet Seidensticker mit Konzernergebnissen auf Vorjahresniveau. Das ist zwar nicht besorgniserregend – aber man hätte wohl besseres gehört.

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 15.01.2013, 19:02 Uhr

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