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Mittelstandsanleihen Die nächste Solar-(Fast-)Pleite

 ·  Eine Zeitlang galt der Zulieferer Sic Processing unter den angeschlagenen Solar-Emittenten von Mittelstandsanleihen als Fels in der Brandung. Jetzt müssen die Anleihegläubiger wohl bluten.

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Der Solarzulieferer Sic Processing, der gebrauchte Sägesuspension (Slurry) aufbereitet, galt unter den Emittenten von Anleihen aus der Branche lange Zeit als eine Art Fels in der Brandung. Als die Anleihenkurse von Solarwatt und Solarworld längst deutlich gefallen waren, wurde die Schuldverschreibung von Sic noch zu 90 Prozent des Wertes gehandelt.

Vier Monate Atempause

Jetzt bereitet das Unternehmen die Gläubiger auf einen Schuldenschnitt vor. Die Insolvenz teilte das Unternehmen mit, konnte vorerst noch vermieden werden, weil wesentliche Einzelgläubiger einer Stundung ihrer Forderungen bis zum 28. Februar 2013 zustimmten.

Der norwegische Vermieter des dortigen still gelegten Betriebs, ein Hauptanlagenlieferanten sowie ein Gesellschafter hätten so aus heutiger Sicht die Zahlungsfähigkeit bis Ende Februar gesichert.

Aber um eine Zahlungsunfähigkeit nach diesem Zeitpunkt zu vermeiden, bedarf es einer umfassenden Restrukturierung. In den kommenden Wochen will Sic eine entsprechendes Konzept den Hauptgläubigern und Investoren der Unternehmensanleihe im Volumen von 80 Millionen Euro vorlegen. Ein Bestandteil soll ein Maßnahmenpaket zur Entschuldung sein. Auf diese Weise will das Unternehmen die Insolvenz vermeiden.

Desaster in Norwegen

Über seine norwegische Tochter war Sic voll in die Branchenkrise geraten. Der norwegische Modulhersteller REC hatte seine Wafer-Tochter in die Insolvenz geschickt, die einziger Kunde der dortigen Werke von Sic war. Der Standort Norwegen wurde komplett stillgelegt worden, allen Mitarbeitern gekündigt, die norwegische Tochter Gesellschaft wurde insolvent.

Doch die norwegische Tochter hielt noch Forderungen über sieben Jahre an die REC-Tochter. Hinzu kam der starke Mengen- und Preisrückgang, hohe Verpflichtungen aus dem Expansionsprogramm der beiden vergangenen Jahre und eine Mietausfallbürgschaft aus Norwegen, für die die SiC Processing einstehen muss.

Zu allem Überfluss brach im Werk in Bautzen vor knapp zwei Wochen ein Brand aus. Nachdem es zuerst hieß, der Betrieb werde ruhen, konnte dieser doch aufrecht erhalten werden.

Rating-Schocks

Zum Emissionszeitpunkt im Februar 2011 hatte Sic Processing von der Rating-Agentur Creditreform noch die Note „BBB+“ zuerkannt bekommen, die von amerikanischen Rating-Agenturen etwa Bertelsmann oder der Deutschen Post zuerkannt wird. Ein Jahr später lautete die Note immer noch „BBB-“, vergleichbar mit Metro oder Thyssen-Krupp.

Auch die Agentur Scope vergab noch im Mai bei Erteilung eines Finanzstärkeratings diese Note. Ende August folgte ein regelrechter Schock: Creditreform senkte das Rating um sechs Stufen auf „B-„, Scope suspendierte es nach einer katastrophalen Halbjahresbilanz. In den ersten sechs Monaten war der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent auf nur noch 68 Millionen Euro. Nach einem Gewinn von 9,5 Millionen Euro in der Vorjahresperiode war ein Verlust von 6,8 Millionen Euro angefallen. Ende September senkte Creditreform das Rating auf „CCC“, mithin die zweitschlechteste Note, die die Agentur vergibt.

Ein (teilweiser) Zahlungsausfall bei Sic Processing wäre der vierte am Markt für Mittelstandsanleihen. Die Inhaber der Anleihe des im Juni in die Insolvenz gegangenen Dresdner Modulherstellers Solarwatt erhalten derzeit 16 Prozent des Nominalwerts zurück. Bei der ersten Pleitier des Marktes SIAG Schaaf steht die Quote noch nicht fest, wurde jedoch im einstelligen Bereich vermutet. Bei BKN Biostrom ist nichts weiter bekannt. Am Wert der treuhänderischen Sicherheiten wird aber gezweifelt.

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