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Mittelstandsanleihen-Ticker Anleger verklagen Creditreform wegen Mox-Telecom-Rating

Das Rating der Immobilienentwickler Stern und Hahn sinkt auf „BBB-“. Steilmann-Boecker begibt eine neue Anleihe.

© dpa Vergrößern Sim-Karten gehörten zum Geschäft von Mox Telecom

16.03.2015 Anleihegläubiger der insolventen Mox Telecom haben die Ratingagentur Creditreform Rating AG auf Schadenersatz verklagt. Das teilte die Kanzlei Ares Rechtsanwälte am Montag mit. Creditreform hatte dem Unternehmen in den Jahren 2012 und 2013 jeweils eine „stark befriedigende  Bonität“ attestiert. Im Juni 2014 meldete Mox dann aus heiterem Himmel Insolvenz an. Im Laufe des Insolvenzverfahren habe sich herausgestellt, dass sowohl die von Mox veröffentlichten Geschäftsergebnisse als auch der Wert der Beteiligungen von zuletzt 20 Millionen Euro offenbar keine Grundlage gehabt habe. Das Unternehmen sei zum Ende des Jahres 2014 mit Schulden von 73,2 Millionen Euro bei einem liquiden Vermögen von 2,6 Millionen Euro massiv überschuldet gewesen. Die Beteiligungen hätten sich im vorläufig eingeleiteten Schutzschirmverfahren überwiegend als unverkäuflich erwiesen, so Ares.

Die Kanzlei, die zwei Kläger vertritt, wirft Creditreform vor, trotz unzureichender und mit Auffälligkeiten versehener Geschäftszahlen ein beschönigendes Rating erstellt zu haben. Die Agentur hätte von einem Rating vollständig absehen müssen. Rating und Folgeratings aber seien Grundlage für die Zulassung der Anleihe im Volumen von 30 Millionen Euro zum Börsenhandel gewesen.

„Für einen Fachkundigen hätte bereits nach Durchsicht der Geschäftsberichte mehr Zweifel als Glaube an der Mox Telecom aufkommen müssen.“, sagt Rechtsanwalt Simon Bender. So habe es für den Geschäftsbericht 2011  nur ein eingeschränktes Testat mit fragwürdiger Begründung gegeben. Die Prüfer hätten häufigen gewechselt, Kennzahlen seien widersprüchlich gewesen. Deshalb sei Creditreform zumindest gegenüber denjenigen Anlegern schadenersatzpflichtig, die bei ihrer  Entscheidung über den Erwerb oder das Halten der Anleihen auf das Rating der Creditreform Rating AG  vertraut hätten.

Ares beruft sich dabei auf die Rating-Verordnung der EWU aus dem Jahr 2009, wonach Ratingagenturen für Ratings haften , die nicht den Anforderungen der Verordnung entsprechen.

+++

Rating der Stern Immobilien sinkt auf „BBB-“

13.03.2015 Die Rating-Agentur Scope hat die Bonitätsnote der Anleihe der Immobiliengesellschaft Stern Immobilien um drei Stufen auf „BBB-„ von A- herabgestuft. Die Herabstufung begründet Scope mit der Änderung der Ratingmethodik.

Stern habe eine sehr solide Portfolio-Diversifikation mit Immobilien, die sich hauptsächlich in wachstumsstarken ‘A’ und ‘B’ Lagen befänden und einer vergleichsweise hohen Profitabilität. Negativ seien die Konzentration auf wenige Projekte, der geringe Marktanteil, eine hohe Hebelung und die geringe Unternehmensgröße.

Die Anleihe profitiere von einem Sicherheitenpaket, das unter anderem aus Anteilen an einem Tochterunternehmen bestehe. Darüber hinaus bestehe voller Zugriff auf liquide Vermögenswerte von hoher Qualität. Diese Sicherheiten verbesserten die Kreditqualität der Anleihe im Vergleich zu dem der Emittentin erheblich. Emittenten einer gesicherten Anleihe können von einer Anhebung um maximal drei Stufen im Vergleich zu dem Kreditrisiko ebendieser profitieren. Es sei stets zu berücksichtigen, dass der Wert des Sicherheitenpaketes eng mit der Kreditqualität und der Entwicklung der Emittenten verknüpft sei.

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16.03.2015, 17:23 Uhr | Wirtschaft
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Aktualisiert: 16.03.2015, 13:16 Uhr

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