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Mittelstandsanleihen Nicht unerhebliche Risiken bei MAG IAS

Mit dem von Finanzinvestoren vor einigen Jahren geschmiedeten Werkzeugmaschinenbauer MAG IAS drängt ein weiteres Unternehmen auf den Markt für Mittelstandsanleihen. In punkto Finanzkraft hat dieser noch erheblichen Verbesserungsbedarf.

© F.A.Z. Vergrößern

Das bisweilen misstrauisch beäugte Segment der Mittelstandsanleihen wächst weiter. Am Stuttgarter Börsensegment Bond-M steht mit dem Werkzeugmaschinenbauer MAG IAS ein weiterer Emittent in den Startlöchern.

Martin Hock Folgen:    

Das Unternehmen aus Göppingen will bis zum 04. Februar eine Anleihe mit einem Volumen von bis zu 50 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinskupon von 7,5 Prozent an den Mann bringen.

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Deutliche Spuren der Finanzkrise

MAG IAS sieht sich als weltweit führend in der Branche und betont aus verschiedenen deutschen Traditionsunternehmen hervorgegangen zu sein. Zwischen 2005 und 2006 hatte die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Maxcor durch eine Reihe von Firmenzukäufen die MAG Industrial Automation Systems formiert, zu der unter anderem die frühere Zerspanungstechniksparte von Thyssen-Krupp gehörte. Von der IWKA wurden die Werkzeugmaschinen-Aktivitäten von Ex-Cell-O erworben.

Aus dieser wurde letztlich dann die MAG IAS Gmbh als Teil der MAG-Gruppe, zu der nunmehr acht Unternehmen der Gruppe gehören. Hauptanteilseigner ist nach wie vor der frühere Vorstandsvorsitzende der mit BGC Partners verschmolzenen Maxcor, Mo Meidar. Beliebt hat er sich durch die Verschmelzungen und Übernahmen nicht gemacht. So wird ihm der Niedergang des Offenburger Maschinenbauers Witzig & Frank in der Finanzkrise angelastet.

Diese hatte sich bei MAG IAS deutlich bemerkbar gemacht, auch wenn das Unternehmen auf seinen Internet-Seiten darauf hinweist, dass aufgrund der diversen Verschmelzungen des Jahres 2010 die Auftrags- und Ertragspositionen nur bedingt mit den Vorjahren vergleichbar seien. Jedenfalls sanken die Umsatzerlöse 2009 von 208 auf 139 Millionen Euro, in beiden Jahren gab es Verluste im einstelligen Millionenbereich. Der Auftragseingang schrumpfte von 221 auf 125 Millionen Euro.

Gewinnrisiken

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres wurden dagegen ein Umsatz von 249 Millionen Euro und ein Betriebsergebnis von 5,3 Millionen Euro erzielt. Der Auftragseingang betrug 187 Millionen Euro und sei bis zum Jahresende auf 400 Millionen Euro gestiegen. Allerdings sind diese Zahlen wohl nur eingeschränkt vergleichbar, was die Transparenz verringert.

Insgesamt ist der MAG-Konzern mit seinen 23 Untergesellschaften nicht einfach zu durchschauen. Die Tatsache, dass die Emittentin zudem keinen Konzernabschluss vorlegt, weil sie dazu seit Jahresanfang nicht mehr verpflichtet sei, hilft auch nicht, obgleich im Prospekt betont wird, dass diese aufgrund der erfolgten Umstrukturierungen keine weiteren, wesentlichen Informationen für die Anleger enthielten. Immerhin besteht bis mindestens 2015 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der mit der MAG Europe GmbH, zu der neben MAG IAS noch vier weitere Gesellschaften gehören.

Gewinne sollen zwar mit bestehenden Forderungen verrechnet werden, doch liegt obendrein ein Besserungsschein über Verbindlichkeiten von mehr als 70 Millionen Euro mit der nicht zum Konzern gehörenden MAG Industrial Automation Systems LLC vor, der ab einer gewissen Gewinnhöhe wieder auflebt. Danach hat MAG IAS die Hälfte des maßgeblichen Gewinns eines Wirtschaftsjahres abzuführen, sofern dieser 8 Millionen Euro übersteigt. Diese Verpflichtung ist zwar den Verpflichtungen aus der Anleihe nachgeordnet, doch könnten sich Zahlungen negativ auf Liquidität und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Emittentin auswirken, heißt es im Prospekt.

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Veröffentlicht: 19.01.2011, 11:56 Uhr

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