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Langfristige Verbriefungen Die Kreditkrise hinterlässt deutliche Spuren

11.01.2008 ·  Aufgrund der weiter andauernden Kreditkrise ist das Risikotransfervolumen mit Emittenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz 2007 deutlich zurückgegangen. Ein Grund für den Rückgang sind die bis zu vierfach erhöhten Risikoprämien.

Von Benedikt Fehr
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Der Abschwung am deutschsprachigen Markt für langfristige Verbriefungen wird nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's Investors Service auch im laufenden Jahr andauern. Aufgrund der im vergangenen Sommer ausgebrochenen Kreditkrise ist das Risikotransfervolumen mit Emittenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits 2007 deutlich zurückgegangen: Waren es im Rekordjahr 2006 noch 54 Finanzierungen im Gesamtvolumen von 66,7 Milliarden Euro, so 2007 nur noch 38 Emissionen über insgesamt 41,6 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr erwartet Moody's gut zwei Dutzend langfristige Verbriefungen mit einem Risikotransfervolumen von insgesamt weniger als 35 Milliarden Euro. Für den vorhergesagten Rückgang gebe es mehrere Gründe, sagte Thorsten Klotz, Vizepräsident bei Moody's. So hätten sich die Risikoprämien als Folge der Kreditkrise deutlich erhöht, nicht selten sogar vervierfacht. Für viele Emittenten lohne sich deshalb eine Verbriefung nicht mehr; sie nutzten stattdessen Refinanzierungsalternativen wie zum Beispiel Pfandbriefe als Ersatz für Residential Mortgage-Backed Securities oder die Syndizierung von Großkrediten als Ersatz für Commercial Mortgage-Backed Securities.

Vorzuhaltende Eigenkapital hängt stark von der Bonität des Kreditnehmers ab

Aus Sicht der Kreditinstitute sind „synthetische Strukturen“ - also zum Beispiel die Auslagerung von Kreditgeschäft an Zweckgesellschaften, die sich ihrerseits über strukturierte Wertpapiere wie Asset-Backed Commercial Paper refinanzieren - laut Moody's weniger vorteilhaft geworden. Dahinter steht, dass die Kreditinstitute aufgrund der bis Ende 2007 gültigen aufsichtsrechtlichen Regeln den meisten herausgelegten Krediten ein Risikogewicht von einheitlich 100 Prozent beimessen mussten; diese Kredite mussten dann mit Eigenkapital in Höhe von 8 Prozent des Kreditvolumens unterlegt werden.

Weil die Risikoprämien auf Kredite oder Wertpapiertranchen mit guter Bonität vergleichsweise niedrig waren, konnten die Banken auf das für sie vorzuhaltende Eigenkapital kaum attraktive Renditen erwirtschaften - was Anlass zu der Auslagerung auf Zweckgesellschaften gab. Unter den neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken (Basel II) hängt das vorzuhaltende Eigenkapital stark von der Bonität des Kreditnehmers ab - wodurch das Risikogewicht für AAA-Kredite auf 7 (statt bislang 100) Prozent sinken kann. Dadurch werde es für die Kreditinstitute nun selbst bei niedrigen Risikoprämien wieder attraktiver, Kredite mit hoher Bonität auf die eigenen Bücher zu nehmen, sagte Klotz, während dies für Kredite mit schlechter Bonität und entsprechend hohem Basel-II-Risikogewicht - anders als vorher - in der Tendenz nun nicht mehr gelte.

Trotz der generell erhöhten Risikoprämien gibt es laut Moody's auch auf Seiten der Investoren nur noch zurückhaltendes Interesse an neuen Emissionen: Zum einen verunsichere die zuletzt starke Volatilität der Risikoprämien, durch die es zu Abschreibungsbedarf kommen könne, heißt es. Zum anderen biete sich den Investoren auf dem Sekundärmarkt ein breites Angebot an Papieren. Nach den schlechten Erfahrungen mit hochkomplexen und dadurch intransparenten Finanzierungsstrukturen erwartet man bei Moody's, dass der Komplexitätsgrad der kommenden Emissionen generell wieder geringer sein wird.

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