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Donnerstag, 16. Februar 2012
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Kreditkrise Ambac reißt europäische Bankenaktien ins Minus

23.04.2008 ·  Der amerikanische Anleiheversicherer muss weitere Schreckensbotschaften bekanntgeben. Das lässt die Befürchtung aufkommen, dass in der internationalen Finanzkrise ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Auch europäische Finanztitel geraten unter Druck.

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In der internationalen Kreditkrise schreibt der amerikanische Anleiheversicherer Ambac Financial Group ein neues Kapitel. Um 36 Prozent stürzte der Aktienkurs im Verlauf auf ein Rekordtief von 3,86 Dollar, weil der Verlust des zweitgrößten Anleiheversicherers der Welt höher ausgefallen war als erwartet. Vor allem britische Bankentitel wurden mit hohen Kursabschlägen gehandelt.

Aber auch die Aktien der Deutschen Bank wurden zeitweise mit einem Kursabschlag von 3,2 Prozent zu 73,04 Euro gehandelt. Commerzbank stürzten in der Spitze sogar um 4,4 Prozent auf weniger als 22 Euro. Auch Deutsche Postbank, Hypo Real Estate und Allianz, der die Dresdner Bank gehört, lasteten schwer auf dem Deutschen Akienindex Dax, der dennoch bis Börsenschluss ein Plus von einem Prozent auf 6795 Punkte verzeichnete.

Ambac verkündet neue Schreckensbotschaften

Im vergangenen Jahr büßte Ambac im Zuge der internationalen Kreditkrise schon mehr als 90 Prozent seines Börsenwerts ein und musste nun weitere Schreckensbotschaften verkünden: Auf 1,7 Milliarden Dollar belief sich im ersten Quartal der Verlust. Das sind 11,69 Dollar je Aktie.

Mit dieser Nachricht schockte der Anleiheversicherer die Finanzmärkte. 6,93 Dollar je Aktie betrug der operative Verlust. Dabei hatten die Analysten bis zuletzt nur 1,82 Dollar je Ambac-Aktie erwartet.

Schlüsselrolle in der Finanzkrise

Den Anleiheversicherern kommt eine Schlüsselrolle in der aktuellen Finanzkrise zu. Sie haben ihr Geschäft traditionell mit der Versicherung kommunaler Anleihen gegen Zahlungsausfälle bei Zins und Grundkapital gemacht. Insgesamt versichern sie rund die Hälfte des kommunalen Anleihemarktes in den Vereinigten Staaten. Das Volumen auf diesem Markt wird auf insgesamt 2,6 Billionen Dollar geschätzt.

In den vergangenen Jahren hatten die Anleiheversicherer ihr Geschäft auf die Versicherung strukturierter Finanzprodukte ausgeweitet. Dazu zählen hypothekenbesicherte Anleihen, die in Folge der Hypothekenkrise stark an Wert verloren haben. Ambac teilte nun mit, dass die Belastungen aus der Subprime-Krise voraussichtlich noch höher sind als bisher angenommen.

Schlimmste Befürchtungen

Die jüngsten Schwierigkeiten, mit denen Ambac zu kämpfen hat, lösten die Befürchtung an den Finanzmärkten aus, dass die Krise an den amerikanischen Anleihemärkten noch nicht ausgestanden sind. „Die Krise am Immobilienmarkt stört weiterhin die internationalen Kreditmärkte“, wird der Interims-Chef von Ambac, Michael Callen, in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert.

Sieben Gesellschaften sind in den Vereinigten Staaten auf die Versicherung von Anleiherisiken spezialisiert. Fünf von ihnen, darunter die beiden Marktführer der Branche Ambac und MBIA Insurance Corp, haben zumindest für einzelne Tochtergesellschaften ihr „AAA“-Rating verloren. Im Verlust dieser höchstmöglichen Bonitätsbewertung drückt sich der allgemeine Vertrauensverlust am Anleihemarkt aus.

Ratingagentur stellen Forderungen

Bisher wurde Ambac als Ganzes jedoch noch nicht heruntergestuft. Allerdings steht die Drohung im Raum, seitdem beispielsweise die Ratingagentur Moody's Ambac auf einen negativen Ausblick gestellt hat. Die Ratingagenturen fordern, dass der Anleiheversicherer seine Kapitalbasis stärkt, damit die ausgegebenen Finanzierungen von Ambac besser unterlegt sind.

Nun will Ambac offenbar diesen Forderungen nachkommen und sein Kapital kräftig erhöhen, um das Vertrauen der Ratingagenturen wiederzuerlangen. Auf der Hauptversammlung am 3. Juni sollen die Aktionäre offenbar über eine Erhöhung der Aktienzahl von 350 Millionen auf 650 Millionen abstimmen. Dabei hatte Ambac erst im März 1,5 Milliarden Dollar frisches Kapital aufgenommen und dazu 185 Millionen neue Aktien und eine Wandelanleihe ausgegeben, die im Jahr 2011 in Aktien gewandelt wird.

Schon damals hatten die Analysten der amerikanischen Investmentbank JP Morgan Chase gemutmaßt, dass Ambac mindestens eine weitere Milliarde Dollar frisches Eigenkapital braucht, um seine Kapitalprobleme annähernd in den Griff zu bekommen. Die Belastungen, mit den Ambac noch fertig werden müsse, beliefen sich auf etwa weitere 11 Milliarden Dollar.

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