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Samstag, 18. Februar 2012
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Kreditderivate Hedge-Fonds im Visier der Aufsichtsbehörden

03.03.2010 ·  Brüssel prüft die Regulierung der Kreditausfallversicherungen (CDS). Washington will Daten über die Euro-Geschäfte von Fonds. Papandreous Sparprogramm dagegen beruhigt die Märkte.

Von Gerald Braunberger, Bettina Schulz (London) & Patrick Welter (Washington)
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In Europa und den Vereinigten Staaten wachsen die Bestrebungen von Regulatoren, gegen Hedge-Fonds und andere mit Spekulationen in Kreditausfallversicherungen (CDS) und an Währungsmärkten tätige Finanzinstitute vorzugehen. Die Europäische Kommission hat Vertreter von Banken und Regulierungsbehörden für diesen Freitag nach Brüssel geladen, um über den Markt für CDS und mögliche Regulierungen zu sprechen. Wie zu hören ist, wird unter anderem die Deutsche Bank an dem Treffen teilnehmen.

Bisher haben sich die internationalen Aufsichtsbehörden unter der Schirmherrschaft der G20 lediglich darauf geeinigt, einen möglichst großen Teil des Handels von CDS-Instrumenten über Abwicklungshäuser zu leiten, um das Kontrahentenrisiko innerhalb dieses Marktes zu reduzieren. Selbst dies stößt jedoch auf Widerstand von Großinvestoren.

Verdächtige dementieren

Die griechische Regierung macht nach Angaben Athener Zeitungen unter anderem die Hedge-Fonds Brevan Howard, Moore Capital, Paulson & Co. sowie den amerikanischen Investmentzweig der Allianz-Versicherung Pimco und bemerkenswerterweise auch Fidelity International, die eigentlich nicht in kurzfristigen Spekulationen tätig sind, für die Attacken verantwortlich.

All diese Fonds haben sich entweder zu den Vorwürfen nicht geäußert, dementiert oder gesagt, sie hielten derzeit praktisch keine nennenswerten Positionen am Markt für CDS-Papiere gegenüber Griechenland, Portugal, Italien oder Spanien. Moore Capital und Brevan Howard sagten gar, sie würden derzeit eher auf die Gegenseite wechseln.

In einem Brief an seine Investoren sagt Brevan Howard: „Wir glauben, dass die Leerpositionen jetzt zu weit gelaufen sind, von zu vielen Marktteilnehmern gehalten werden, die Marktpreise die Risiken voll abdecken und die Positionen wie im Jahr 2008 sogar in Gefahr sind, von Maßnahmen der Aufsichtsbehörden torpediert zu werden.“ Brevan Howard spielt damit auf die Entscheidung zahlreicher Aufsichtsbehörden im Jahr 2008 an, als diese schlagartig Leerverkäufe von Bank- und Versicherungsaktien untersagten. Damals hatten Hedge-Fonds geballt gegen Banken und Versicherungen spekuliert und die Leerverkäufe so weit getrieben, dass Kapitalerhöhungen der Banken an der Börse zu scheitern drohten.

Abgestimmte Anti-Euro-Strategie?

Das amerikanische Justizministerium untersucht, ob Hedge-Fonds in den vergangenen Wochen in einer möglicherweise abgestimmten Aktion mit Wetten auf einen Zahlungsausfall Griechenlands den Wert des Euro gedrückt haben. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ hat das Justizministerium mehrere Hedge-Fonds in einem Brief gebeten, Handelsunterlagen und E-Mails rund um den Euro-Handel aufzubewahren. Empfänger des Briefes waren nach dem Bericht unter anderen SAC Capital Advisors, Greenlight Capital, Soros Fund Management und Paulson & Co. Vertreter dieser Hedge Fonds saßen nach Informationen des „Wall Street Journals“ unter anderem Anfang Februar bei einem „Ideen-Dinner“ eines New Yorker Wertpapierhauses zusammen, bei dem auch über einen möglichen Fall des Eurokurses gegenüber dem Dollar gesprochen wurde.

Der Fokus der Untersuchung des Justizministeriums richtet sich darauf, ob die Diskussion und der Informationsaustausch über mögliche Handelsstrategien einem abgestimmten Verhalten der Hedge-Fonds gleichkommt. Solche wettbewerbsrechtlichen Untersuchungen hat es an der Wall Street in den vergangenen Jahren selten gegeben. In früheren Fällen kam es nie zu konkreten Anklagen, weil es üblicherweise nicht gelingt, Händlern konkrete Absprachen nachzuweisen.

Die neue Untersuchung ist Teil amerikanischer Bemühungen, mögliches Fehlverhalten rund um die Spekulationen im Fall Griechenlands aufzudecken. Vergangene Woche hatte Notenbankpräsident Ben Bernanke vor einem Senatssausschuss erklärt, die Zentralbank und die Börsenaufsicht SEC prüften die Derivate-Vereinbarungen, die Goldman Sachs und andere Wertpapierhäuser mit Griechenland abgeschlossen hatten. Den Wertpapierhäusern wird vorgehalten, sie hätten der Regierung in Athen geholfen, mit Derivategeschäften den Zustand der Staatsfinanzen zu verschleiern.

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