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Sonntag, 19. Februar 2012
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Konjunktur Die Menschen sparen immer mehr

27.10.2004 ·  Die Bundesbürger haben im vergangenen Jahr wieder mehr Geld auf die hohe Kante gelegt und weniger konsumiert. Im Durchschnitt legte jeder Bundesbürger 1834 Euro Ersparnisse zurück.

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Die Menschen in Deutschland konsumieren weniger und sparen dafür mehr von ihrem Einkommen. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) erwartet, daß sich diese Entwicklung auch in diesem Jahr fortsetzt. "Nach einem Tiefpunkt im Jahr 2000 mit 9,7 Prozent erwarten wir die Sparquote in diesem Jahr bei knapp 11 Prozent", berichtete Sparkassen-Präsident Dietrich Hoppenstedt am Mittwoch in Berlin.

Die Sparquote ist das Verhältnis der Sparsumme zum verfügbaren Einkommen. Hoppenstedt erinnerte an die bisher jüngste Erhebung der Bundesbank. Danach ist die Sparquote schon im vergangenen Jahr von 10,5 auf 10,7 Prozent gestiegen. Damit erhöhte sich das Netto-Geldvermögen der Bundesbürger um 125,5 Milliarden Euro auf 3922 Milliarden Euro. Im Durchschnitt legte jeder Bürger 1834 Euro an Ersparnissen zurück. Der Spitzenverband von Sparkassen und Landesbanken rechnet für dieses Jahr mit noch höheren Werten.

Weder Konsumbremse noch Angstsparen

Hoppenstedt wertete das Sparverhalten als "außerordentlich positiv". Es sollte nach seinen Worten nicht als Konsumbremse oder Angstsparen diffamiert werden. Vielmehr zeige sich, daß die Menschen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten größeren Wert auf Vermögensbildung und Eigenvorsorge für das Alter legten. Dies sei verständlich und vernünftig. "Allein zur Deckung der Versorgungslücke im Alter ist eine Sparleistung von rund 10 Prozent des Netto-Monatseinkommens erforderlich", betonte der Sparkassenpräsident. Außerdem sei die Sparquote nicht ungewöhnlich hoch, so habe sie Anfang der neunziger Jahre schon einmal bei 13 Prozent gelegen.

Lebensversicherung, Bausparvertrag, Sparbuch

Nach dem neuen Vermögensbarometer, das der DSGV vorlegte, ist die Lebensversicherung weiterhin die wichtigste Säule der privaten finanziellen Absicherung. Zwei von drei Bundesbürgern haben eine solche Police unterschrieben. Der Anteil derer, die einen Vertrag haben, ist jedoch um 2 Prozentpunkte auf 66 Prozent gesunken. Es folgen in der Beliebtheitsskala Bausparvertrag (58 Prozent), Sparbuch (54 Prozent) und Rentenversicherung (43 Prozent). Trotz aller Klagen bezeichneten 84 Prozent der Befragten ihre eigene Finanzlage als sehr gut, gut oder zufriedenstellend. Allerdings gingen fast ein Drittel (31 Prozent) davon aus, daß sich die Situation für sie verschlechtern wird. Befragt wurden vom Emnid-Institut mehr als 2100 Personen.

Unterdessen bestätigt auch die monatliche Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg, daß die Verbraucher die wirtschaftliche Entwicklung zunehmend kritisch beurteilen. Die Verbraucher schätzen im Oktober sowohl die Entwicklung der Konjunktur als auch der persönlichen Einkommen skeptischer ein als zuvor. Nach GfK-Angaben belasten vor allem die Sorgen um den Arbeitsplatz. Die Diskussionen um den Stellenabbau bei Karstadt-Quelle und Opel sorgten für Verunsicherung, heißt es. Die Anschaffungsneigung der Verbraucher gab auf niedrigem Niveau nur noch wenig nach. In diesem Jahr sei nicht mehr mit einer größeren Kauflaune der Verbraucher zu rechnen. Die GfK erwartet allerdings, daß der Indikator für das Konsumklima sich im November stabilisiert, weil die Sparneigung der Verbraucher zurückgehe.

Quelle: mas./pwe., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. Oktober 2004
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