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Katastrophenanleihen Investoren sind verunsichert

 ·  Ausfälle könnten bei Katastrophenanleihen trotz des schweren Erdbebens in Japan ausbleiben. Denn bei den meisten der rund ein Dutzend Cat-Bonds, die japanische Erdbebenrisiken decken, bestimmt nicht die ermittelte Schadenhöhe, ob Investoren beteiligt werden, sondern andere Parameter wie die Erdbebenintensität.

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Investoren in Katastrophenanleihen könnten trotz des schweren Erbebens in Japan von Verlusten verschont bleiben. Rund 1,3 Milliarden Dollar haben Emittenten solcher Cat-Bonds eingesammelt, um Risiken aus Beben in dem Land auf den Kapitalmarkt zu übertragen. Die beiden größten Volumina weisen zwei Anleihen auf, die der Rückversicherer Munich Re für die East Japan Railway (260 Millionen Dollar) und einen Landwirtschaftsversicherer (300 Millionen Dollar) strukturiert hat.

Die meisten der rund ein Dutzend Cat-Bonds, die japanische Erdbebenrisiken decken, sind parametrisch. Das bedeutet, dass nicht die ermittelte Schadenhöhe bestimmt, ob Investoren mit einem Teil- oder Totalverlust an den Schäden beteiligt werden, sondern beispielsweise die Erdbebenintensität an zuvor bestimmten Orten. „Viele sind auf die Region Tokio abgestimmt, so dass das Beben möglicherweise nicht stark genug war, um die Deckung auszulösen“, vermutet Eduard Held, Produktchef des Datendienstleisters Perils. Messstationen, die Daten liefern, seien möglicherweise durch den Tsunami beschädigt worden. Erst rund ein Viertel der Stationen habe das Erdbeben ausgewertet, berichtet Karsten Bromann, Managing Partner des Vermögensverwalters Solidum Partners. „Obwohl das Epizentrum weit draußen im Meer lag, sind Investoren wohl nur knapp um Kapitalausfälle herumgekommen“, sagt er.

Um sicher gehen zu können, dass sie verschont bleiben, müssen Investoren aber auf genauere Analysen spezialisierter Risikomanagement-Dienstleister wie den amerikanischen AIR, Eqecat oder RMS warten. Auch die Ratingagentur Standard & Poor's kann über eine Herabstufung einzelner Anleihen erst danach entscheiden. Zunächst beließ sie die sechs beobachteten Cat-Bonds nach der Katastrophe auf ihrer Bonitätsstufe.

Das Mindestvolumen beträgt meist 250.000 Dollar

Der wöchentlich berechnete Swiss Re Global Cat Bond Total Return Index sank am Freitag um 0,39 Prozent. Allerdings gibt er nur Anhaltspunkte über die Preisentwicklung am Markt. Doch der ist wegen der Unsicherheit, ob Zahlungen durch das Beben ausgelöst wurden, ohnehin zum Erliegen gekommen. Zwar hätten einige Investoren Makler gebeten, Verkaufsangebote auszugeben, berichtet Bormann. Es ließen sich aber keine Interessenten finden.

Der Markt für Cat-Bonds hat sich nach einem Einbruch Ende 2008 wieder erholt. Im vergangenen Jahr wurden Anleihen, die meist eine Laufzeit zwischen drei und fünf Jahren haben, für rund 5 Milliarden Dollar neu ausgegeben. Ein Volumen von 4 Milliarden Dollar lief aus. Insgesamt betrug das Volumen ausstehender Cat-Bonds nach Daten der Munich Re 13 Milliarden Dollar. In den vergangenen zwei Jahren brachten sie ihren Investoren Renditen von 11,3 und 13,5 Prozent. Im Jahr 2008 dagegen warfen sie laut Swiss-Re-Index nur 2,3 Prozent ab. In die komplexen Produkte dürfen nur qualifizierte Anleger investieren. Das Mindestvolumen beträgt meist 250.000 Dollar. Allerdings gibt es rund ein Dutzend Spezialfonds, die ausschließlich in Cat-Bonds investieren und auch Privatkunden offenstehen. Ihr angeblicher Vorteil, dass ihre Wertentwicklung unabhängig von anderen Anlagen sei, wird allerdings durch das Ereignis in Japan in Frage gestellt. Denn zu dem Risiko eines Ausfalls kam das der fallenden Aktienmärkte hinzu.

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