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Kapitalspritze von rund 15 Milliarden Dollar Wall-Street-Banken sollen Anleiheversicherer retten

25.01.2008 ·  Um die angeschlagenen amerikanischen Anleiheversicherer zu retten, hat die New Yorker Versicherungsaufsicht mit Investmentbanken einen Stützungsplan diskutiert. Damit soll eine drohende negative Kettenreaktion an den Finanzmärkten verhindert werden.

Von Norbert Kuls, New York
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Die New Yorker Versicherungsaufsicht dringt auf eine Rettung der im Zuge der Hypothekenkrise angeschlagenen amerikanischen Anleiheversicherer. Damit will die Aufsichtsbehörde eine drohende negative Kettenreaktion an den Finanzmärkten verhindern. Der Chef der New Yorker Versicherungsaufsicht, Eric Dinallo, war am Mittwoch mit Vertretern von rund einem Dutzend Investmentbanken zusammengekommen, um einen Stützungsplan zu diskutieren.

Die Aussicht auf eine solche potentielle Rettungsaktion beflügelte die Aktienkurse der beiden größten Anleiheversicherer MBIA und Ambac und sorgte für eine allgemeine Kurserholung, da die Versicherer eine wichtige Rolle für die Stabilität des Rentenmarktes spielen. „Die Anleiheversicherer jagen den Leuten Todesangst ein“, sagte Harry Clark, der Vorstandschef des Vermögensverwalters Clark Capital aus Philadelphia, gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. An der Wall Street habe es „erleichtertes Aufatmen“ gegeben.

Finanzspritze von rund 15 Milliarden Dollar

Finanzaufseher und Investoren befürchten eine Kettenreaktion, falls Emittenten von Anleihen ihre Zinsen nicht mehr zahlen und die Versicherer wegen ihrer prekären Geschäftslage nicht für den von ihnen garantierten Ersatz aufkommen können. Das würde zu hohen Verlusten bei den Käufern von Anleihen wie Banken oder Pensionskassen führen und schlimmstenfalls das Vertrauen in das gesamte Finanzsystem erschüttern.

Chefaufseher Dinallo drang daher auf eine Kapitalspritze von rund 15 Milliarden Dollar innerhalb von zwei Tagen. Dinallo will so einer drohenden Abstufung der Bonität der beiden führenden Spezialversicherer durch Kreditbewertungsagenturen zuvorkommen und den Markt stabilisieren. In Bankenkreisen wurden die Verhandlungen aber als „sehr vorläufig“ charakterisiert. Die Kreditbewertungsagentur Fitch hatte die bisher exzellente Bonität von Ambac in der vergangenen Woche schon von „AAA“ auf „AA“ heruntergestuft. Die beiden bedeutenderen Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's prüfen eine mögliche Reduzierung ihrer Bonitätsnoten noch.

Aktienkurse der Anleiheversicherer MBIA und Ambac sind gestiegen

Die Titel von MBIA legten an der New Yorker Börse am Mittwoch um 33 Prozent zu, verloren allerdings am Donnerstag 10 Prozent. Der Aktienkurs von Ambac stieg - beide Tage zusammen gerechnet - um rund 65 Prozent. Die Aktienkurse beider Gesellschaften waren zuvor um rund 85 Prozent gefallen, weil die Anleger eine Abstufung der Bonität durch die Ratingagenturen befürchten. Die bis vor kurzem den meisten Anlegern an der Wall Street eher unbekannten Anleiheversicherer, die im Branchenjargon „Monoliner“ heißen, spielen eine wichtige Rolle auf dem Anleihemarkt.

Sie versichern traditionell von amerikanischen Städten und Gemeinden emittierte Anleihen, sogenannte Kommunalobligationen, gegen Ausfälle. Das Volumen der von den Spezialversicherern garantierten Anleihen beläuft sich schätzungsweise auf 2400 Milliarden Dollar - etwa der Hälfte der amerikanischen Kommunalanleihen. Die Bonitätsnoten der Versicherer sind wichtig, weil sie in enger Verbindung zum Wert der Anleihen steht. Sinkt die Kreditwürdigkeit, müssten Rentenfonds, die keine riskanten Anleihen halten dürfen, die herabgestuften Titel verkaufen.

In Schwierigkeiten gerieten die Versicherer, weil sie ihr Geschäft auf strukturierte Finanzprodukte ausgeweitet haben. Darunter versteht man komplexe Anleihen, die mit verschiedenen Arten von Darlehen besichert sind, auch mit Hypotheken. Der amerikanische Hypothekenmarkt ist aufgrund von Zahlungsausfällen bei zweitklassigen Hypotheken stark unter Verkaufsdruck geraten. Das hatte sich negativ auf die Bewertung der Anleihen ausgewirkt, die mit diesen Darlehen besichert sind. Die Monoliner hatten in der Vergangenheit betont, dass die Wertberichtigungen nicht zu steigenden Schadenersatzansprüchen ihrer Kunden führen würden. Analysten glauben jedoch, dass das Risiko von Versicherungsverlusten viel größer ist, als von den Unternehmen bisher angenommen wird.

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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