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Internationalen Finanzmarkt Die Politik beiderseits des Atlantiks prägt

Die Wahl in Amerika und die Verhandlungen mit Athen bestimmen derzeit das Marktgeschehen. In beiden Fällen bringt diese Woche wichtige Entscheidungen.

© F.A.Z. Vergrößern Der Dow Jones verlor in den letzten vier Wochen 3,8 Prozent

Dies ist eine politische Woche. Mit Spannung wird an den Finanzmärkten darauf gewartet, ob die wieder besseren amerikanischen Arbeitsmarktdaten und Auftragseingänge Präsident Barack Obama am Dienstag doch noch helfen werden, die Präsidentschaftswahl für sich zu entscheiden. Der Aktienmarkt an Wall Street jedenfalls regierte am Freitag mit einem Minus von rund 1 Prozent, denn jede bessere Wirtschaftsnachricht geht zu Lasten einer langfristig expansiven Notenbankpolitik. Der Dollar stieg auf 1,28 Euro und Gold verlor entsprechend 2,12 Prozent.

Entscheidend wird dann aber sein, wie unter der neuen Präsidentschaft der fiskalpolitische Dämpfer aufgefangen wird, der der amerikanischen Konjunktur Anfang des kommenden Jahres durch auslaufende Steuerleichterungen droht. Marktbeobachter gehen davon aus, dass sich das amerikanische Wirtschaftswachstum daher in der ersten Hälfte des kommenden Jahres nochmals wieder abschwächen wird.

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Auch in der Währungsunion dürfte die Wirtschaft erst im zweiten Quartal 2013 wieder aus der Rezession treten. Allein die Ankündigung der EZB, der Peripherie notfalls mit einem Notprogramm von kurz- bis mittelfristigen Anleihekäufen (OMT) helfen zu können, hat noch nicht zu einer großzügigeren Kreditvergabe der Banken an die Privatwirtschaft geführt. Noch warten die Märkte darauf, ob sich die spanische Regierung durchringen und das Programm nutzen wird, damit das OMT-Programm der EZB „getestet“ und für wirksam befunden werden kann.

Spanische Anleiheemission am Donnerstag

Mit Aufmerksamkeit wird daher am Donnerstag verfolgt, wie erfolgreich Spanien mit der Emission von 4,5 Milliarden Euro Anleihen, fällig 2018, sein wird. Die Rendite spanischer Anleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit hat Ende vergangener Woche wieder leicht auf 5,66 Prozent zugelegt, die Rendite von Anleihen mit zwei Jahren Restlaufzeit auf 3,07 Prozent.

Die wieder etwas höhere Anspannung an den Märkten ließ die Kurse zehnjähriger Bundesanleihen steigen und im Gegenzug ihre Renditen wieder auf 1,45 Prozent fallen. Die Akteure an den Märkten rechnen nicht damit, dass von Seiten der EZB am Donnerstag wichtige Entscheidungen verkündet werden. Noch immer ist die Geldpolitik der EZB für Deutschland zwar zu expansiv, für Spanien, Italien und Griechenland aber viel zu restriktiv.

Diese Woche wird wohl die Sitzung des geldpolitischen Ausschusses der Bank von England interessanter sein. Nach wieder etwas stärkerem Wachstum und einer doch recht kontroversen Diskussion um das Notprogramm der Quantitativen Lockerung wird erwartet, dass die Bank von England ihr Maximalvolumen von Käufen staatlicher Anleihen von 375 Milliarden Pfund nicht ausweiten wird.

Allein mehr Liquidität bringt nichts

Die Briten erkennen mittlerweile, dass es bei der derzeitigen Verunsicherung an den Märkten nichts bringt, immer mehr Liquidität in die Märkte zu pumpen, wenn das Geld von den Banken, Unternehmen und Haushalten nicht für Investitionen und Nachfrage genutzt wird.

Die Verhandlungen mit Griechenland gehen unterdessen in die Endphase. An den Märkten wird davon ausgegangen, dass das griechische Parlament diese Woche die neuen Spar- und Reformmaßnahmen beschließen wird. Dann dürfte bekannt gegeben werden, wie der zusätzliche Finanzierungsbedarf Athens finanziert wird, der anfällt, wenn Griechenland zwei weitere Jahre Zeit für sein Reformprogramm zugestanden würde.

Aus Kreisen der Schuldenverhandlungen wird angedeutet, dass es früher oder später wohl dazu kommen wird, dass ein Schuldenrückkauf den im Privatsektor im Umlauf befindlichen Anleihebestand von etwa nominal 63 Milliarden Euro noch weiter reduziert, so dass dann von öffentlicher Seite in Ruhe über Maßnahmen nachgedacht werden kann, wie Griechenlands Schuldentragfähigkeit langfristig wieder hergestellt werden kann.

IWF: Griechenland soll eigene Anleihen zurückkaufen

Das EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen hatte schon vorgeschlagen, dass Griechenland seine mit extremen Abschlägen gehandelten Schatzwechsel lukrativ am Markt zurückkaufen könne. Darin wird er vom IWF unterstützt. Der IWF darf nur mitfinanzieren, wenn die Schuldentragfähigkeit eines Landes absehbar ist.

Üblicherweise beinhalten Umschuldungen eine gewaltige Streckung der Schuldenlast und Zinsreduktion, die sich über gut 25 Jahre erstreckt. Dies geht, wie aus Verhandlungskreisen zu erfahren ist, leichter, wenn der Privatsektor praktisch „rausgekauft“ wurde und von staatlicher Seite mit langem Atem verhandelt werden kann. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, hat daher nicht von ungefähr von einem dritten Hilfspaket für Griechenland gesprochen.

Am 12. November dürften die Euro-Finanzminister daher wohl beschließen, dass die Verhandlungen letztlich doch zu einem positiven Ergebnis gekommen sind. Für Athen geht es um die Auszahlung von 31 Milliarden Euro, um die nächst fällige Anleihe tilgen zu können.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 04.11.2012, 16:41 Uhr

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