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Immobilienkredite : Mehr Nachfrage nach Anschlussfinanzierung

Viele Wohnungseigentümer sichern sich jetzt die niedrigen Zinsen. Bild: Ullstein

Auch wenn die Bauzinsen immer noch historisch niedrig sind, rechnen die Kunden offenbar mit einem Zinsanstieg. „Forward-Darlehen“ zur Sicherung des Zinsniveaus sind gefragt.

          Im historischen Vergleich sind die Bauzinsen in Deutschland zwar noch immer sehr niedrig. Doch seit einigen Wochen sind sie wieder gestiegen. Nach Daten der FMH-Finanzberatung kostet derzeit ein Hypothekendarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung im Bundesdurchschnitt 1,33 Prozent. Im Oktober vergangenen Jahres waren es im Rekordtief nur 1,03 Prozent.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Ähnlich sieht es für länger festgeschriebene Zinsen aus: Der Hypothekenzins für eine 15-jährige Zinsbindung zum Beispiel ist demnach inzwischen von 1,45 Prozent auf 1,79 Prozent gestiegen. Diesen Berechnungen liegen Daten von jeweils 40 ausgewählten Banken zugrunde.

          Zinssanstieg erwartet

          Kurz nach dem überraschenden Ausgang der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten seien insgesamt leichte Zinssteigerungen zu beobachten gewesen, sagt Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher des Finanzdienstleisters Dr. Klein. Die schwankenden Zinsen hätten im Oktober und November einige Darlehensnehmer verunsichert.

          Vor allem aber hätten Kunden reagiert, deren Anschlussfinanzierung des bisherigen Kredits angestanden habe. Viele hätten sich in diesem Umfeld das aktuell niedrige Zinsniveau sichern wollen und deswegen vermehrt „Forward-Darlehen“ abgeschlossen. Ihr Anteil an den neuen Hypothekendarlehen sei so im November um 2 Prozentpunkte auf 14,62 Prozent gestiegen.

          Aufgrund des leichten Zinsanstiegs hat sich nach den Daten von Dr. Klein auch die Standardrate für Immobilienkredite (Finanzierung von 150.000 Euro, zehnjährige Zinsbindung, Tilgung von 2 Prozent und Beleihung von 80 Prozent) erhöht - von monatlich 419 Euro im Oktober auf 428 Euro im November.

          Die durchschnittliche Darlehenshöhe hingegen ist mit 197.000 Euro unverändert geblieben. Die Zinsbindung wiederum fiel im Durchschnitt um einen Monat länger aus und betrug zuletzt 13 Jahre und 10 Monate.

          Leichte Veränderung habe es laut Dr. Klein auch mit Blick auf die anfängliche Tilgungsrate gegeben, die zuletzt geringer gewählt wurde als noch in den Vormonaten. Durch eine niedrigere Tilgung sinkt zwar die monatliche Belastung der Kreditnehmer, sie nehmen dafür aber eine längere Rückzahlungszeit in Kauf. Die Daten von Dr. Klein basieren auf rund 35.000 Transaktionen mit einem Volumen von rund 4 Milliarden Euro je Monat.

          Quelle: F.A.Z.

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