04.02.2010 · Auf den Kapitalmärkten kocht die Furcht vor der Schuldenkrise hoch. Nach Griechenland haben nun auch Spanien und Portugal Schwierigkeiten, neue Schulden zu machen.
Von Stefan RuhkampWas Griechenland schon seit Wochen erfährt, bekommen nun auch Spanier und Portugiesen zu spüren. Sie haben zwar weiterhin Zugang zum Anleihemarkt, aber das Misstrauen der Anleger treibt die Kosten in die Höhe.
Um trotz der Vorbehalte genügend Anleger zu finden, müssen hohe Zinsaufschläge geboten werden. Spanien hat am Donnerstag neue Titel im Wert von 2,5 Milliarden Euro begeben, die Anleger hatten Gebote für mehr als 11 Milliarden Euro abgegeben.
Unruhe wächst
Die große Nachfrage wird gewöhnlich als gutes Signal gewertet. Aber dieses Mal war der Andrang so groß, weil Spanien bei einer Laufzeit von drei Jahren 2,6 Prozent Zinsen bietet. Das sind rund 0,5 Prozentpunkte mehr, als Spanien noch Anfang Dezember hatte zahlen müssen. Der ungewöhnlich hohe Zinsaufschlag vergrößerte deshalb die Sorgen vieler Investoren, zumal die spanischen Sparanstrengungen im Vergleich zu den griechischen Ankündigungen als geringer eingeschätzt werden. Am Vortag hatte Portugal trotz hoher Zinsaufschläge das Volumen für eine Aufstockung einjähriger Titel von 500 auf 300 Millionen Euro reduzieren müssen, berichteten Händler.
Beunruhigend wirke auch, dass sich in Griechenland - das Land, das in Europa das höchste Staatsdefizit hat - der politische Widerstand gegen die Sparpläne der Regierung wächst. Die größte Gewerkschaft des Landes beschloss am Donnerstag für die nächste Woche einen eintägigen Streik. Zudem legen ausgerechnet die Beschäftigten der Steuerbehörden für zwei Tage die Arbeit nieder. Die Europäische Zentralbank bekräftigte nach ihrer Ratssitzung abermals, dass kein Euro-Staat mit finanziellen Hilfen der anderen Mitglieder rechnen könne.
Steigende Risikoprämien
Das Misstrauen auf den Kapitalmärkten spiegelt sich auch in den wieder steigenden Kosten für die Absicherung von Forderungen gegen andere europäische Staaten. Der Index für die Risikoprämien der europäischen Staaten stieg auf das Rekordhoch von rund 100 Basispunkten. Das ist doppelt so viel, wie im November vergangenen Jahres. Insbesondere die Risikoprämie für die Absicherung griechischer Anleihen stieg auf dem Derivatemarkt und erreichte rund 4 Prozent der versicherten Summe.
Während viele Anleger sich von riskanten Anlagen trennten, war die Nachfrage nach vermeintlich sicheren Investitionen groß. Das trieb den Kurs des Dollar, der als besonders liquides und sicheres Rückzugsgebiet gilt. Auch die Kurse deutscher Staatsanleihen stiegen kräftig. Der Bund-Future, wichtigster Terminkontrakt für Bundesanleihen, gewann ein halbes Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.848,03 | +1,42% |
| FAZ-INDEX | 1.526,72 | +1,43% |
| TecDAX | 778,36 | +0,73% |
| MDAX | 10.441,40 | +1,41% |
| SDAX | 5.048,27 | +1,17% |
| REX | 422,26 | −0,26% |
| Eurostoxx 50 | 2.520,31 | +1,24% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,56 | +1,37% |
| Dow Jones | 12.949,90 | +0,35% |
| Nasdaq 100 | 2.584,24 | −0,31% |
| S&P500 | 1.361,23 | +0,23% |
| Nikkei225 | 9.384,17 | +1,58% |
| EUR/USD | 1,3138 | +0,07% |
| Rohöl Brent Crude | 119,95 $ | −0,08% |
| Gold | 1.723,00 $ | +0,58% |
| Bund Future | 138,50 € | −0,16% |