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Hypothekenkrise Bush greift Amerikas Hausbesitzern unter die Arme

07.12.2007 ·  Die amerikanische Regierung hat ihren Notfallplan für ausfallbedrohte Immobilienkredite vorgelegt. So sollen die Zinssätze für bestimmte Kredite auf fünf Jahre eingefroren werden. Der Rettungsfonds für die Finanzinstitute fällt indes kleiner aus als erhofft.

Von Claus Tigges und Norbert Kuls
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Der Rettungsplan für amerikanische Hausbesitzer steht. Führende Banken des Landes haben sich unter der Moderation des Finanzministeriums in Washington darauf verständigt, die Zinsen für bestimmte Hypothekendarlehen für einige Jahre auf einem niedrigen Niveau einzufrieren. Auf diese Weise sollen Zehntausende von Hausbesitzern, die deutlich höhere monatliche Belastungen finanziell nicht verkraften könnten, vor der Zwangsversteigerung ihres Heims bewahrt werden.

Der Plan sieht vor, dass die niedrigen Einstiegszinsen bei Hypothekenkrediten an Schuldner mit geringer Bonität auf bis zu fünf Jahre festgeschrieben werden. Die Banken verzichten damit auf eine ursprünglich vereinbarte drastische Zinserhöhung, die bei diesen Hypotheken üblich war. Allerdings kommen nicht sämtliche Schuldner der sogenannten Subprime-Hypotheken in den Genuss des Rettungsplans. Voraussetzung für das Entgegenkommen der Gläubiger ist zum einen, dass die Hausbesitzer bisher ihre monatlichen Verpflichtungen erfüllt haben und nur den drohenden Anstieg nicht bewältigen könnten.

Wer in Verzug ist, kann die Hilfe nicht in Anspruch nehmen

Hausbesitzer, die mit ihren Zahlungen bereits in Verzug sind, können die Hilfe nicht in Anspruch nehmen. Das betrifft nach Angaben der Marktforschungsgesellschaft First American Loanperformance 22 Prozent aller Besitzer von Subprime-Hypotheken. Eine weitere Bedingung: Die Schuldner müssen in dem mit der Hypothek erworbenen Haus leben. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass auch Spekulanten von dem Angebot Gebrauch machen. Grundsätzlich greift der Rettungsplan nur für Hypotheken, die zwischen dem 1. Januar 2005 und dem 31. Juli dieses Jahres abgeschlossen wurden und deren Zinsen zwischen dem 1. Januar 2008 und dem 31. Juli 2010 heraufgesetzt werden würden.

Hypothekenbanken können zudem Schuldner, die ihrer Ansicht nach höhere Zinsen verkraften können, vom Hilfsprogramm ausschließen. Die Bank Barclays Capital schätzt, dass insgesamt nur rund 12 Prozent aller Subprime-Schuldner - etwa 240 000 Personen - in den Genuss der Hilfe kommen werden.

Sorge, dass die Krise zu einer Rezession führen könnte

Präsident Bush hat den Plan am Donnerstag offiziell vorgestellt. Die Hypothekenkrise ist bereits ein Thema im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf geworden. Schon jetzt wachsen die Sorgen, dass die Krise zu einer Rezession führen könnte. Höhere Zinssätze für Hypotheken belasten die Haushalte der amerikanischen Privatverbraucher, die 70 Prozent zum amerikanischen Konjunkturwachstum beitragen. Demokraten im Kongress und demokratische Präsidentschaftskandidaten haben den Rettungsplan als nicht weitreichend genug kritisiert. Senatorin Hillary Clinton, die aussichtsreichste Kandidatin im Feld der Demokraten, warf zudem Finanzmanagern an der Wall Street vor, Risikokredite forciert zu haben, die jetzt Mittelklassefamilien und die Konjunktur bedrohen.

Unterdessen stößt der Rettungsfonds für die geplante Stabilisierung des Kreditmarktes bei Finanzinstituten auf weniger Interesse als erhofft. Presseberichten zufolge wird der zunächst mit einem Volumen von 100 Milliarden Dollar geplante Fonds möglicherweise nur noch halb so groß ausfallen. Die drei größten amerikanischen Banken Citigroup, Bank of America und J.P. Morgan Chase hatten sich Mitte November auf eine Struktur für den Fonds geeinigt.

Die drei Banken wollten jeweils bis zu 10 Milliarden Dollar bereitstellen. Der Rest des Geldes sollte von anderen Kreditinstituten kommen. Angesichts der von der Hypothekenkrise ausgelösten Krise auf dem Kreditmarkt wollten die Betreiber den Fonds mit ausreichend Kapital ausstatten, um kreditbesicherte Wertpapiere aufzukaufen. Aufgrund der gestiegenen Zahl an Ausfällen bei Subprime-Hypotheken gibt es für diese Papiere, zu denen auch mit Immobiliendarlehen besicherte Anleihen gehören, kaum einen Markt mehr.

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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