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Hypotheken Attraktive Bauzinsen bei begrenztem Angebot

30.09.2011 ·  Die Konditionen für Immobilienkredite sind historisch günstig. Doch für die höhere Nachfrage gibt es vielerorts kein ausreichendes Angebot.

Von Markus Frühauf und Tim Höfinghoff
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Die Zinsen für Baugeld sind in den vergangenen Wochen weiter gefallen und befinden sich auf einem historischen Tief. Der effektive Jahreszins für einen zehnjährigen Hypothekenkredit liegt bei den zehn günstigsten Anbietern nach Angaben der FMH-Finanzberatung zwischen 3,04 und 3,34 Prozent. Laut Bundesverband deutscher Banken (BdB) ist Baugeld gegenwärtig zu einem Effektivzins von durchschnittlich weniger als 3,5 Prozent zu haben. Vor vier Jahren waren es noch mehr als 5 Prozent und im Jahr 2000 sogar 6,5 Prozent.

Das wegen der europäischen Staatsschuldenkrise noch immer unsichere Marktumfeld dürfte dafür sorgen, dass Baukredite weiterhin günstig bleiben. „Die Europäische Zentralbank hält die Zinsen niedrig und wird sie auch auf absehbare Zeit nicht erhöhen“, so eine BdB-Sprecherin. Der Verband der privaten Banken sieht derzeit auch kaum die Gefahr steigender Preise, zumal sich das Wirtschaftswachstum gerade verlangsame.

Das Gespenst der Inflation

Die Banken orientieren sich bei den Bauzinsen an der Renditeentwicklung der Bundesanleihen. Die durchschnittliche Umlaufrendite öffentlicher Anleihen ist seit Mitte April von 3,26 auf 1,73 Prozent gefallen. Die Banken finanzieren ihr Hypothekenkreditgeschäft im Wesentlichen über Pfandbriefe, die auf einem Deckungsstock aus Baudarlehen basieren. Diese gelten unter Anlegern als sehr sicher und haben zuletzt ähnlich wie Bundesanleihen Kursgewinne und entsprechend Renditerückgänge verzeichnet.

Inzwischen berichten die Banken über eine gestiegene Nachfrage nach Baugeld. Historisch niedrige Zinsen verbunden mit mittelfristigen Inflationsgefahren machen den kreditfinanzierten Immobilienkauf attraktiv. Denn das Gespenst der Inflation droht weiterhin und die Geldentwertung kennt einen Gewinner: den Schuldner. Inflation kann deshalb auch ein Ausweg für Staaten sein, ihre Schuldenlast über die Geldentwertung abzubauen.

„Die niedrigen Zinsen motivieren zum Kauf“, berichtet Jens Wohlfahrt, Mitglied der Geschäftsleitung für den Bereich Baufinanzierung bei der Deutschen Bank. Seinen Angaben zufolge hat Deutschlands größte Bank ihr Baufinanzierungsgeschäft in den ersten acht Monaten des Jahres 2011 um mehr als ein Fünftel gesteigert. Angaben zum Bestand macht die Deutsche Bank nicht. Nach den Statistiken der Bundesbank sind die Bestände der deutschen Banken an Wohnungsbaukrediten im ersten Halbjahr nur marginal gestiegen. Ende Juni waren es 1103 Milliarden Euro nach 1102 Milliarden Euro Ende 2010. Die 1100 Volks- und Raiffeisenbanken haben im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Anstieg der Wohnungsbaukredite von 4 Prozent auf 168 Milliarden Euro verzeichnet. Die Wachstumszahlen lesen sich angesichts der günstigen Konditionen und Aussichten nicht gerade beeindruckend.

Der Online-Vermittler für Hypothekenkredite, Interhyp, beobachtet zwar auch ein gestiegenes Interesse an Immobilien aufgrund der äußerst attraktiven Zinsen. „Allerdings steht diesem Interesse insbesondere in vielen Großstädten ein sehr eingeschränktes Angebot an attraktiven Immobilien gegenüber“, so ein Interhyp-Sprecher. Die hohe Nachfrage der Immobilienkäufer hat in vielen Teilen Deutschlands bereits dazu geführt, dass die Preise für Eigenheime, aber auch für Eigentumswohnungen in diesem Jahr erheblich zugelegt haben. Allen voran müssen Immobilienkäufer in Städten wie München, Hamburg oder auch in Berlin immer mehr zahlen, weil das Angebot knapper wird.

In ländlichen, wirtschaftsschwachen Regionen fallen dagegen vielerorts die Preise. Das betrifft etwa Städte wie Remscheid im Bergischen Land, aber auch im Harz und dem Bayerischen Wald geben die Preise nach. Aus Sicht der Immobilienkäufer bleiben die wirtschaftlich starken Ballungsräume in Deutschland und ihr Umland gefragt. Diese Regionen bieten viele Arbeitsplätze und verfügen über eine gute Dienstleistungsbranche. Aber auch Universitätsstädte sind als Immobilienstandorte weiterhin sehr begehrt.

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