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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Herabstufung möglich Moody's überprüft Spanien-Rating

 ·  Die Ratingagentur Moody's zeigt sich besorgt über den Finanzierungsbedarf Spaniens und die schlechte Verfassung einiger Kreditinstitute. Die Märkte reagieren nach einer ersten Verunsicherung gelassen.

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Die amerikanische Ratingagentur Moody's will die gegenwärtige Bewertung langfristiger spanischer Verbindlichkeiten mit der zweitbesten Note „AA1“ mit der Möglichkeit einer eventuellen Herabstufung überprüfen. Moody's zeigte sich über den Finanzierungsbedarf Spaniens und die schlechte Verfassung einiger Kreditinstitute besorgt. Der Druck auf diese Banken werde noch mindestens ein Jahr fortdauern, heißt es.

Die erste Reaktion der Finanzmärkte auf die Ankündigung bestand in spürbaren Kursverlusten für europäische Staatsanleihen und Aktien sowie dem Euro gegenüber dem Dollar. Im Verlauf des Nachmittags beruhigten sich die Märkte allerdings wieder. Die Rendite zehnjähriger spanischer Anleihen lag im späten Handel um 5 Basispunkte unter ihrem Stand von Dienstag von 5,4 Prozent. Die Renditen der meisten anderen Staatsanleihen legten etwas zu. Kaum verändert notierten auch die Preise für Kreditausfallderivate (CDS) auf europäische Staatsanleihen. Der Aktienindex Euro Stoxx 50 ermäßigte sich um ein halbes Prozent auf 2845 Punkte. Der Euro notierte mit 1,3350 Dollar nahezu unverändert.

Die Kursveränderungen blieben gering, weil Moody's gleichzeitig die Überzeugung äußerte, dass die Zahlungsfähigkeit Spaniens nicht gefährdet sei. Die Agentur erinnerte auch daran, dass die Kreditwürdigkeit Spaniens immer noch wesentlich höher bewertet werde als die einiger anderer europäischer Staaten. Die spanische Regierung will die staatliche Neuverschuldung von 11,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Jahr auf höchstens 3 Prozent des BIP im Jahr 2013 senken.

Portugals Schatzwechsel treffen auf lebhafte Nachfrage

Die Refinanzierungsbedingungen der spanischen Banken haben sich in den vergangenen Wochen etwas verbessert. Nach Angaben der Bank von Spanien nahmen die Kreditinstitute des Landes im November bei der Europäischen Zentralbank (EZB) im Tagesdurchschnitt 61,1 Milliarden Euro auf im Vergleich zu 67,9 Milliarden Euro Ende Oktober. Der Novemberwert entsprach 1,8 Prozent der Bilanzsumme der spanischen Banken im Vergleich zu 4 Prozent im Sommer und war damit so niedrig wie zuletzt im Herbst 2008. Nach den Schätzungen von Moody's dürfte sich der Eigenkapitalbedarf der spanischen Kreditwirtschaft je nach Szenario zwischen 25 und 90 Milliarden Euro bewegen.

Portugal emittierte am Mittwoch dreimonatige Schatzwechsel, die auf eine lebhafte Nachfrage trafen, aber sehr hoch verzinst werden mussten. Der Zins betrug 3,4 Prozent nach 1,8 Prozent bei der vorangegangen Auktion. Aus der Commerzbank war zu hören, man habe einen noch höheren Zins befürchtet, aber auch so sei der erhebliche Druck erkennbar, unter dem Portugal stehe.

Vom Anstieg der Renditen in den vergangenen Wochen sind Staatsanleihen aus nahezu allen Industrienationen betroffen, darunter mittlerweile auch Papiere aus Ländern wie der Schweiz oder den Niederlanden, die unter Anlegern als grundsolide gelten. Die Handelsumsätze im Anleihegeschäft wurden angesichts des nahenden Jahresende als niedrig bezeichnet. Viele Verkäufer wollen kurz vor dem Ultimo ihr Jahresergebnis nicht mehr verschlechtern, indem sie Papiere mit Verlust abgeben. Die Bank von Piräus schrieb in ihrem täglichen Marktkommentar von einem „schläfrigen“ Geschäft mit griechischen Staatsanleihen in Athen. Der durchschnittliche tägliche Umsatz beträgt dort seit Anfang Dezember gerade einmal 23 Millionen Euro.

Steigende Erwartungen an Konjunktur in den Vereinigten Staaten

Außerordentlich kräftig sind seit Anfang Dezember die Renditen für zehnjährige amerikanische Staatsanleihen gestiegen, auch wenn ihre Rendite in den vergangenen Tagen wieder leicht nachgegeben hat. Mit Renditen knapp unter 3,5 Prozent rentiert die amerikanische Staatsanleihe mittlerweile rund 40 Basispunkte über der deutschen Bundesanleihe. Der Renditeanstieg der vergangenen Wochen ist vor allem das Ergebnis zunehmender Erwartungen der Anleger auf einen nachhaltigen Aufschwung der Konjunktur in den Vereinigten Staaten, der möglicherweise Inflationsdruck zur Folge haben könnte.

Die Aussicht auf eine Fortschreibung von Steuererleichterungen durch Präsident Barack Obama und das Repräsentantenhaus trug zu diesen Erwartungen bei. Hinzu kommt, dass die Notenbank Fed offenbar weitaus weniger aggressiv Staatsanleihen ankaufen will als von einigen Marktteilnehmern erhofft.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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