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Griechische Staatsanleihen Kreditausfallversicherungen zahlen fast 80 Prozent des Nennwerts

 ·  Anleger mit Kreditausfallversicherungen auf griechische Anleihen können sich weitgehend schadlos halten. Im Schnitt sollen fast 80 Prozent des Nominalwerts der Papiere zurückerstattet werden.

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© dapd Unwetter über Griechenland? Der Erfolg der CDS wird als zweischneidiges Schwert am Markt gesehen

Das erste Mal in der jüngeren Geschichte wird in Europa aus Kreditausfallversicherungen für eine staatliche Umschuldung gezahlt. Am Montag wurde in einer vom Verband der Derivate-Händler (ISDA) angesetzten Auktion festgestellt, dass Gläubiger griechischer Staatsanleihen von Banken etwa 78,50 Cents je Euro erhalten, wenn sie sich mit sogenannten Credit-Default-Swaps (CDS) gegen Verluste aus der griechischen Umschuldung abgesichert hatten. In der Auktion wurde ein mittlerer Marktwert der alten Anleihen nach griechischem Recht von 21,50 Prozent des Nennwerts festgestellt. Insgesamt werden Netto-Zahlungen aus den CDS-Kontrakten von 3,362 Milliarden Dollar fällig - also ein Verlustausgleich von 2,64 Milliarden Dollar.

Mit Kreditausfallversicherungen vereinbaren zwei Marktteilnehmer miteinander, dass der Verkäufer der Versicherung für den Käufer praktisch das Ausfallrisiko der Staatsanleihe gegen Zahlung einer entsprechenden Prämie übernimmt. Zahlreiche Banken, vor allem auch deutsche Institute, müssen nun 78,50 Prozent ihrer Netto-Verbindlichkeiten aus CDS-Kontrakten an die Gläubiger bezahlen.

In dem von Athen erzwungenen Anleihetausch hatten Gläubiger alter griechischer Staatsanleihen einen Schuldenschnitt von 100 Milliarden Euro schultern müssen. Sie hatten neue Griechenlandanleihen erhalten, die 31,5 Prozent des Nennwertes der alten Anleihen deckten. Die Tatsache, dass Athen letztlich alle Gläubiger zum Anleihetausch zwang, löste an den Finanzmärkten die Fälligkeit der Kreditausfallversicherungen aus. Die jetzt erfolgreiche Nutzung der CDS wird am Markt als zweischneidiges Schwert gesehen. Einerseits zeigte die Auktion am Montag, dass das Instrument im Notfall selbst als Absicherung gegen einen Zahlungsausfall eines Staates in Europa greift. Dies signalisiert, dass es von Marktteilnehmern auch in Zukunft zur Absicherung von Ausfallrisiken europäischer Staatsschulden gehandelt werden kann.

Auf der anderen Seite könnte es aber auch Spekulanten antreiben, verstärkt mit CDS-Kontrakten auf das Wohl und Wehe von Schuldnern, und zwar auch von kleinen Staatsschuldnern, zu spekulieren. So können und werden einige Hedge-Fonds lange im Vorfeld billig Kreditausfallversicherungen kaufen, wenn sie davon ausgehen, dass sich die Bonität eines Staates auf Dauer verschlechtern wird und damit der CDS im Wert steigt. Später können die Spekulanten die CDS entsprechend teurer verkaufen, oder im Notfall bei einem Zahlungsausfall gar Geld einstreichen, ohne dass sie je ein bestehendes Anleiheportfolio abgesichert hätten.

Vor allem zu Beginn der europäischen Schuldenkrise war befürchtet worden, Hedge-Fonds beschleunigten die Schuldenkrise der Peripherieländer und führten über ihre Spekulationen am CDS-Markt sogar zur Unruhe an den Anleihemärkten. Aus dieser Zeit rührt auch die Forderung, die CDS-Kontrakte stärker zu regulieren.

Unterdessen sind die Preise für CDS-Kontrakte auf Portugal für einen Gläubiger mittlerweile auf 3,6 Millionen Dollar gestiegen, wenn er sich für fünf Jahre gegen einen Zahlungsausfall des portugiesischen Staates in Höhe von 10 Millionen Dollar absichern will. Vertreter von Banken, Ministerien und Unternehmertum, die Ende der vergangenen Woche zu den sogenannten Königswinter-Gesprächen zusammenfanden, wollten eine Umschuldung Portugals auf Dauer nicht mehr ausschließen. Ähnlich äußerte sich auch Mohamed El-Erian, Anlagestratege des von der Allianz geführten Vermögensverwalters Pimco. Seit Januar ist die Rendite zehnjähriger portugiesischer Staatsanleihen allerdings wieder von 18,29 auf 13,48 Prozent gesunken. Die neue griechische Anleihe mit 30 Jahren Laufzeit rentiert mit 15,04 Prozent.

Die Behauptung allerdings, an den Finanzmärkten werde es zu panischer Unruhe kommen, sollten die CDS-Kontrakte greifen, erfüllte sich bisher nicht. Allerdings haben sich die Marktteilnehmer, die aus CDS-Kontrakten netto zahlen müssen, seit gut einem Jahr auf das Risiko einstellen können, das aus den Kontrakten netto gezahlt werden muss. So betonten Nettoverkäufer wie die DZ Bank gegenüber dieser Zeitung, dass die Bank sich lang darauf eingestellt habe und die Risiken aus den CDS-Kontrakten abgesichert seien.

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