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Samstag, 18. Februar 2012
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Griechenland Unterstützung macht Anleihen attraktiv

16.03.2010 ·  Die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen sind immer noch hoch. Die Ausfallrisiken aber sind gesunken. Die Rating-Agentur Standard&Poor's hat jedenfalls die Bonitätsnote für Griechenland bestätigt.

Von Daniel Mohr
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Wer Griechenland für zehn Jahre Geld leiht, bekommt dafür momentan eine Rendite von 6,2 Prozent. Ein Finanzier der deutschen Staatsschuld erhält hingegen nur 3,2 Prozent. Ein Unterschied, den sich die Anleger nach Ansicht von Anleiheanalysten zunutze machen sollten. „Unter Chance-Risiko-Aspekten sind die griechischen Anleihen derzeit sehr attraktiv“, sagt Jens-Oliver Niklasch, Anleiheanalyst der Landesbank Baden-Württemberg.

Niklasch erwartet, dass auf dem aktuellen Renditeniveau die Nachfrage nach griechischen Anleihen deutlich erhöhen dürfte und die Kurse der Anleihen entsprechend steigen. „Im Herbst 2008 haben die Staaten eine Garantieerklärung für die Banken abgegeben, was zu einem erheblichen Rückgang der Risikoaufschläge für Bankanleihen geführt hat“, sagt Niklasch. „Eine solche Entwicklung ist nach den verschiedenen Ankündigungen der anderen Euroländer, Griechenland zu unterstützen, auch für griechische Anleihen zu erwarten.“

Zinsen für deutsche Staatsanleihen dürften steigen

Bislang hat sich der Risikoaufschlag für griechische Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit gegenüber entsprechenden Bundesanleihen von fast 4 Prozentpunkten Ende Januar auf rund 3 Prozentpunkte verringert. Gleichwohl zahlen die Griechen für Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit mit 6,2 Prozent deutlich mehr als der nach ausstehendem Anleihevolumen gewichtete Durchschnitt des Euro-Raums mit 3,7 Prozent.

Niklasch rechnet mit einer Bewegung von beiden Seiten hin zu diesem Durchschnitt: „Die schlechten Risiken werden durch die guten Risiken gestützt.“ Deutschland, das als der solideste Schuldner im Euro-Raum gilt und mit 3,2 Prozent den geringsten Zins für Papiere mit zehn Jahren Laufzeit zahlen muss, würde als größte Volkswirtschaft die höchsten Belastungen aus den Unterstützungszusagen für Griechenland tragen müssen. „Die Zinsen auf deutsche Staatsanleihen sollten in Relation zu den anderen Euro-Ländern daher steigen.“

Ausfallrisiko gering

Für besonders attraktiv halten Analysten momentan kurzlaufende griechische Papiere. Während deutsche Anleihen mit zwei Jahren Laufzeit nur eine Rendite von 1,03 Prozent abwerfen, bieten entsprechende griechische Papiere 4,59 Prozent. „Von den absoluten Stress-Levels hat sich der Markt zwar entfernt, das Niveau ist aber immer noch sehr hoch“, sagt David Schnautz, Anleiheanalyst der Commerzbank. „Die Anleger lassen ziemlich viel Rendite liegen, wenn sie nur in den Kern-Euro-Ländern investieren.“

Schnautz verweist auf die Iren, deren Renditeaufschläge nach den Hochs im Frühjahr 2009 nun auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr gesunken sind. „Das zeigt die Richtung, in die es auch bei den griechischen Papieren gehen dürfte.“ Das Ausfallrisiko griechischer Anleihen hält Schnautz nach den zahlreichen Unterstützungserklärungen für äußerst gering. Die Ratingagentur Standard&Poor's bestätigte am Dienstag zudem das Rating für Griechenland mit „BBB+“ und nahm das Land von der Beobachtungsliste für eine Herabstufung, gab aber einen negativen Ausblick.

Warten auf neue Emissionen

„Die Risikoaufschläge sinken zwar seit ein paar Wochen, der Markt wartet aber noch ab, bis die Griechen ihre Finanzierung im April und Mai geregelt haben“, sagt Schnautz. In diesen Monaten werden griechische Staatsanleihen mit einem Volumen von mehr als 22 Milliarden Euro fällig. Es ist deshalb mit der Emission weiterer Staatsanleihen wahrscheinlich noch vor Ostern zu rechnen.

Zuletzt hatten die Griechen im März eine Anleihe im Volumen von 5 Milliarden Euro und zehn Jahren Laufzeit plaziert. Sie war dreifach überzeichnet. Derzeit notiert die Anleihe auf 100,64 Prozent. „Der Erfolg der Anleihe, verbunden mit dem Kursgewinn seit der Emission, stimmt optimistisch, dass auch die weiteren Anleihen am Markt untergebracht werden können“, sagt Schnautz. Dann dürften die Risikoaufschläge für griechische Anleihen nochmals deutlich zurückgehen. Schnautz vermutet, dass noch bis Ende nächster Woche eine Anleihe im Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro und einer Laufzeit von drei Jahren plaziert werden wird.

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17.02.2012 22:03 Uhr
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Eurostoxx 50 2.520,31 +1,24%
F.A.Z. EURO INDEX 81,56 +1,37%
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