http://www.faz.net/-gv6-756jj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.12.2012, 12:32 Uhr

Griechenland Hedgefonds verdient halbe Milliarde Dollar mit  Anleihenrückkauf 

Der Hedgefonds Third Point hat mit dem Rückkaufprogramm für griechische Staatsanleihen rund eine halbe Milliarde Dollar verdient. Andere Investoren scheinen jetzt aufzuspringen.

von
© dapd Gute Spürnasen dürfen sich auch mal auf ihren Lorbeeren ausruhen

Einer der bekanntesten Hedge-Fonds der Welt hatte den richtigen Riecher. 500 Millionen Dollar verdiente der von Daniel Loeb geleitete Third Point damit, dass er eine Milliarde Dollar in Staatsanleihen Griechenlands in Erwartung des Schuldenrückkaufs investierte und nun einen Großteil wieder an den griechischen Staat zurück verkaufte. Das berichtet die Financial Times.

Martin Hock Folgen:

Loeb sei damit aber einer der wenigen Manager, die an der Schuldenkrise verdient hätten, schreibt das Blatt. Der Manager habe die Papiere für durchschnittlich 17 Prozent des Nominalwerts gekauft. Beim Rückkauf gab es jetzt 33 Prozent.

Mehr zum Thema

Anleihenkurs steigen nach Rating-Heraufstufung

Nachdem die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) am Dienstag die Bewertung auf „B- „ mit einem stabilen Ausblick angehoben hat, verzeichnen diese nun starke Kursgewinne. Zehnjährige griechische Papiere ziehen am Mittwoch in der Spitze um 1,69 auf 46,53 Punkte an. Im Gegenzug sank die Rendite auf 12,408 Prozent nach 12,890 Prozent im New Yorker Vortagesgeschäft..

S&P begründet den Schritt mit der starken Entschlossenheit der Euro-Länder, Griechenland im gemeinsamen Währungsraum zu halten. Zudem verwiesen sie auf die Sparanstrengungen der Regierung in Athen

Nachahmer dürften es schwerer haben

Nach Ansicht von LBBW-Volkswirt Jens-Oliver Niklasch hat sich die fundamentale Lage in Griechenland jedoch kaum aufgehellt. „Auch nach dem Schuldenrückkauf dürfte der Schuldenstand des Landes bei rund 160 Prozent des BIP liegen. Die Schuldentragfähigkeit ist damit noch nicht gegeben“, schreibt der Analyst in einem Kommentar.

Ein möglicher Kurstreiber könnten Spekulationen auf weitere Rückkaufprogramme sein. Je höher die Kurse aber steigen, desto weniger wahrscheinlich werden diese. Sollten sich Spekulationen zerschlagen, könnte ein Kurssturz drohen. In jedem Fall lehrt die Erfahrung, dass in diesem Fall den Mutigen die Welt gehört. Wer jetzt spekuliert, dürfte - wenn überhaupt - weit weniger verdienen als Daniel Loeb.

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Investmentfonds Hohe Mittelabflüsse aus Hedgefonds

15 Milliarden Dollar wurden im ersten Quartal aus Hedgefonds abgezogen. Hauptgrund ist wohl das Missverhältnis zwischen hohen Gebühren und schwacher Wertentwicklung. Mehr Von Martin Hock

21.04.2016, 14:51 Uhr | Finanzen
Video Trübe Aussichten für die Commerzbank

Für das laufende Jahr hat die Commerzbank ein großes Fragezeichen hinter den erhofften Milliardengewinn gesetzt. Auf seiner letzten Hauptversammlung übte der scheidende Vorstand Martin Blessing abermals Kritik an der Geldpolitik der EZB. Mehr

21.04.2016, 09:04 Uhr | Finanzen
Staatsanleihen Argentinien muss hohe Zinsen zahlen

Die neuen Staatsanleihen Argentiniens waren sehr begehrt. Nicht zuletzt wohl wegen hoher Zinsen. Mehr

19.04.2016, 18:29 Uhr | Finanzen
Börsen im Aufwind Warum Anlagestrategen optimistisch für die Aktienmärkte sind

Nach Ansicht von Experten soll sich der Aufschwung an den Aktienmärkten weiter fortsetzen - angetrieben von der lockeren Geldpolitik der EZB. Konjunktur und Unternehmensgewinne dürften eher positiv überraschen. Mehr Von Daniel Mohr

22.04.2016, 08:14 Uhr | Finanzen
Plötzlich Hausse Finanzaufsicht prüft Kursanstieg der Volkswagen-Aktie

Der Aktienkurs von Volkswagen haussiert seit Mittwoch. Das hat jetzt die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan gerufen. Mehr

21.04.2016, 10:41 Uhr | Finanzen
Wertpapiersuche
Zinsen