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Griechenland-Anleihen Viele Privatanleger sind gekniffen

Viele Privatanleger dürften sich über das Rückkaufangebot des griechischen Staates für seine Anleihen mehr ärgern als freuen. Denn sie haben davon eher Schaden als Nutzen.

© AFP Vergrößern Für viele Privatanleger ist das Rückkaufangebot nur griechisches Papier

Das Angebot des griechischen Staates zum Anleihenrückkauf, das am Montag veröffentlicht wurde, geht an einer großen Zahl der deutschen Privatanleger vorbei. Das hochverschuldete Land bietet zwar überraschend gute Konditionen, doch gilt dies nur für Gläubiger, die mindestens einen Nominalwert von 1000 Euro einer bestimmten Anleihe anbieten können. Da aber im erzwungenen Umtausch im März die Anleger eine Vielzahl von Anleihen in geringen Stückelungen erhielten, erfüllen die wenigsten dieses Kriterium.

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Die meisten Kunden hielten Nominalwerte zwischen 30 und 144 Euro, heißt es etwa beim Online-Broker Comdirect. Positionen mit ausreichenden Volumina halte lediglich eine niedrige dreistellige Anzahl der Kunden, heißt es auch von der DAB Bank. Um einen Nominalwert von 1000 Euro an einer Umtauschanleihe zu erreichen, mussten Anleger einen Nominalwert von mehr als 60.000 Euro an Alt-Anleihen besitzen. Zudem hätten viele Kunden schon früher Positionen abgebaut, heißt es von der Comdirect.

Handel ausgesetzt

Doch dies war nicht der einzige Grund, warum die Inhaber griechischer Staatsanleihen zumindest vorübergehend im Regen standen. Denn vom starken Kursanstieg, den das Angebot am Montagvormittag auslöste, konnten sie ebenfalls wenig profitieren. Schon am Montagmittag wurden die Anleihen an den deutschen Börsen vom Handel ausgesetzt. Auch außerbörslich war der Handel nicht für alle Privatanleger möglich, da etwa die Comdirect die Ordererfassung nicht ermöglichte. Am Mittwoch wird sich das wohl ändern. So wird an der Börse Stuttgart, dem wichtigsten Handelsplatz für Privatanleger, wieder gehandelt.

Besitzer von Kleinststückelungen griechischer Anleihen könnten diese dann zum Teil wieder zu Vorzugskonditionen abstoßen. So verzichtet die Comdirect bei einem Wert von weniger als 100 Euro auf ihre Provision. Die DAB Bank bietet den Verkauf noch bis zum Jahresende ganz kostenlos an.

Was dann mit den Kursen passiert, ist zwar noch offen. Es erscheint aber plausibel, davon auszugehen, dass diese erst einmal nachgeben. Im besten Fall werden Investoren, die auf ein weiteres Rückkaufangebot spekulieren, günstig kleine Stückelungen der Anleihen einzusammeln. Doch dürften sie dafür einen deutlichen Abschlag verlangen.

Anlegerschützer warnen vor steuerlichen und rechtlichen Nachteilen

Nicht für alle Privatanleger ist das Rückkaufprogramm jedoch obsolet. So beziffert die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) das durchschnittliche Anlagevolumen der in der von ihr initiierten Interessenvertretung „Arbeitsgemeinschaft Griechenland Anleihen“ (AGA) zusammengeschlossenen Anleger auf 25.000 Euro.

Die DSW rät allerdings von der Annahme des Angebots ab, da dieses nicht wirklich attraktiv sei. Der griechische Staat bietet zwischen 30 und 40 Prozent des Nominalwerts. Das ist zwar mehr als erwartet, aber wenig für Anleger, die schon erhebliche Einbußen hinnehmen mussten.

Grundsätzlich sollten Anleger nur dann verkaufen, wenn aktueller Finanzbedarf bestehe, sagt DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Anleger verlören womöglich durch Verkauf der Papiere die Klageberechtigung, weil dies als nachträgliche Zustimmung zum Zwangsumtausch gewertet werden könne.

Im Falle eines Verkaufs müssten die Inhaber der Umtauschanleihen auch mit den steuerlichen Folgen leben können. Steuerlich gälten die durch Zwangsumtausch bezogenen Papiere als Finanzinnovationen. Im günstigen Fall werde dabei die Differenz zwischen Verkaufserlös und Einstandspreis versteuert. Wenn kein Einstandskurs eingebucht wurde, werde der gesamte Verkaufserlös steuerwirksam.

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Quelle: FAZ.NET

 
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