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GMAC Rettungspaket könnte einzige Hoffnung sein

25.09.2008 ·  Die Anleihen der Finanzsparte des angeschlagenen Autobauers General Motors, GMAC, stehen schon lange unter Druck. Dieser hat sich in den vergangenen Tagen deutlich erhöht. Das bevorstehende Rettungspaket der Regierung scheint vielen die letzte Hoffnung zu sein.

Von Martin Hock
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Nachdem in den vereinigten Staaten sogar Investmentbanken bankrott gehen können, haben sich die Sorgen der Gläubiger der Automobilkonzerne gleichfalls erhöht. Noch größer sind sie, wenn es Unternehmen betrifft, die mit beiden Sektoren in Verbindung stehen - wie etwa die Finanzierungstochter von General Motors, kurz GMAC genannt.

Seit Jahresbeginn 2007 stehen die Anleihen des Unternehmens unter Druck. Der Kurs der vergleichsweise stark gehandelten im September 2009 fälligen mit 4,75 Prozent verzinsten Rente etwa ist um 30 Prozent seitdem eingebrochen, die Rendite von 4,9 Prozent auf über 48 Prozent gestiegen. Ähnlich die 2011 fällige Anleihe, deren Rendite von einst 5,1 auf 43,8 Prozent gestiegen ist.

Falsch expandiert

In den vergangenen Tagen hat sich der Abwärtstrend beschleunigt, nachdem die Ratingagentur Fitch die Bonität der Mutter General Motors auf „CCC“ herabgestuft hatte, als diese angekündigt hatte, eine verbliebene Kreditlinie von 3,5 Milliarden Dollar in Anspruch zu nehmen.

Denn GMAC befindet sich in schwerer Bedrängnis, und so, meint etwa David Lykken von der Beratungsfirma Mortgage Banking Solutions, ist der Einschluss in das in Diskussion befindliche Rettungspaket der amerikanischen Regierung für bedrängte Banken wahrscheinlich die einzige Option, die dem Unternehmen noch verbleibt.

Der ursprünglich reine Autofinanzierer hatte im Zuge des schwächelnden Automarktes in den seinerzeit boomenden Hypothekenmarkt expandiert und kämpft nun mit beiden Problemen. Vor allem die Hypothekentochter Residential Capital belastet. Diese machte im zweiten Quartal einen Verlust von 1,9 Milliarden Dollar, insgesamt sind in den vergangen vier Quartalen Verluste von 5,4 Milliarden Dollar aufgelaufen.

Hypotheken zehren alles auf

Das Eigenkapital des Unternehmens schrumpft bereits seit 2005. Dabei nimmt sich das Absinken der Eigenkapitalquote auf zuletzt 5,4 Prozent gegenüber den Vorjahren nicht so dramatisch aus. Das liegt aber nicht zuletzt daran, dass die Bilanzsumme seit 2004 schrumpft.

Grund sind die hohen Abschreibungen: Zwei Drittel der Vermögenswerte sind Forderungen aus Geschäfts- und Verbraucherkrediten einschließlich eben der Hypothekendarlehen. Residential Capital, einst der zwölftgrößte Kreditgeber für Schuldner schlechter Bonität (Subprime) hat mittlerweile 7,2 Milliarden Dollar verloren und damit alle Gewinne aus anderen Sparten mehr als aufgezehrt, obwohl es mit Vermögenswerten von 65 Milliarden Dollar der kleinere Unternehmensteil ist.

Der Versuch, sich von der Hypothekensparte zu trennen, verläuft nicht glatt. So hatte GMAC im Dezember 2006 mit Bradford & Bingley, dem größten britischen Kreditgeber für gewerbliche Immobilienkredite, vereinbart, an die Briten insgesamt 2,1 Milliarden an britischen Hypotheken bis Ende 2009 zu verkaufen. Jetzt sind diese selbst in Bedrängnis und werden nur noch ein Volumen von rund 750 Millionen Pfund abnehmen. GMAC hat 5.000 Angestellte von Residential entlassen, seine Hausverwaltungstochter verkauft und alle 200 Hypothekenkreditbüros geschlossen.

Wette auf das Rettungspaket

Bis Ende 2009 muss GMAC Anleihen im Volumen von 12 Milliarden Dollar tilgen, 2010 weitere 6 Milliarden. Zwar konnte das Unternehmen in der vergangenen Woche eine Refinanzierung mit der Citigroup vereinbaren, doch ist die zur Verfügung gestellte Kreditlinie von 21,4 Milliarden Dollar im Vorjahr auf nunmehr 13,8 Milliarden Dollar gesunken.

Luft könnte auch das geplante Hilfspaket für die Automobilbauer bringen, aber ob dies ausreichen würde, um die Verluste aus dem Hypothekengeschäft abzudecken, ist fraglich. Julian Mann, Verwalter von forderungsbesicherten Renten beim Vermögensverwalter First Pacific Advisors, zieht ein eindeutiges Fazit: „Wer immer diese Anleihen kauft, wettet auf das Rettungspaket und auf nichts anderes“.

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

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