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Geldpolitik Fed steuert auf Lockerung im September zu

 ·  Eine Mehrheit im entscheidenden Gremium der amerikanischen Notenbank tendiert zum abermaligen Ankauf von Anleihen. Sie halten ein „recht baldige“ Lockerung der Geldpolitik für angebracht.

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Die amerikanische Zentralbank Federal Reserve steht vor einer weiteren Lockerung der Geldpolitik wahrscheinlich während der Sitzung des Offenmarktausschusses am 12. und 13. September. Dieser Eindruck verfestigt sich unter Volkswirten und Analysten, nachdem die Zentralbank am Mittwoch das Protokoll der Beratungen von Ende Juli/Anfang August veröffentlicht hatte. Danach halten viele Mitglieder des entscheidenden Offenmarktausschusses eine „recht baldige“ Lockerung der Geldpolitik für angebracht, wenn die Wirtschaft sich nicht kräftiger erholt. Das ist der bislang stärkste Hinweis der Federal Reserve auf eine abermalige dritte Lockerungsrunde („QE3“).

Die Hoffnung auf mehr Anleihekäufe durch die Fed stützte die Aktienmärke zunächst, später gaben die Kurse nach. Der Dollar verlor nach der Veröffentlichung. Ein Euro kostete am Donnerstag knapp 1,26 Dollar. Der Goldpreis zog an.

Stärkung beim Häusermarkt, hohe Arbeitslosenquote

„Viele Mitglieder des Offenmarktausschusses urteilten, dass eine weitere Lockerung wahrscheinlich recht bald geboten sei, wenn nicht hereinkommende Informationen auf eine substantielle und nachhaltige Beschleunigung der wirtschaftlichen Erholung hindeuteten“, heißt es in dem Protokoll. Damit legt die Fed die Messlatte hoch für eine reine Beibehaltung des bisherigen geldpolitischen Kurses. Seit der Sitzung Anfang August deuteten manche Wirtschaftsdaten auf eine gewisse Stärkung der Konjunktur gerade am Häusermarkt hin. Die Arbeitslosenquote aber stieg auf 8,3 Prozent, und die Fed hat wenig Hoffnung, dass diese bis Jahresende 2014 unter 8 Prozent sinken werde. Inflationsrisiken sieht der Offenmarktausschuss derzeit nicht.

Der Präsident der Fed von St. Louis, James Bullard, warnte am Donnerstag, dass eine Lockerung nicht direkt bevorstehen müsse. Wenn, wie er es erwarte, das Wachstum auf 2 Prozent oder ein wenig mehr wieder anziehen werde, sei das aus seiner Sicht gut genug, um die Geldpolitik nicht zu ändern, erklärte Bullard, der erst im kommenden Jahr wieder stimmberechtigt ist. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft - auf ein Jahr hochgerechnet - um 1,5 Prozent gewachsen. Nach einer Bloomberg-Umfrage erwarten Volkswirte eine Beschleunigung auf 1,8 Prozent im dritten und auf 2,1 Prozent im vierten Quartal.

Dritte Lockerungsstufe kommt

Als nahezu sicher gilt unter Volkswirten, dass die Fed im September den Zeitraum längen wird, für den sie einen „ausgesprochen niedrigen Leitzins“ verspricht. Als Option steht dabei auch im Raum, die Zusage zu stärken und eine sehr stützende Geldpolitik auch für den Fall zuzusichern, dass die wirtschaftliche Erholung Fortschritte mache.

Die wichtigere Frage aber ist, ob die Fed sich im September zu einem neuen Ankaufprogramm für Anleihen entschließen wird. Die Ökonomen von GoldmanSachs und Unicredit sehen eine mehr als fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit, dass es zu „QE3“ kommen wird. Sie erwarten dies aber erst um den Jahreswechsel. Martin Schwerdtfeger von der TDBank dagegen hält September nicht für ausgeschlossen, weil eine Lockerung erst im Oktober zu nahe an der Präsidentenwahl im November liege.

Neues Ankaufprogramm für wirtschaftliche Erholung

Der Nutzen und die Kosten eines weiteren Ankaufs von Anleihen sind dabei im Offenmarktausschuss nach wie vor umstritten. Der Präsident der Fed von Dallas, Richard Fisher, hatte erst vergangene Woche bezweifelt, dass die bisherigen quantitativen Lockerungsrunden besonders effektiv gewesen seien. Die Kritiker sind in der Fed aber in der Minderheit und derzeit auch nicht stimmberechtigt. Viele Mitglieder des Offenmarktausschusses waren Anfang August der Meinung, dass ein neues Ankaufprogramm die wirtschaftliche Erholung stützen könne.

Die Geldpolitiker diskutieren auch noch darüber, ob ein möglicher Ankauf Staatsanleihen oder Hypothekenpapiere umfassen sollte, um besonders den Immobilienmarkt zu stützen. In der ersten Runde quantitativer Lockerungen auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008/2009 hatte die Federal Reserve auch Hypothekenpapiere angekauft, seither aber davon Abstand genommen.

Andere Optionen zu einer geldpolitischen Lockerung liegen auf dem Tisch, scheinen aber nur wenig Zuspruch im Offenmarktausschuss zu finden. Eine Reduzierung des Zinssatzes auf die bei der Zentralbank eingelegten Reserven wurde vorgeschlagen. Die Fed will aber erst einmal schauen, wie die Senkung des Einlagenzinssatzes der Europäischen Zentralbank auf null Prozent im Juli auf die Märkte wirkt. Einige Mitglieder zeigen auch Interesse für das Programm der Bank von England, die speziell Liquidität für Kredite bereitstellt. 

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Jahrgang 1965, Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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