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Geldanlage Westeuropäer vertrauen immer noch am liebsten auf das Sparbuch

06.12.2004 ·  Die Westeuropäer bevorzugen nach wie vor risikoarme Sparanlagen. Was die Vermögenslage betrifft, sind die Amerikaner, wie ein GfK Investmentbarometer zeigt, eindeutiger Spitzenreiter. Die Deutschen landen unter ferner liefen.

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Westeuropäer sind bei der Geldanlage weiterhin vorsichtig und horten ihr Vermögen am liebsten auf dem Sparbuch - allerdings mit abnehmender Tendenz.

52 Prozent der westeuropäischen Privatanleger setzen derzeit noch auf Sparanlagen, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervorgeht. Vor einem halben Jahr waren es demnach noch 59 Prozent. An zweiter Stelle der Anlageformen folgten Lebensversicherungen und Pensionskassen mit 39 Prozent. Im Frühjahr 2004 waren das noch 45 Prozent.

Aktien in Europa immer unbeliebter

Immer weniger Sparer verlassen sich demnach in Westeuropa auf Aktien, was in der Studie mit der vorsichtigen Haltung gegenüber der wirtschaftlichen Entwicklung zu begründen versucht wird: Während vor sechs Monaten noch knapp ein Viertel der Befragten angegeben habe, solche Anlagepapiere zu besitzen, seien es jetzt nur noch 18 Prozent, teilte die GfK-Abteilung für Verbraucherforschung mit.

Damit ist die Anzahl der Aktienbesitzer seit der ersten Umfragewelle im Frühjahr 2002, als sich noch 31 Prozent zu Aktienbesitz bekannten, kontinuierlich zurückgegangen. In den Vereinigten Staaten hätten dagegen mehr als 60 Prozent der Anleger in Aktien investiert.

Was die Vermögenslage betrifft, stehen die Amerikaner den Angaben zufolge im internationalen Vergleich unangefochten an der Spitze: Jeder zweite amerikanische Bürger gab der Studie zufolge an, Vermögenswerte über 50.000 Dollar zu besitzen - 14 Prozent mehr als noch vor einem halben Jahr.

Deutsche bei Vermögenslage nur im hinteren Bereich

In Westeuropa belegen demnach die Schweizer den ersten Platz, von denen 38 Prozent (minus drei Prozentpunkte) Vermögenswerte von mehr als 50.000 Euro angegeben hätten. Mit etwas Abstand folgen die Belgier, von denen mit 28 Prozent der Befragten angeben, mehr als 50.000 Euro Privatvermögen zu besitzen, im Frühjahr dieses Jahres waren es noch fünf Prozent weniger. Länderübergreifend hätten 15 Prozent der Westeuropäer mehr als 50.000 Euro Privatvermögen angesammelt.

Am unteren Ende des westeuropäischen Rankings waren Deutschland und Frankreich angesiedelt: Lediglich sieben Prozent der Deutschen und acht Prozent der Franzosen haben demnach mehr als 50.000 Euro angespart, hieß es in der Studie. Weniger, nämlich zwei Prozent, seien es nur in Zentral- und Osteuropa. Durchschnittlich zwei Prozent der Bevölkerung geben an, über ein Anlagevermögen von über 25.000 Euro zu verfügen, wobei die Slowenen und Türken mit jeweils 13 Prozent überdurchschnittlich viel Vermögen angespart haben.

Mit dem Alter sinkt die Risikobereitschaft

In den meisten Ländern steigt mit dem Alter der Sparer auch deren angespartes Vermögen. Durchschnittlich geben 20 Prozent der Westeuropäer über 50 Jahren an, mehr als 50.000 Euro Privatvermögen zu besitzen. Bei den 30- bis 49-jährigen sind dies elf Prozent und unter den 14- bis 29-jährigen acht Prozent. Eine Ausnahme bildet Slowenien: hier geben 16 Prozent der Befragten zwischen 30 und 49 Jahren an, mehr als 25.000 Euro auf der hohen Kante zu haben, bei den Slowenen ab 50 Jahren besitzt nur jeder Zehnte ein solches Vermögen. Deutschland und Frankreich bilden im westeuropäischen Vergleich bei den Sparern zwischen 30 und 49 Jahren das Schlusslicht: Gerade einmal vier Prozent der Privatanleger beziffern ihr gespartes Vermögen auf über 50.000 Euro.

Daß mit dem Alter auch die Bereitschaft, in naher Zukunft auf risikoreichere Anlageformen zu setzen, sinkt, zeigen die Antworten auf die Frage, wie der Westeuropäer 50.000 Euro, wenn er sie zur freien Verfügung hätte, auf verschiedene Anlageformen verteilen würde. Lediglich jeder Fünfte der über 50jährigen würde Geld in Aktien oder aktienbasierte Fonds investieren. Bei den Befragten zwischen 30 und 49 Jahren liegt dieser Anteil bei 26 Prozent, bei den jungen Sparern bis 29 Jahren sogar bei über 30 Prozent.

Für das Investmentbarometer im Auftrag der Tageszeitung „The Wall Street Journal Europe“ wurden nach GfK-Angaben im September und Oktober mehr als 14.000 Menschen in 18 Ländern befragt.

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