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Geldanlage Anleihen vor Aktien

13.09.2006 ·  Aktien leicht untergewichten, Anleihen dagegen übergewichten - das empfiehlt die Dresdner Bank derzeit Privatanlegern. Die Kapitalmarktforscher der Bank sehen ein abflauendes Wachstum der Weltwirtschaft bei fortgesetztem inflationären Preisdruck.

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Die Dresdner Bank empfiehlt ihren Kunden zur Zeit eine eher defensive Anlagestrategie. Die aktuelle Lage sei durch abflauendes Wachstum der Weltwirtschaft bei fortgesetztem inflationären Preisdruck gekennzeichnet, sagte Herbert Berger, der Leiter der Kapitalmarktforschung bei der Dresdner Bank.

In diesem Umfeld sollten Privatanleger Aktien leicht untergewichten, Anleihen dagegen übergewichten. Für alternative Investments wie Rohstoffe und Immobilien erscheine ihm eine neutrale Gewichtung angezeigt. Wie Holger Boschke, der Chief Investment Officer der Dresdner Bank dazu erläuterte, sind die konkreten Gewichte der einzelnen Anlagekategorien von der Risikobereitschaft des jeweiligen Kunden, dessen Anlagezielen und seinem Alter abhängig.

Begrenzter Spielraum für Kursgewinne am Aktienmarkt

Die Wachstumsrisiken gingen derzeit vor allem von der Abkühlung am amerikanischen Immobilienmarkt aus, sagte Berger. Diese könne zu einer Schwächung der Konsumnachfrage führen, des Motors der zurückliegenden globalen Hochkonjunktur. Gleichzeitig dürften die Notenbanken in Europa und Asien ihre Leitzinsen in nächster Zeit weiter anheben, um die Inflation einzudämmen. Für die Unternehmen werde es in solch einem Umfeld schwieriger, höhere Kosten auf die Verbraucherpreise abzuwälzen. In der Tendenz schrumpften deshalb ihre Gewinnmargen. Das aber begrenze den Spielraum für Kursgewinne am Aktienmarkt.

Bei Aktien sollten Anleger deshalb defensive Titel bevorzugen, zum Beispiel aus den Segmenten Telekommunikation, nichtzyklische Konsumgüter und Pharma, empfiehlt Berger. Dabei gewichtet er Aktien aus Europa und Amerika neutral; für Inhaberpapiere aus Japan und Asien empfiehlt er eine leichte Übergewichtung und für die übrigen Schwellenmärkte eine leichte Untergewichtung. Energie-Aktien - von Erdöl über Erdgas bis hin zu alternativen Energiequellen - sind nach Einschätzung Bergers längerfristig interessant. Bis Jahresende sieht er den Preis für das Barrel Rohöl allerdings bis auf rund 60 Dollar fallen, weshalb er Ölaktien kurzfristig nicht für aussichtsreich hält.

Wechselkursrisiko absichern

An den Anleihemärkten sieht Berger besonders gute Chancen in Amerika und Großbritannien. Allerdings müsse dabei das Wechselkursrisiko abgesichert werden. Denn wegen des hohen amerikanischen Leistungsbilanzdefizits dürfte der Dollar an Wert verlieren, der Euro dadurch auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten auf 1,35 bis 1,38 Dollar steigen.

Euro-Anleihen gewichtet Berger neutral und begründet dies mit den zunehmenden Spekulationen, daß der Euro-Leitzins auch im kommenden Jahr weiter steigen dürfte. Generell sollten sich die Anleger vorzugsweise in erstklassigen Staatsanleihen engagieren, Unternehmensanleihen - trotz ihrer etwas höheren Renditen - hingegen meiden. Zur Beimischung empfiehlt Berger vor allem Gold, dem er gute Chancen auf Preissteigerungen beimißt, ferner Immobilien. Auch Dach-Hedge-Fonds sollten beigemischt werden, da sie die Ertragsschwankungen eines Portefeuilles dämpfen könnten.

Quelle: bf., F.A.Z., 14.09.2006, Nr. 214 / Seite 20
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