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Geld- & Rentenmärkte Kaum Entspannung am Geldmarkt

13.10.2008 ·  Der Aktionsplan der europäischen Regierungen und der Europäischen Zentralbank ist mit Erleichterung, aber auch mit einer abwartenden Haltung aufgenommen worden. Trotz des Aktionsplans haben sich die Zinsen am Geldmarkt kaum verringert.

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Der Aktionsplan der europäischen Regierungen und der Europäischen Zentralbank (EZB) ist am Montag an den Finanzmärkten mit Erleichterung, aber auch mit einer gewissen abwartenden Haltung aufgenommen worden. Während die Aktienmärkte sehr positiv reagierten, zeigte sich am Euro-Geldmarkt noch keine nennenswerte Entspannung.

Unterdessen kündigte die amerikanische Notenbank Federal Reserve an, im Rahmen ihrer Swap-Vereinbarung mit mehreren großen Notenbanken künftig Dollar praktisch in unbegrenzter Höhe bereitzustellen. Die Federal Reserve, die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank von England und die Schweizer Nationalbank können den Banken am Geldmarkt nun zusätzliche Dollar-Mittel zu einem Festzins mit Laufzeiten von einer Woche, einem Monat und drei Monaten zur Verfügung stellen.

Kapital- und Liquiditätsausstattung der Banken sollen gestärkt werden

Die politischen Rettungsmaßnahmen, die derzeit von den Regierungen ergriffen werden, sind Hilfestellungen, um die Kapital- und Liquiditätsausstattung der Banken zu stärken. Dies ist Voraussetzung, damit den Banken am freien Geld- und Kapitalmarkt wieder Vertrauen von den Marktteilnehmern entgegengebracht wird und sie sich letztlich wieder eigenständig finanzieren können. Am Montag war von diesem Vertrauen am Geldmarkt allerdings noch nicht viel zu spüren. Zwar sind die Geldmarktsätze für Tagesgeld in den Währungen Euro, Dollar und Pfund weiter gesunken. Mit 3,775 Prozent lag der Zins für Euro-Tagesgeld am Montag wieder nahe dem Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) von 3,75 Prozent. Doch gaben die Geldmarktsätze für Laufzeiten von einem Monat, drei Monaten oder länger in allen drei Währungen am Montag nur marginal nach. Der Libor-Satz für Euro-Dreimonatsgeld lag wieder bei 5,298 Prozent, für Dollar bei 4,75 Prozent und für Pfund bei 6,27 Prozent.

Es sei nicht überraschend, dass sich die Zinssätze bei den längeren Laufzeiten nur langsam nach unten bewegt hätten, erläuterten Geldhändler. Denn viele Banken scheuten weiterhin davor zurück, Liquidität längerfristig auszuleihen. Der Grund: Keine Bank weiß, ob nicht ein großer Kunde in einer Woche oder in einem Monat eine vor langem eingeräumte Kreditlinie in Anspruch nimmt, was für die betreffende Bank auf einen Abfluss an Liquidität hinauslaufen würde. Angesichts der allgemeinen Liquiditätsnöte müsste die Bank in solch einem Fall befürchten, sich die abgeflossene Liquidität nicht über den Geldmarkt von anderen Banken zurückleihen zu können. Viele Banken horteten deshalb auch nach Ankündigung des Aktionsplans weiterhin Liquidität. In die gleiche Richtung wirke die Sorge, zur Rettung einer Bank viel Liquidität bereitstellen zu müssen - wie unlängst bei der Hypo Real Estate.

Umsätze mit längerlaufenden Kontrakten im Interbankenhandel gering

Dementsprechend seien die Umsätze mit längerlaufenden Kontrakten im Interbankenhandel am Montag weiterhin sehr gering gewesen, berichteten Geldmarkthändler. Es werde noch Tage, wenn nicht Wochen dauern, bis wieder Normalität einkehre. Vor Anfang kommender Woche werde keine markante Änderung am Geldmarkt erwartet.

Als Teil des Aktionsplans hat die EZB zugesagt zu prüfen, bei Kreditgeschäften künftig auch sogenannte Commercial Paper (CP) als Pfand zu akzeptieren. Als Commercial Paper werden kurzlaufende Wertpapiere bezeichnet, die Unternehmen auflegen. Meist beträgt die Laufzeit nur einige Wochen oder Monate. Viele Unternehmen beschaffen sich über die Ausgabe solcher Wertpapiere kurzfristiges Geld, das sie zur Aufrechterhaltung ihres Betriebs benötigen. Die amerikanische Notenbank Fed hatte in der vergangenen Woche ein Programm aufgelegt, "Commercial Paper" über eine neuzugründende Zweckgesellschaft anzukaufen. Der EZB ist solch ein direkter Ankauf aufgrund ihrer Statuten verwehrt, doch denkt sie offenbar darüber nach, bei Geschäften mit Banken weitere Gattungen von Wertpapieren als Pfand zu akzeptieren.

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