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Finanzmärkte Schulden bedrohen Aufschwung, warnt Bond-Guru Bill Gross

03.02.2004 ·  Mit Bill Gross warnt ein einflußreicher Fondsmanager vor der Verschuldung Amerikas. Er empfiehlt inflationsgeschützte Anleihen, Rohstoffe und Immobilien. Denn „das Spiel ist aus, wenn die Zinsen steigen“.

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Die Schuldenlast Amerikas dürfte das Wirtschaftswachstum abwürgen, wenn die Federal Reserve Bank beginnt, die Zinsen anzuheben, warnt Bill Gross. Der Fondsmanager verwaltet bei der Allianz-Tochtergesellschaft Pacific Investment Management Co. (Pimco) den größten Anleihefonds der Welt.

"Falls die Zinsen steigen, wird der Schuldendienst für die steigenden Verbindlichkeiten schließlich wehtun", schrieb Gross in seinem monatlichen Marktkommentar. "Die Kreditnehmer müssen real mehr zahlen, und das hat gleichermaßen Auswirkungen auf den Konsum, den Bau und Kauf von Immobilien, die Investitionen der Unternehmen und das Haushaltsdefizit."

Amerika am Anfang einer Schuldenspirale

Die Vereinigten Staaten wollen von Januar bis März die Rekordsumme von netto 177 Milliarden Dollar aufnehmen, um das Rekord-Haushaltsdefizit zu finanzieren. Der Fehlbetrag dürfte im laufenden Haushaltsjahr auf 521 Milliarden Dollar anschwellen. "500 Milliarden Dollar dürften erst der Anfang sein, wenn wir tatsächlich auf den Mond, zum Mars und noch weiter vorstoßen wollen", schrieb Gross.

Gross verwaltet den 74 Milliarden Dollar schweren Total Return Fund bei Pimco, der für die vergangenen zwölf Monate auf einen Ertrag von 5,9 Prozent kommt. Gross empfiehlt inflationsgeschützte amerikanische Staatsanleihen, sogenannt TIPS, zum Kauf, sowie andere Anlagen, die von Preissteigerungen profitieren, wie Rohstoffe und Immobilien.

Angesichts des steigenden Defizits hat die amerikanische Regierung häufiger Anleihen aufgelegt und bei ihren vierteljährlichen Emissionsterminen neben fünf- und zehnjährigen auch dreijährige Papiere auf den Markt gebracht. Am Mittwoch wird das Finanzministerium ankündigen, in der nächsten Woche Anleihen im Volumen von 58 Milliarden Dollar aufzulegen, erwarten fünf Primärhändler, die direkt mit der Federal Reserve Bank in New York Geschäfte machen. Außerdem gehen sie davon aus, daß am Mittwoch eine inflationsgeschützte Anleihe mit einer Laufzeit von 20 Jahren eingeführt wird.

„Das Spiel ist aus, wenn die Zinsen steigen“

"Wessen Fehler es auch immer ist - ob Pimco, weil wir die Anleihen kaufen, oder Greenspan, weil er die Verschuldung abgesegnet hat, wir sind an einem Punkt, wo es jede Menge Schulden gibt", schrieb Gross. "Das kann niemand bestreiten."
Der Fondsmanager führte aus: "Wir sind von Schulden abhängig, wir sind eine finanzbasierte Wirtschaft". Weil eine solche Wirtschaft "von mehr und mehr billigem Geld abhängig ist, um zu florieren, ist das Spiel aus", wenn die Zinsen steigen.

Die amerikanischen Leitzinsen liegen seit Juni bei einem Prozent, das ist der niedrigste Stand seit 58 Jahren. Die Rendite der amerikanischen Benchmarkanleihe mit Fälligkeit 2013 ist im Januar auf ein Dreieinhalbmonatstief bei 3,92 Prozent gefallen. Am Dienstag lag sie bei 4,11 Prozent. Die wirtschaftliche Lage ist nicht so, daß "wir es uns leisten können, die Konjunktur mit einem kräftigen Zinsanstieg niederzuprügeln", resümierte Gross.

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