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Finanzmärkte Führungswechsel bei der Ratingagentur S&P

31.08.2007 ·  An der Spitze von Standard & Poor's kommt es zu einem Wechsel. Er stehe in keinem Zusammenhang mit den aktuellen Turbulenzen an den Kreditmärkten, heißt es zwar. Es dürfte jedoch im Kern um die Herstellung der Glaubwürdigkeit gehen.

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An der Spitze von Standard & Poor's kommt es zu einem Wechsel. Deven Sharma wird neuer Präsident der Ratingagentur und löst Kathleen Corbet ab. Der 52- jährige arbeitet seit dem Jahr 2002 bei McGraw-Hill, der Muttergesellschaft von S&P, und war bislang für Investment Services und den weltweiten Verkauf zuständig.

Sharmas Hintergrund liegt weniger im Finanzmarktbereich als in den Bereichen Strategie und Beratung. Vor McGraw-Hill war er vierzehn Jahre bei der Unternehmensberatung Booz, Allen & Hamilton tätig. Er beriet als Partner Unternehmen in Fragen der strategischen Ausrichtung, der Markenpositionierung und des Vertriebsmanagements.

Ratingagenturen sind in die Kritik geraten

In einem Interview in New York sagte Unternehmenssprecher Steven Weiss, der Wechsel an der Spitze des Unternehmens stehe in keinem Zusammenhang mit den aktuellen Turbulenzen an den Kreditmärkten. Standard & Poor's und andere Ratingagenturen sind in die Kritik geraten, weil sie die Bonitätsbewertungen von Anleihen, die mit Subprime-Darlehen besichert sind, bis Juli nicht gesenkt haben. Zu diesem Zeitpunkt notierten einige Anleihen nur noch bei 50 Cent je Dollar Nominalwert.

„Das Geschäft der Ratingagenturen ist an einem Wendepunkt angekommen“, sagt Joshua Rosner, Geschäftsführer der Investmentanalysegesellschaft Graham Fisher & Co. in New York. Rosner ist Koautor einer Studie, die herausfand, dass Ratingagenturen die Risiken von Subprime-Hypothekenanleihen unterschätzt haben. „Wir werden möglicherweise weitere personelle und strukturelle Veränderungen bei den Ratingagenturen sehen“, so Rosner weiter.

Glaubwürdigkeit von Standard & Poor's erlitt Dämpfer

Die Glaubwürdigkeit von Standard & Poor's erlitt in der vergangenen Woche einen weiteren Dämpfer. Binnen eines Tages stufte sie die Bonität zweier mit Subprime-Darlehen unterlegter Wertpapiere von der Top-Note „AAA“ auf den Status von Junkbonds herab. Die von Solent Capital Partners LLP in London und von Avendis Group in Genf emittierten Papiere mit einem Volumen von 3,2 Milliarden Dollar (2,34 Milliarden Euro) wurden in einem Zug um bis zu 17 Stufen von „extrem solide“ auf „akut anfällig für Kreditausfall“ herabgestuft.

An der Börse sind die Aktien der Ratingagenturen unter Druck geraten. Anleger befürchten ein rückläufiges Geschäft bei der Bonitätsbeurteilung neuer Anleihen sowie Schadenersatzklagen von Investoren, die Geld mit Subprime-Anleihen verloren haben. Die Aktie von McGraw Hill, dem Eigentümer von Standard & Poor's, hat seit Jahresbeginn 26 Prozent an Wert eingebüsst. Am Donnerstag schloss sie ein Prozent leichter bei 50,27 Dollar. Für Moody's, Konzernmutter des Konkurrenten Moody's Investor Service, ging es am Donnerstag 2,1 Prozent abwärts auf 45,09 Dollar. Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs 35 Prozent gefallen.

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