04.09.2006 · Bei so genannten nachrangigen Anlagen droht im schlimmsten Fall Totalverlust - Experten raten zur Vorsicht. Anleger sollten die Angebote genau prüfen.
Anleger sollten bei einigen aktuellen Zinsschnäppchen vorsichtig sein. Mehrere deutsche und ausländische Kreditinstitute bieten derzeit attraktive Anlagen mit einer so genannten Nachrangabrede an, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ) berichtet. Sie locken mit hohen Zinsen, doch Anleger sollten die Angebote genau prüfen, denn im schlimmsten Fall droht ihnen der Totalverlust.
So offeriert eine türkisch-niederländische Bank derzeit satte 4,75 Prozent bei einer Festanlage ab 2.600 Euro für sechs Jahre, und bei zehn Jahren sind sogar sechs Prozent drin. Allerdings handelt es sich dabei nicht um ein Sparkonto, sondern um eine nachrangige Einlage.
Nachrangabrede: Im Konkursfall ziemlich sicher gar nichts
Geldanlagen mit Nachrangabrede lassen sich nicht mit herkömmlichen Sparformen wie Festgeld oder Sparbrief vergleichen, auch wenn es während der Laufzeit eine feste Verzinsung gibt. Denn im Fall einer Bankpleite sind die Kunden von der Einlagensicherung des Kreditinstituts ausgenommen. „Das ist zwar nicht gerade anlegerfreundlich, aber juristisch korrekt“, sagt VZ-Finanzexperte Thomas Bieler.
Im Konkursfall werden zunächst die „normalen“ Gläubiger wie Eigentümer von Sparanlagen und Lieferanten bedient. „Während die herkömmlichen Anleger von der Einlagensicherung profitieren und die Eigentümer von Inhaberschuldverschreibungen zumindest auf einen Teil ihres Geldes hoffen können, gehen die nachrangigen Gläubiger im schlimmsten Fall komplett leer aus“, sagt Bieler.
Auch zahlreiche deutsche Institute locken mit nachrangigen Produkten, die meist als „Kapitalbriefe“ angeboten werden. So offeriert die PSD-Bank Nord 4,14 Prozent Zinsen bei fünfjähriger Laufzeit und die Von Essen Bankgesellschaft bietet bei zehnjähriger Laufzeit fünf Prozent und weist zugleich darauf hin, daß „kein Schutz durch den Einlagensicherungsfonds“ besteht. Auch viele Sparkassen haben entsprechende Produkte im Angebot.
Attraktive Zinsangebote ohne Einschränkung
„Anleger sollten solche Angebote nur nutzen, wenn sie von der Kreditwürdigkeit des Instituts überzeugt sind“, sagt Karin Baur vom Magazin „Finanztest“ der Stiftung Warentest. Insbesondere bei kleineren Banken sei eine Insolvent nicht auszuschließen, während sie beispielsweise bei Sparkassen durch die so genannte Institutssicherung nicht zu befürchten sei. Außerdem gebe es derzeit viele attraktive Sparangebote auch ohne solche Einschränkungen, bei denen die Konditionen teilweise sogar noch besser seien, sagt Baur.
Nach einer Marktübersicht von „Finanztest“ wird beispielsweise für Tagesgeld derzeit bis zu 3,3 Prozent geboten. Bei herkömmlichen Festgeldanlagen mit einjähriger Laufzeit sind bis zu 3,8 Prozent drin, und bei fünfjähriger Laufzeit sind es bis zu 4,5 Prozent.
Einige dieser Angebote stammen von ausländischen Anbietern. Hier sollten Anleger darauf achten, daß die Einlagen durch die niederländischen, luxemburgischen oder österreichischen Einlagensicherungsfonds gedeckt sind. In Deutschland sind die Anlagen durch die freiwilligen Einrichtungen der privaten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken praktisch ohne Limit abgesichert. Eine Ausnahme bilden einige kleine Kreditinstitute, die lediglich über den gesetzlichen Mindestschutz verfügen. Hier sind pro Kunde 90 Prozent des Anlagebetrags gedeckt, maximal aber 20.000 Euro.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.788,80 | +0,59% |
| FAZ-INDEX | 1.515,08 | +0,60% |
| TecDAX | 773,23 | −0,05% |
| MDAX | 10.356,30 | +0,39% |
| SDAX | 5.020,58 | +1,11% |
| REX | 421,13 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.522,34 | +0,37% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,31 | +0,42% |
| Dow Jones | 12.890,50 | +0,05% |
| Nasdaq 100 | 2.563,93 | +0,72% |
| S&P500 | 1.351,95 | +0,15% |
| Nikkei225 | 9.002,24 | −0,15% |
| EUR/USD | 1,3286 | +0,28% |
| Rohöl Brent Crude | 118,70 $ | +0,72% |
| Gold | 1.746,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 137,23 € | −0,37% |