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Baufinanzierung

Festgeld Fünf Prozent für zehn Jahre

Es gibt noch Banken, die hohe Zinsen zahlen. Die niederländische NIBC Direct zum Beispiel. Doch die Bank gehört nicht der deutschen Einlagensicherung an. Müssen Anleger ein Risiko wie bei der Kaupthing Bank fürchten?

© F.A.Z. - Tobias Schmitt Vergrößern Die Anlage bei der Kaupthing Bank wurde für viele deutsche Sparer zum Albtraum

Die Mischung ist brisant: Hohe Festgeldzinsen, unbekannter Bankname und ausländische Einlagensicherung. Das gab es schon einmal - bei der isländischen Kaupthing Bank. Die musste im vergangenen Jahr zwangsverstaatlicht werden. Und die deutschen Kunden, die sich von Kaupthing locken ließen, warten immer noch auf die Rückzahlung ihres Geldes. Jetzt wirbt wieder eine unbekannte Auslandsbank um deutsche Kunden: die NIBC Direct.

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Im September wurde sie in den Niederlanden gegründet, seit Februar ist sie auch in Deutschland aktiv. Allerdings nur im Internet, ohne Filialen. Ein Girokonto bietet sie nicht, dafür aber Tages- und Festgeld. Und wieder sind die Zinsen fast unschlagbar hoch. 4,8 Prozent zahlt das niederländische Institut für Tagesgeld, für Festgeld mit einem Jahr Laufzeit gibt es sogar 5,05 Prozent. Und selbst wer sein Geld lange anlegen will, bekommt noch hohe Zinsen. Für drei Jahre fließen 5,2 Prozent, für fünf und zehn Jahre 5,25 Prozent.

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Fast unschlagbar

Die Konkurrenz sieht da alt aus. Höhere Zinsen bietet zwar das Wertpapierhandelshaus Accessio, früher Driver & Bengsch, mit 6,5 Prozent. Aber nur für drei Monate, nur für Neukunden und nur bis maximal 25.000 Euro. Andernfalls werden nur 2 Prozent bezahlt. Die Online-Broker Cortal Consors und die DAB Bank locken mit 6 Prozent. Aber nur für maximal sechs Monate und nur, wenn der Kunde ein Depot zu diesen Banken überträgt.

Die NIBC Direct kennt diese Einschränkungen nicht. Und für Zeiträume von mehr als 12 Monaten ist ihre Zinshöhe fast unschlagbar. Da kann keine Bundesanleihe mithalten, allenfalls Firmenanleihen bieten noch etwas mehr.

Großaktionär ist J. C. Flowers

Doch müssen Anleger auch ein Risiko wie bei der Kaupthing Bank fürchten? Auf den ersten Blick scheint es so. Denn die NIBC Bank, die Muttergesellschaft des Internetablegers NIBC Direct, hat sich mit Hypothekenkrediten verspekuliert und musste dreistellige Millionensummen abschreiben. Der Verkauf - ausgerechnet an die Kaupthing Bank - scheiterte. Doch seitdem verkleinert die NIBC die riskanten Positionen in der Bilanz kontinuierlich. Im Jahresabschluss für 2008 sprang noch ein kleiner Nachsteuergewinn von 93 Millionen Euro heraus. Das ist ein Rückgang um 61 Prozent. Aber anders als Kaupthing glänzt die Bank mit einer hohen Kernkapitalquote von 13,5 Prozent. Viele Banken haben derzeit weniger.

Das Geschäftsmodell ist nur durchschnittlich riskant, das große Rad dreht die Bank derzeit nicht. NIBC ist eine auf mittelständische Unternehmen, auch aus Deutschland, fokussierte holländische Geschäftsbank. Großaktionär ist J. C. Flowers, der auch Anteilseigner der hochverschuldeten Hypo Real Estate ist. Er will sich von seinem Anteil an NIBC trennen, hat aber nach der Absage von Kaupthing noch keinen neuen Käufer.

Nicht mehr als 20.000 Euro

NIBC Direct hat noch eine weitere Ähnlichkeit mit der isländischen Bank: Sie gehört nicht der deutschen Einlagensicherung an, sondern einer ausländischen - in diesem Fall der niederländischen. Bis Oktober 2009 sind noch Einlagen in Höhe von 100.000 Euro garantiert, danach aber nur die niederländischen 20.000 Euro, auch wenn das von NIBC Direct nur im Kleingedruckten erwähnt wird. Eine europaweite Anhebung auf 50.000 Euro ist geplant, aber noch nicht beschlossen.

Wer sein Geld dieser Bank über Oktober dieses Jahres hinaus anvertrauen will, sollte darum nicht mehr als 20.000 Euro anlegen. Denn niemand weiß genau, wie viele riskante Papiere NIBC noch in der Bilanz schlummern hat und ob weitere Abschreibungen die Bank noch ins Trudeln bringen können. Jede Summe über 20.000 Euro wäre dann in Gefahr.

Quelle: F.A.S.

 
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Veröffentlicht: 07.03.2009, 22:43 Uhr

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