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Eurokrise Schuldenrückkauf: Griechenland-Anleihen werden teurer

 ·  Mit einem Schuldenrückkauf will Griechenland sein Budget entlasten. Jetzt hat das Land die Bedingungen für den Rückkauf veröffentlicht. Das Manöver soll demnach 30 Milliarden Euro bringen. Die Kurse griechischer Anleihen stiegen sprunghaft an.

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Griechenland hat am Montag die Bedingungen für seinen geplanten Schuldenrückkauf veröffentlicht. Den Haltern verschiedener Staatspapiere mit langen Laufzeiten werden Angebote von 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Wertes gemacht. Die Offerte endet am Freitagnachmittag (7.12.). Dies teilte die zuständige staatliche Behörde PDMA mit.

Die Kurse von griechischen Anleihen reagierten mit massiven Gewinnen auf die Veröffentlichung der Details zum geplanten Anleiherückkauf. Der Kurs für richtungsweisende Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg am Montagvormittag innerhalb weniger Minuten um etwa 10 Prozent. Das höchste Kursgebot lag im freien Handel bei 40,45 Punkten. Am frühen Morgen hatte der Kurs zehnjähriger Griechenland-Anleihen noch bei 35,78 Punkten gelegen.

Im Gegenzug gingen entsprechend die Renditen für griechische Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stark zurück. Im Vormittagshandel rutschte die Rendite von 15,93 Prozent auf 14,22 Prozent und erreichte damit den tiefsten Stand seit August 2011.

Entschuldung durch Anleiherückkauf ist wichtige Voraussetzung für Hilfspaket

Die Aktion ist wichtiger Bestandteil eines Milliarden-Pakets an Maßnahmen, um Griechenland in den kommenden Jahren zusätzlich finanziell zu unterstützen. Ihr Erfolg ist entscheidend dafür, dass dieses Hilfspaket der internationalen Geldgeber auch umgesetzt werden kann. Am späten Montagnachmittag will der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras seine Amtskollegen der Eurogruppe in Brüssel über die Details informieren. „Wir werden am Freitag wissen, wie das Ganze gelaufen ist. Hier herrscht Spannung“, sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa nach der Veröffentlichung des Athener Angebots.

Für den Schuldenrückkauf wird eine Summe von bis zu rund 10 Milliarden Euro angepeilt. Damit würde Griechenland nach Schätzungen von Experten eine Schuldenlast von bis zu 30 Milliarden Euro loswerden. Zuletzt hielten Privatanleger griechische Staatsanleihen im Volumen von etwa 62 Milliarden Euro.

Griechische Finanzinstitute dürften an Rückkaufprogramm teilnehmen

Etwas mehr als die Hälfte davon befindet sich in den Händen von Banken und Anlegern in Ausland. Es gilt als sicher, dass die griechischen Finanzinstitute, die rund 15 Milliarden Euro halten, an dem Rückkaufprogramm teilnehmen werden. In Athen wird jedoch befürchtet, dass ausländische Privatanleger wie Hedge-Fonds in Erwartung höherer Gewinne das Angebot nicht annehmen werden. Finanzminister Stournaras hatte für diesen Fall in der vergangenen Woche über einen „Plan B“ gesprochen, dessen Details er aber nicht bekanntgab.

Als Verfahren wurde eine modifizierte holländische Auktion gewählt. Dabei müssen Investoren ihre Preisvorstellung offenlegen, bevor das Kaufangebot unterbreitet wird. Den Zuschlag erhalten die Gläubiger mit den höchsten Geboten. Griechenland will mit dem Kauf eigener Staatsanleihen vom Preisverfall der Papiere auf dem Markt profitieren.

Euro-Finanzminister sprechen über Schuldenrückkauf Griechenlands

Die Euro-Finanzminister kommen heute zusammen, um über den griechischen Schuldenrückkauf. Die rund zehn Milliarden Euro für den Schuldenrückkauf werden aus dem laufenden Programm finanziert, eventuell auch über eine Vorfinanzierung durch den Rettungsfonds EFSF.

Die Ergebnisse der Rückkaufaktion werden Mitte Dezember erwartet. Dann wollen die Euro-Finanzminister - voraussichtlich am 13. Dezember - und der Internationale Währungsfonds (IWF) über die Auszahlung weiterer Hilfen von rund 44 Milliarden Euro aus dem laufenden Rettungspaket entscheiden.

Spanische Banken und Zypern sind weitere Themen

Die Euro-Finanzminister werden bei ihrem Treffen auch über das geplante Hilfsprogramm von etwa 17,5 Milliarden Euro für den Inselstaat Zypern beraten. Mit endgültigen Beschlüssen ist aber nicht zu rechen, da ein wichtiges Gutachten zur Lage des angeschlagenen Bankensektors noch fehlt. Weiteres Thema der Abendsitzung sind Milliardenhilfen für spanische Krisenbanken.

Nach den Worten von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sind für die Rettung von vier Geldhäusern, darunter die Großbank Bankia, insgesamt 37 Milliarden Euro nötig. Das Geld soll vom Euro-Rettungsschirm ESM kommen und an den staatlichen spanischen Bankenrettungsfonds Frob fließen.

Auch Portugal will niedrigere Zinsen

Diskutiert werden dürften auch Forderungen Portugals nach niedrigeren Zinsen für die Hilfskredite aus dem Rettungsschirm EFSF. Nach den Erleichterungen für Griechenland pocht auch Lissabon abermals auf ähnliche Zugeständnisse.

Zur Sprache kommen wird auch die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Rettungsfonds EFSF und ESM durch die amerikanische Ratingagentur Moody’s.

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