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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Eurokrise Irland kehrt erfolgreich an Kapitalmarkt zurück

 ·  Erfolgreich verlief die erste Anleihenemission Irlands nach fast zweijähriger Abstinenz vom Kapitalmarkt. Die Zinsen für Spanien stiegen indes weiter.

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Irland ist am Donnerstag mit einem vorsichtigen Gehversuch an den Kapitalmarkt zurückgekehrt. Die staatliche Schuldenagentur NTMA plazierte erfolgreich Geldmarktpapiere mit einer kurzen Laufzeit von drei Monaten im Volumen von 500 Millionen Euro. Irland muss dafür Zinsen von 1,8 Prozent zahlen. Das ist weniger als die großen Krisenländer Spanien und Italien in dieser Laufzeit bieten müssen. Mit dem Interesse der Anleger war die NTMA zufrieden. Die Anleihe war 2,8 fach überzeichnet.

„Wir sind ermutigt von der starken Nachfrage, den wettbewerbsfähigen Zinssatz das internationale Interesse an dieser heutigen Auktion“, sagte der Vorstandschef der Agentur, John Corrigan. „Dennoch ist uns auch bewusst, dass dies erst der erste Schritt ist auf dem Weg zu unserem Ziel, vollen Zugang zu den Kapitalmärkten zu erlangen.“

Dennoch Risiken für Haushaltskonsolidierung

Irland war im Herbst 2010 als erstes Land unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft und hatte Kreditzusagen in Höhe von 67,5 Milliarden Euro von der Europäischen Zentralbank, vom Internationalen Währungsfonds und von der EU erhalten. Seitdem hatte Irland keine neuen Schulden mehr am Markt aufgenommen. Im Januar hatte es bereits einen erfolgreichen Versuch gegeben, als die Laufzeit einer Staatsanleihe verlängert werden konnte.

Dirk Gojny von der National-Bank Essen sieht dennoch einige Risiken für den Erfolg der Haushaltskonsolidierung. Zum einen gehe die Wachstumsschwäche des Euroraums nicht spurlos an Irland vorüber. Daher sei es dem Land genehmigt worden, einen Teil der (geplanten) Erträge aus Privatisierungen für die Stützung der wirtschaftlichen Aktivität zu nutzen. Zum anderen müssen die Reformen im Finanzdienstleistungssektor weiter vorangetrieben werden.

Spanien muss dagegen abermals höhere Zinsen in Kauf nehmen. Zwar konnte das Land wie geplant drei Milliarden Euro mit Laufzeiten von 3, 4 und 10 Jahren plazieren, betrug die Rendite im richtungweisenden Zehnjahresbereich 6,43 Prozent. Am 7. Juni waren es noch 6,04 Prozent gewesen. Auch in den kürzeren Laufzeiten bleiben die Zinsen auf kritischer Höhe.

Irland: Kerndaten 2011
  • EU-Mitglied: seit 1973
  • Einwohner: 4,6 Millionen
  • Bruttoinlandsprodukt: 156,4 Milliarden Euro
  • Wirtschaftswachstum: 0,7 Prozent
  • Arbeitslosenquote: 14,2 Prozent
  • Hahshaltsdefizit: 13,1 Prozent
  • Schuldenstand: 108,2 Prozent des BIP (169 Milliarden Euro)
  • Zugesagte Kredite aus dem Euro-Rettungsschirm und dem IWF: 85 Milliarden Euro
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