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Durchatmen am Geldmarkt Banken zahlen EZB in aller Ruhe 442 Milliarden Euro

01.07.2010 ·  Die Banken des Euro-Systems haben am Donnerstag 442 Milliarden Euro an die EZB zurückgezahlt, die sie vor einem Jahr beim ersten und bisher größten langfristigen Finanzierungsgeschäft geliehen hatten. Verwerfungen blieben aus.

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Die Banken des Euro-Systems haben am Donnerstag 442 Milliarden Euro an die EZB zurückgezahlt, die sie vor einem Jahr beim ersten und bisher größten langfristigen Finanzierungsgeschäft geliehen hatten. Entgegen der Befürchtung mancher Banken kam es dabei zu keinen Verwerfungen auf dem Geldmarkt.

Als positives Zeichen werteten Analysten außerdem, dass sich die Banken bei einem kurzfristigen Überbrückungsgeschäft nur relativ wenig Geld von der Europäischen Zentralbank (EZB) liehen. 78 Banken verschafften sich 111 Milliarden Euro zum Leitzins von einem Prozent.

Überschussliquidität verringert sich um 165 Milliarden Euro

Am Vortag hatten sich die Banken bei einem dreimonatigen Finanzierungsgeschäft 132 Milliarden Euro geliehen. Zählt man die Auswirkungen weiterer Geschäfte dieser Woche hinzu, sind dem Bankensystem 277 Milliarden Euro zugeflossen und durch die große und viel beachtete Rückzahlung am Donnerstag 442 Milliarden Euro abgeflossen. Dadurch verringerte sich die Überschussliquidität um rund 165 Milliarden Euro.

Auf einem funktionierenden Markt helfen sich die Banken untereinander mit Geld aus. Die Zentralbank stellt jeweils nur so viel Liquidität zur Verfügung, wie das System unbedingt benötigt. Seit Beginn der Finanzkrise ist der Ausgleich unter den Banken jedoch gestört. Banken, die über zu viel Geld verfügen, reichen es nicht mehr weiter oder verweigern zumindest manchen anderen Banken, denen sie misstrauen, den Kredit. Deshalb verleiht die EZB seit zwei Jahren so viel Geld zum Leitzins, wie die Banken wünschen, und das auch noch mit längeren Fristen. Ergebnis dieser Liquiditätshilfen ist, dass im Bankensystem mehr Geld vorhanden ist, als die Banken zur Erfüllung ihrer Mindestreservepflichten benötigen.

Diese überschüssige Liquidität, die zum Teil aus Vorsichtsgründen, zum Teil aus Misstrauen gegenüber den Konkurrenten gehalten wird, ist in den vergangenen Wochen stark gestiegen, zeitweise auf mehr als 300 Milliarden Euro. Durch den Netto-Abfluss in dieser Woche ist der Wert um rund 165 Milliarden Euro gefallen. Analysten der Banken werten dies als gutes Zeichen, das auf eine bessere Funktionsfähigkeit des immer noch gestörten Geldmarktes deutet.

Bundesbank warnt vor verfrühter Euphorie

"Insgesamt zeigt sich, dass die europäischen Banken nicht mehr mit dem Rücken zur Wand stehen", sagte Karsten Junius, Ökonom bei der Deka-Bank. Die Bundesbank warnte jedoch vor verfrühter Euphorie. Ihr Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler sagte in Frankfurt, die Lage an den Finanzmärkten sei noch angespannt. "Wenn auch der Geldmarkt in Deutschland hiervon kaum betroffen ist, ist dies doch ein Zeichen von Unsicherheit und gesunkenem Vertrauen zwischen Kreditinstituten des Euroraums."

Der Rückgang der Überschussliquidität führte in den vergangenen Tagen zu einem Anstieg der Zinsen, die Banken untereinander für Leihegeschäfte mit Zeiträumen von einem bis zwölf Monaten berechnen, berichtete ein Frankfurter Geldhändler. Zudem war vor der Rückzahlung des Zwölfmonatstenders am Donnerstag und der gleichzeitigen kurzfristigen Ausleihung der Satz für Tagesgeld stark gestiegen. Am Morgen forderten Banken einen Jahreszins von 0,55 Prozent, wenn sie ihr Geld für einen Tag an einen Konkurrenten ausliehen. Am Vortag waren sogar Sätze von bis zu 0,8 Prozent genannt worden. Unmittelbar nach dem bekannt geworden war, dass die Banken den Kurzfristtender mit 111 Milliarden Euro in Anspruch genommen hatten, sei der Tagesgeldsatz auf 0,3 Prozent gefallen, hieß es im Handel. Das entspricht dem üblichen Niveau der vergangenen Wochen und Monate.

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31.05.2012 21:39 Uhr
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