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Aktualisiert: 14.12.2016, 21:27 Uhr

Erstmals nach einem Jahr Amerikanische Notenbank hebt Leitzins an

Erstmals nach der Wahl von Trump hat die amerikanischen Notenbank den Leitzins angehoben – um 0,25 Prozentpunkte. Nach dem Willen von Fed-Chefin Janet Yellen soll es dabei nicht bleiben.

von , Washington
© AP Fed-Vorsitzende Janet Yellen

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve hat wie erwartet in ihrer letzten Sitzung des Jahres die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die Zinsen für die kurzfristigen Ausleihungen zwischen Banken zur Reservehaltung werden damit in die Bandbreite zwischen 0,5 und 0,75 Prozent gehievt, ein historisch immer noch niedriges Niveau. Es ist erst die zweite Leitzinserhöhung der Federal Reserve innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Nach Jahren des Nullzinses war die Zinswende in der Dezembersitzung des Vorjahres eingeleitet worden, der nun der zweite Zinsschritt folgte.

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Die wirtschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten seit der zweiten Jahreshälfte hat die wichtigsten Argumente für die Anhebung des Leitzinses geliefert: Der Arbeitsmarkt zeigte nach Einschätzung der Fed weiterhin Zeichen der Besserung, die Volkswirtschaft wuchs in einem moderaten Tempo, vor allem getragen durch den private Konsum. Das hat zu soliden Beschäftigungsgewinnen und einer sinkenden Arbeitslosenquote geführt von aktuell 4,6 Prozent geführt. Das ist nahe der von der Zentralbank so definierten Vollbeschäftigung.

Der zweite bestimmende Faktor für die amerikanische Geldpolitik ist neben dem Arbeitsmarkt die Preisentwicklung. Hier registrieren die Zentralbanker, dass die Inflation mit 1,6 Prozent leicht angestiegen ist, aber noch hinter der von der Federal Reserve angestrebten Zielmarke von zwei Prozent zurückbleibt. Sie führen die langsame Preisentwicklung teilweise auf niedrige Energiepreise und den starken Dollar zurück, der Importe billig hält. Mittelfristig, so erwartet die Fed, verflüchtigen sich aber die preisdämpfenden Faktoren, während sich die Bedingungen am Arbeitsmarkt weiter verbessern.

„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“

Vor diesem Hintergrund hält die Zentralbank die Anhebung der Leitzinsen in der Bandbreite zwischen 0,5 und 0,75 Prozent für berechtigt und angezeigt. Aus der Mitteilung lässt sich herauslesen, dass die Zentralbanker die Entscheidung nicht ohne Zögern getroffen haben. Sie macht offenbar nervös, dass sich die Inflation zuletzt kaum bewegt hat. Zudem kündigen sie an, dass sie nur in kleinen Schritten zu einem Leitzinsniveau zurückkehren wollen, das langfristig zu erwarten sei. Auffällig an der Wortwahl ist, dass die Zentralbanker nicht mehr von der „Normalisierung“ der Geldpolitik sprechen. Sie wiederholen dafür das alte Versprechen, ihre Entscheidung allein von ökonomischen Daten und deren Einschätzung abhängig zu machen. Die geldpolitische Entscheidung zur Anhebung des Leitzinses haben die stimmberechtigten Zentralbanker der Fed einmütig getroffen, obwohl sie in den letzten Monaten in ihren öffentlichen Äußerungen unterschiedliche Auffassung über die Richtung der Geldpolitik deutlich gemacht hatten.

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Aus Presse-Mitteilung der Fed wird nicht ersichtlich, dass die Zentralbanker erhöhte Inflationsgefahren und größere Wachstumsimpulse wegen des Regierungswechsels und der damit verbundenen neuen Wirtschaftspolitik erwarten. Die Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten hat die Wirtschaftsprognose der Fed nicht verändert: Sie geht weiter von gemächlichem Wachstum aus.

Der Präsident des Münchner ifo-Instituts Clemens Fuest hat die Zinserhöhung der Fed gelobt: „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, dem weitere folgen müssen.“ Die Inflationsrate in den Vereinigten Staaten steige. Deshalb sei es geboten, dass die Geldpolitik rechtzeitig gegensteuere, sagte er in München. Die Europäische Zentralbank sollte sich nach Fuest Auffassung daran ein Beispiel nehmen und den Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik vorbereiten. Denn auch im Euroraum sei der Anstieg der Inflationsrate im nächsten Jahr absehbar auch im Euroraum ansteigen wird. Fuest warnt vor den Folgen der andauernden Nullzinspolitik. Sie störe die Funktionsfähigkeit der Kapitalmärkte, verunsichere die Sparer und führe zu Vermögensblasen, die beim Platzen das Finanzsystem in Not bringen könnten.

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