Die Sorgen um eine Verschärfung der Eurozone-Schuldenkrise lassen Investoren weiter in den „sicheren Hafen“ der deutschen Anleihen flüchten. Auch weiter fallende Renditen sind hier kein Hindernis. So rutschte die Rendite der zweijährigen deutschen Schatzanweisung am frühen Freitagmittag aktuell auf ein Allzeittief von minus 0,01 Prozent ab. Erst in der Vorwoche war der Kupon der bis 2014 laufenden Papiere erstmals auf 0 Prozent gesetzt worden. Wer diese Papiere besitzt, müsste dem Staat theoretisch Geld dafür zahlen, dass er ihm Geld leihen darf. Auch bei den zehnjährigen Titeln geht der Rendite-Rückgang unverändert weiter. Hier wurde am frühen Nachmittag mit 1,163 Prozent ein Rekordtief markiert. Überdies sackten die Renditen von fünf- und von 30-jährigen Bundesanleihen auf ein Rekordtief ab, ebenso die Renditen von zehnjährigen Bonds aus Österreich, den Niederlanden, Finnland und Frankreich.
Enttäuschend ausgefallene Konjunkturdaten aus China verstärkten laut Händlern nach dem jüngsten Höhenflug am Anleihemarkt die Flucht in die Sicherheit. So fiel der Einkaufsmanagerindex für die Industrie im Mai von 53,3 Punkten im Vormonat auf 50,4 Punkte. Dies ist der niedrigste Wert seit Dezember.
Fundamental hat die Furcht vor einer weiteren Eskalation der Banken- und Staatsschuldenkrise im Gemeinsamen Währungsgebiet die Märkte unverändert fest im Griff. Die weiter schwelende Euro-Schuldenkrise dürfte die deutschen Anleihen weiter stützen, sagten Händler. So sind die Renditen für italienische und spanische Staatsanleihen zu Handelsbeginn gestiegen. Im weiteren Handelsverlauf stehen in den Vereinigten Staaten der Arbeitsmarktbericht und der Einkaufsmanagerindex ISM auf dem Kalender. Zudem werden in Irland die Ergebnisse des Referendums über den irischen Fiskalpakt veröffentlicht.
Spanien helfen !
Thomas Bodewig (Bodewth)
- 01.06.2012, 19:51 Uhr