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Credit Suisse und UBS Es droht ein weiterer Schlag

 ·  Die Schweizer Notenbank hat UBS und noch mehr die Credit Suisse heftig gerügt. Als Nächstes droht eine Herabstufung des Ratings.

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Nach der scharfen Kritik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in der vergangenen Woche am Kapitalaufbau fürchten die beiden Großbanken UBS und Credit Suisse als Nächstes eine kräftige Herabstufung durch die Kreditbewertungsagentur Moody’s. Sie könnte bis zu drei Ränge betragen und würde das Langfristrating der UBS von „Aa3“ auf „A3“ und dasjenige der Credit Suisse (CS) von „Aa1“ auf die - allerdings immer noch gute - Einstufung „A1“ drücken, heißt es aus Bankenkreisen in Zürich. Ein Zusammenhang mit der SNB-Schelte besteht nicht, da Moody’s derzeit 17 internationale Banken überprüft (F.A.Z. vom 19. Juni) und schon im Februar eine Rückstufung der CS um drei Stufen nicht ausgeschlossen hatte.

Eine Herabstufung verteuert aber tendenziell die Finanzierungskosten und könnte die Aktienkurse von UBS und Credit Suisse weiter drücken. Die UBS hat auf Jahressicht schon jetzt 27 Prozent verloren. Die Aktie der Credit Suisse sackte sogar um 48 Prozent ab. Nach der besonders harten Kritik der Notenbank an der Credit Suisse büßte die Aktie am vergangenen Donnerstag um mehr als 10 Prozent oder rund 2 Milliarden Euro Börsenwert ein.

Ertrags- und Kostenentwicklung bleibt angespannt

Die Nervosität ist groß, CS-Finanzvorstand David Mathers bemühte sich am Freitag, mit einer ausführlichen internen Darlegung die Führungskräfte zu beruhigen. Am Sonntag versuchte Konzernchef Brady Dougan in einem Zeitungsinterview, dem Druck - auch auf seine eigene Person - entgegenzuwirken. Eine Kapitalerhöhung stehe nicht zur Debatte, sagte er. Die Bank habe derzeit doppelt so viele Eigenmittel wie offiziell verlangt. Zugleich räumte Dougan ein, „dass wir zusätzliches Eigenkapital schaffen müssen, und wir werden dies mit künftigen Gewinnen tun“. Zu seiner eigenen Person sagte der seit 2007 amtierende Nachfolger von Oswald Grübel: „Ich stehe voll hinter meiner Aufgabe. Ich möchte diese Aufgabe zu Ende bringen.“ Im Gegensatz zur UBS hatte die CS unter Dougan in der Finanzmarktkrise nie Staatshilfe beantragen müssen und immer den Aktionären eine Dividende gezahlt.

Zuletzt konnten die Aktionäre auch eine Aktienkomponente wählen, was dem Eigenkapital der Bank zugute kam. Allerdings monieren Kritiker, Dougan habe zu lange auf eine Erholung der Märkte gesetzt, die Entschädigungen für die Führungskräfte nicht entschlossen gestrichen und den Personalabbau verzögert. Eine kurzfristige Besserung ist nicht in Sicht. Vielmehr erwarten Analysten wie Rainer Skierka von der Bank Sarasin, dass die Ertrags- und Kostenentwicklung der Banken im zweiten Halbjahr angespannt bleibt.

„Die Credit Suisse sollte den Kapitalaufbauprozess beschleunigen“

Zugleich ist über die Kapitalausstattung der Credit Suisse in der Schweiz ein Streit entstanden, hinter dem manche Beobachter auch eine Auseinandersetzung zwischen der Notenbank und der Finanzaufsicht Finma wittern. Die SNB ist für die Aufsicht über den Finanzplatz, die Finma für die einzelnen Institute zuständig. Die Notenbank macht das erst bis 2019 zu erfüllende Regelwerk Basel III zum Maßstab ihrer Einschätzung; dies vor dem Hintergrund eines „beträchtlichen Verlustpotentials“ bei einer weiteren Zuspitzung der Euro-Krise, wie Nationalbank-Vize Jean-Pierre Danthine formulierte.

So gesehen, beträgt der Anteil des verlusttragenden Kapitals an den risikogewichteten Aktiva aktuell 7,5 Prozent für die UBS und 5,9 Prozent für die Credit Suisse. Danthines Schlussfolgerung: „Die Credit Suisse sollte den Kapitalaufbauprozess beschleunigen und alles Mögliche unternehmen, um ihr verlusttragendes Kapital noch in diesem Jahr deutlich zu erhöhen.“ Die CS macht eine andere Rechnung auf und sieht sich damit im Einklang mit der Finma, die auf Anfrage am Dienstag sagte, sie befinde sich im ständigen Gespräch mit beiden Großbanken und überwache eng ihre einzelnen Kapitalschritte.

Kritik an der Credit Suisse äußerte sie nicht. Basel III verlangt Ende 2012 einen „harten“ Eigenkapitalanteil (Common Equity Tier 1) von 6 Prozent, der bis Ende 2018 auf 10 Prozent steigen muss. Die CS will nach eigenen Angaben Ende des Jahres bei 7 Prozent sein. Ein Jahr später würden 9,8 Prozent erreicht. In der Modellrechnung 2013 werden 3,9 Milliarden Franken an einbehaltenen Gewinnen unterstellt. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte die Bank vor Ausschüttung der Dividende 2 Milliarden Franken verdient.

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Jahrgang 1948, Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

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