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Veröffentlicht: 30.10.2014, 17:03 Uhr

Überweisungsfehler Ein 1,5 Millionen Dollar teures Versehen

Die Schweizer Bank Credit Suisse überweist eine hohe Summe an einen Hedgefonds in Abwicklung. Der Fehler fällt viel zu spät auf, der Hedgefondsmanager ist seitdem spurlos verschwunden.

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© AP Eine Filiale der Credit Suisse in Zürich

Der Fall erinnert an den Überweisungsfehler der staatlichen Förderbank KfW, auch wenn das Ausmaß deutlich geringer ist. Die amerikanische Zeitung „New York Times“ berichtet über eine versehentliche Überweisung der Schweizer Großbank Credit Suisse an einen Hedgefonds, der sich schon in Abwicklung befand.

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Dem Bericht zufolge soll die Bank die Summe von 1,5 Millionen Dollar in drei Tranchen im Januar überwiesen haben. Der Bank soll der Fehler zwei Wochen später aufgefallen sein, aber da war der Hedgefonds mit dem Namen Galbraith Capital Investment Management schon Geschichte. Auf dessen Konten fand sich kein Betrag mehr, der auf die Credit-Suisse-Überweisung zurückzuführen war. Das Problem: Der Hedgefondsmanager Joseph B. Galbraith ist seitdem spurlos verschwunden.

In der deutschen Presse schlug die Überweisung der KfW an die zusammengebrochene Lehman Brothers hohe Wellen. Die staatliche Förderbank hatte im September 2008 an die amerikanische Investmentbank 320 Millionen Dollar überwiesen. Allerdings hatte Lehman Brothers am Abend zuvor seine Zahlungsunfähigkeit gemeldet. Dies war damals die Topnachricht, weil es den Höhepunkt der schon länger schwelenden Finanzkrise darstellte. Das Geld ging zunächst in die Konkursmasse, rund zwei Drittel soll die Förderbank inzwischen zurückerhalten haben. Doch die Boulevardpresse hatte sie da schon längst auf „Deutschlands dümmste Bank“ getauft.

Die Schweizer Presse geht mit der Credit Suisse im Vergleich dazu noch sehr sanft um: Auf der Internetseite der Boulevardzeitung „Blick“ war lediglich von einer „Mega-Panne“ die Rede. Das Geld überwies die Bank auf ein Konto, das der in Florida ansässige Hedgefonds bei einer Filiale der Royal Bank of Canada in Toronto unterhielt. Dem Bericht der „New York Times“ zufolge soll Galbraith am 5. Februar der Royal Bank of Canada seine Zustimmung zur Rücküberweisung verweigert haben. Am selben Tag schrieb er aber in einer E-Mail einem Mitarbeiter der Credit Suisse, dass er gerade im Skiurlaub sei. „Keine Panik, ich kümmere mich darum“, fügte er hinzu.

Inzwischen dürfte Galbraith wohl nicht mehr in den Vereinigten Staaten leben. Die „New York Times“ beruft sich auf Bekannte von Galbraith, die behaupten, dass er inzwischen bei seiner zweiten Ehefrau in Europa lebe, möglicherweise in Monaco. Darauf deutet ein Warnhinweis der monegassischen Finanzaufsicht vom vergangenen Monat. Dort wurde auf ein Unternehmen mit dem Namen „Galbraith Capital“ hingewiesen und davor gewarnt, mit der Gesellschaft Geschäfte zu machen. Offene Rechnungen mit dem Hedgefonds hat offenbar nicht nur die Credit Suisse. Eine Computerfirma soll noch eine Forderung von 130000 Dollar aus Gebühren haben.

Wie die „New York Times“ weiter berichtet, hat der Hedgefonds von Galbraith seine beste Zeit im Jahr 2007 mit einer Rendite von 22 Prozent gehabt. Doch in den vergangenen Jahren war die Performance so bescheiden, dass sich Galbraith dazu entschlossen hat, den Hedgefonds zu schließen.

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