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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Bundeswertpapiere Bund verdient mit Schulden Geld

 ·  Die schwächelnden Aktienmärkte machen es möglich. Mit der Emission von einjährigen Schuldtiteln verdient die Bundesrepublik am Montag Geld.

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Kaum geben die Aktienmärkte wieder nach, sind Bundesanleihen wieder en vogue. Am Montag konnte der Bund abermals bei der Kreditaufnahme Geld verdienen. Bei einer Auktion von Geldmarktpapieren (“Bubills“) mit zwölfmonatiger Laufzeit zahlten Anleger wieder eine Prämie.

Diese fällt mit 0,0095 Prozent zwar minimal aus und bringt dem Bund damit nur rund 180.000 Euro, aber macht dem deutschen Staat die Finanzierung dennoch leicht. Bei der letzten vergleichbaren Auktion am 24. September hatten Investoren sogar noch eine Prämie von 0,0184 Prozent gezahlt. Im Januar hatte der Bund erstmals Wertpapiere über Wert verkauft. Insgesamt brachte die Versteigerung zum Wochenauftakt 1,92 Milliarden Euro ein.

Bundesanleihe teurer plaziert

Die anhaltend hohe Unsicherheit um den weiteren Sanierungskurs in Griechenland dürfte die Nachfrage nach den als besonders sicher geltenden deutschen Schuldverschreibungen gestützt haben, sagen Händler. Die Gebote hätten ausgereicht, um mehr als das Doppelte der angebotenen Papiere am Markt zu plazieren.

Dies gilt allerdings nur für Anleihen mit ganz kurzen Laufzeiten, von denen sich die Investoren versprechen, dass die Unsicherheitsfaktoren zu weitere steigenden Kursen führen. Am vergangenen Mittwoch plazierte der Bund  zehnjährige Anleihen und müsste dafür die höchste Rendite seit April bezahlen. Der nimmt sich mit 1,56 Prozent allerdings weiter gering aus und ist vorläufig nur eine Momentaufnahme. In der vorangegangenen Auktion am 26. September hatte sich noch eine Rendite von 1,52 Prozent ergeben. Deutschland nahm bei dieser Versteigerung insgesamt 3,329 Milliarden Euro auf.

Sandy und Silvio helfen Deutschland

Am Montag dürfte auch der Hurrikan “Sandy“ ein bisschen mitgeholfen haben. Angesichts der weitgehenden Zerstörung von New Orleans durch den Hurrikan „Katrina“ vor sieben Jahren, gehen Anleger auf Nummer Sicher. Entsprechend hoch im Kurs steht der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, der 0,6 Prozentpunkte auf 141,43 Prozent gewinnt. „ Am amerikanischen Rentenmarkt wird der Handel aufgrund des Hurrikans deutlich kürzer sein.

Für Unsicherheit sorgen auch weitere Entwicklungen im Euroraum. Die Renditen spanischer und italienischer Anleihen steigen wieder, was nicht zuletzt darauf zurückgeführt wird, dass Italien frühere Premier Silvio Berlusconi mit dem Sturz der Regierung Monti gedroht hat, die den Märkten als Garant für den Konsolidierungskurs des Landes gilt.

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