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Bundesländeranleihe Investoren sehen Deutschländer-Bond skeptisch

Die gemeinsamen Anleihen von Bund und Ländern stoßen bei Investoren nicht auf ein positives Echo. In der geplanten Form seien die Papiere unattraktiv, heißt es.

© dpa Dem armen Berliner Bären kam eine Haftung des Bundes zugute - wird wohl aber nichts.

Die geplante Einführung gemeinsamer Anleihen des Bundes und der  deutschen Bundesländer stößt bei großen Investoren auf wenig Begeisterung. „Warum sollte ein Anleger so einen Bond kaufen?“, sagte Claus Meyer-Cording, Manager bei DWS, der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Maxence Mormède, der für Allianz Global Investors das Rentenmanagement in Deutschland verantwortet, ist skeptisch: „Wir sehen zum jetzigen Zeitpunkt keinen großen Bedarf für eine solche Anleihe“.

Grund für die Skepsis ist vor allem die geplante Konstruktion der ersten gemeinsamen Anleihe von Bund und Ländern. Denn der Bund will seine erstklassige Bonitätsnote auf keinen Fall gefährden und daher nicht für den gesamten, sondern nur für den auf ihn entfallenden Betrag haften. Ein „Misch-Masch“, sagt Meyer-Cording.  „Was jetzt diskutiert wird, ist nichts Halbes und nichts Ganzes“.

Zu wenig liquide, zu unklare Haftung

Für einen Anleger sei das wenig attraktiv. „Dann stellt er doch besser gleich seine eigene Auswahl an Länder-Anleihen zusammen“, sagt Meyer-Cording. Die Zinskosten der Länder dürften bei dieser Konstruktion kaum fallen. „Wenn die Länder Geld sparen wollen, dann sollte der Bund die Haftung übernehmen.“ Dann würde dieser seinen Zinsvorteil an die Länder weiterreichen. „Die direkte Haftung räumt die Unsicherheit im Falle einer Insolvenz aus dem Weg. Die Risikoprämien wären kleiner.“, sagt auch Mormède.

Um überhaupt das Interesse der Anleger an dem neuen Bond zu wecken, muss der Kapitalmarkt nach Ansicht der Experten regelmäßig angezapft werden. „Das Interesse an Deutschland-Bonds wird bei nur selektiver Emissionstätigkeit nicht sehr groß sein“, sagte Rüdiger Kerth von Union Investment. Große Investoren würden liquide Anleihen bevorzugen, die am Sekundärmarkt auch wieder verkauft werden können. „Der Deutschland-Bond sollte regelmäßig am Kapitalmarkt emittiert werden. Drei, vier Emissionen im Jahr mit jeweils zwei bis drei Milliarden Euro wären sinnvoll.“ Auch unterschiedliche Laufzeiten sollte es geben.

Für dieses Jahr ist nach derzeitigen Planungen allerdings nur eine Emission im Volumen von etwa 3 bis 4 Milliarden Euro geplant. Die Laufzeit dürfte bei 5 Jahren liegen. Wie es danach weitergeht, ist noch offen.

Gemeinsame Anleihen deutscher Bundesländer
Kupon Rendite Laufzeitende Isin
4,250% 0,80% 13.04.2017 DE0001240265
4,250% 0,23% 02.05.2014 DE0001240299
3,500% 1,35% 07.10.2019 DE000A1A6K25
2,625% 0,60% 18.03.2016 DE000A1DADL1
2,375% 1,10% 21.09.2018 DE000A1K01Z2
2,875% 0,54% 09.02.2016 DE000A1H3KE1
Quelle: FAZ.NET

Wichtiger Rohrkrepierer

Damit könnte ein an sich wichtiges Projekt zum Rohrkrepierer werden. Da der Bund derzeit praktisch zinslose Kredite erhält, hätten die Länder eigentlich davon profitieren können. Doch die Gebietskörperschaften konnten sich nicht einigen, wie das ganze vonstatten gehen sollte.

„Wir verstehen darunter ein Verfahren, bei dem der Bund uns Huckepack nimmt und dann auch die Gesamtverantwortung übernimmt“, sagte eine Sprecherin des saarländischen Finanzministeriums. Genau das aber verweigert der Bund. Auch einige große Bundesländer wie Bayern oder Niedersachsen wollen nicht mitmachen, weil sie sich selbst billig finanzieren können. Einige wollen sich nur bei einer Gesamthaftung des Bundes beteiligen. Damit bliebe eine Handvoll kleinerer Bundesländer, die sich auf jeden Fall einen Vorteil von einem gemeinsamen Vorgehen mit dem Bund erhoffen können.

Hindernis Euro-Anleihen

Die Weigerung des Bundes geht zum einen darauf zurück, dass etliche Bundesländer noch immer keine Schuldenbremse in ihren Landesverfassungen verankert haben. Soll der Bund die Haftung übernehmen, müsste er auch das Recht haben, unverantwortliche Landesetats korrigieren zu können. Dazu aber werden die Länder aber kaum bereit sein. Das Finanzministerium hegt zudem verfassungsrechtliche Bedenken.

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Zum anderen aber will der Bund mit gemeinsamen Anleihen keinen Präzedenzfall für gemeinsame Euroraum-Anleihen schaffen. Auch wenn es niemand offen sagt: Diese Debatte wird jede Bewegung in der innerdeutschen Diskussion verhindern. In Sachsen warnt man knapp: „Die Deutschland-Bonds würden schon wegen des Namens die Tür für Euro-Bonds öffnen. Das wissen auch alle.“

Quelle: RTR

 
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