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Bundesanleihen Deutschland profitiert weiter von niedrigen Zinsen

25.01.2012 ·  Eine Bundesanleihe mit 30 Jahren Laufzeit rentiert mit nur 2,62 Prozent. Die niedrigen Zinsen sorgten laut einer IW-Studie für 45 Milliarden Euro Ersparnis seit dem Jahr 2009.

Von Alexander Armbruster, Gerald Braunberger, Frankfurt
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© F.A.Z. Bundesanleihen und Bundeswertpapiere

Deutschland kann sich auch langfristig weiter mühelos Geld leihen. Die Finanzagentur des Bundes stockte am Mittwoch eine Bundesanleihe mit 30 Jahren Laufzeit auf und nahm dadurch 3 Milliarden Euro ein. Die durchschnittliche Verzinsung der Auktion betrug 2,62 Prozent. So niedrige Zinsen musste Deutschland noch nie in dieser Laufzeit bieten, teilte ein Sprecher der Finanzagentur mit. Während der letzten entsprechenden Auktion im Oktober des vergangenen Jahres betrug die durchschnittliche Verzinsung 2,82 Prozent.

Insgesamt seien am Mittwoch Gebote über mehr als 5 Milliarden Euro abgegeben worden, hieß es. Deutschland hätte also theoretisch noch mehr neuen Kredit aufnehmen können. Das Volumen der Anleihe beträgt nach mehreren Aufstockungen nunmehr 15 Milliarden Euro und soll nicht vergrößert werden.

Deutschland gilt als sicherer Emittent

Das Auktionsergebnis setzt den Trend fort, wonach Deutschland über alle Laufzeiten hinweg schon im Verlauf des Jahres 2011 immer weniger Zinsen bieten musste, um Anleihen plazieren zu können. Kürzlich wurden Schatzwechsel sogar mit einer negativen Rendite plaziert. Das heißt, dass die Anleger dem deutschen Staat sogar Geld boten, um seine Papiere erwerben zu können.

Deutschland profitiert davon, dass infolge der Euro-Krise die Nachfrage nach den als ausfallsicher und sehr liquide geltenden Bundestiteln zugelegt hat. Der Emittent gilt als sicher, die Abwicklung geht im internationalen Vergleich schnell, und der Terminkontrakt auf Bundesanleihen zählt zu den liquidesten Finanzmarktsegmenten in der Welt.

Wegen des hohen Interesses wird die Finanzagentur im April noch eine neue dreißigjährige Anleihe emittieren. Diese sehr langlaufenden Papiere werden vor allem von Versicherern und Pensionskassen erworben, die Auszahlungsverpflichtungen sehr lange in die Zukunft fortschreiben können. Da diese Papiere meist während der gesamten Laufzeit im Bestand der Investoren bleiben, ist der Handel mit solchen Papieren häufig nicht sehr liquide.

Renditen deutlich niedriger als in den Jahren zuvor

Papiere mit sehr langen Laufzeiten bilden nur ein sehr kleines Segment des Marktes für Staatsanleihen, doch lässt sich ein Interesse an Papieren aus Ländern mit sehr guter Bonität nicht abstreiten. Am Dienstag hatten die Niederlande eine dreißigjährige Anleihe versteigert, während am Ende der vergangenen Woche Österreich die Marktteilnehmer mit der Auflegung einer Anleihe mit einer Laufzeit von 50 Jahren überrascht hatte. Für beide Papiere lag ebenfalls eine sehr gute Nachfrage vor.

Der Bund hat als Folge der Krise in den vergangenen drei Jahren Zinseinsparungen über rund 45 Milliarden Euro auf seine Staatsschulden realisieren können. Zu diesem Ergebnis kommt eine einfache Simulation des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln.

Der Autor der Berechnung, Markus Mill, hat sich auf die Untersuchung der Renditen zweijähriger Schatzanweisungen und zehnjähriger Bundesanleihen konzentriert. Für den Zeitraum der Jahre 2000 bis 2008 ergibt sich eine durchschnittliche Rendite der Schatzanweisungen von 3,42 Prozent, während sich für die zehnjährige Bundesanleihe eine Durchschnittsrendite von 4,27 Prozent errechnet.

Mill hat in einem nächsten Schritt die Durchschnittsrenditen der beiden Wertpapiere für die Jahre 2009 bis 2011 errechnet. Hier kommt er auf 1,11 Prozent für die Schatzanweisungen und 2,91 Prozent für die Bundesanleihen. Die Renditen sind somit deutlich niedriger als in den Jahren zuvor. Aus diesem Rückgang der Renditen errechnet Mill dann eine Zinsersparnis von rund 45 Milliarden Euro. Wegen des stark vereinfachten Vorgehens sind diese Ergebnisse allerdings nur als Annäherungen brauchbar.

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25.05.2012 22:03 Uhr
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25.05.2012 11:45 Uhr
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