http://www.faz.net/-gv6-75i43
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 04.01.2013, 10:40 Uhr

Bewertung von strukturierten Papieren Ratingagenturen müssen sich wegen Betrugs verantworten

Die drei größten Ratingagenturen Moody’s, S&P und Fitch dürften bald vor Gericht landen. Ihnen wird Betrug bei der Bewertung von strukturierten Papieren vorgeworfen.

© dpa Fitch, Moody’s und S&P wird Betrug vorgeworfen.

Die Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch müssen sich vor Gericht wegen Betrugsvorwürfen im Zusammenhang mit einer Investorenklage verantworten. Das hat eine Richterin in New York entschieden. Grundlage sind die Bewertungen, die die Ratingagenturen für ein strukturiertes Papier (SIV) namens Rhinebridge abgegeben haben, das im Jahr 2007 zusammenbrach.

Richterin Shira Scheindlin vom Bezirksgericht in Manhattan entschied außerdem, dass Morgan Stanley, die an der Strukturierung des Investments beteiligt war, sich wegen Beihilfe zum Betrug verantworten muss. Andere Vorwürfe wies Scheindlin in ihrer am Donnerstag getroffenen Entscheidung ab. Im vergangenen Jahr hatte Scheindlin bereits ähnliche Entscheidungen in einem vergleichbar gelagerten Fall getroffen, in dem es um ein von Morgan Stanley aufgesetztes strukturiertes Papier namens Cheyne ging.

Bei nachweisbarer Falschbewertung droht Strafe

In beiden Fällen teilte die Richterin mit, die Ratingagenturen könnten zur Verantwortung gezogen werden, falls ihre Bewertung der Papiere falsch oder irreführend waren. Fitch wurde im Cheyne-Fall nicht verklagt. „Die Kläger müssen Beweise vorlegen, dass die Ratingagentur eine Bewertung abgegeben hat, von der sie wusste, dass sie nicht durch Tatsachen oder Analysen gestützt wurde - dass die Ratingagentur praktisch eine Restaurantkritik abgab ohne jemals in dem Restaurant gegessen zu haben”, schrieb Scheindlin am Donnerstag in ihrer Einschätzung.

Mehr zum Thema

Die Verwaltung des strukturierten Papiers hatte die IKB Deutsche Industriebank übernommen, die zusammen mit Morgan Stanley im Oktober 2009 von zwei institutionellen Investoren, dem King County im amerikanischen Bundesstaat Washington und der Iowa Student Loan Liquidity Corp., verklagt wurde. Die Düsseldorfer Bank schloss in dem Fall im vergangenen Jahr einen Vergleich, dessen Einzelheiten nicht öffentlich gemacht wurden.

Quelle: FAZ.net mit Bloomberg

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach dem Brexit Der Gewinner heißt Frankfurt

In der Finanzbranche wird mit der Verlagerung von mindestens 10.000 Arbeitsplätzen von London nach Frankfurt gerechnet. Aber wo sollen sie alle nur wohnen? Mehr Von Daniel Mohr, Markus Frühauf und Michael Psotta

25.06.2016, 14:17 Uhr | Finanzen
Cum-Ex-Geschäfte Der größte Steuerbluff aller Zeiten

Cum-Ex sind zwielichtige Aktiengeschäfte, mit denen Banken Milliarden Steuern gespart haben. Wie haben die das nur wieder geschafft? Mehr Von Corinna Budras

13.06.2016, 15:27 Uhr | Finanzen
Ratingagentur Moody’s Österreich verliert Top-Bonitätsnote

Österreichs Kreditwürdigkeit wird schlechter, findet die Ratingagentur Moody’s. Das hat nichts mit dem Brexit zu tun. Mehr

25.06.2016, 10:38 Uhr | Finanzen
Finanzviertel von London Brexit-Albträume in Canary Wharf

Die Briten haben für den Austritt aus der EU gestimmt. Kann die Finanzhauptstadt London trotzdem Europas Marktplatz für Geldgeschäfte bleiben? Mehr Von Marcus Theurer, London

27.06.2016, 20:19 Uhr | Finanzen
Nach dem Brexit-Votum Londons Erben: Diese vier EU-Finanzplätze sind im Wettstreit

Wohin gehen nach dem Brexit-Votum der Briten abwanderungswillige britische Banken? Paris, Frankfurt, Dublin und Luxemburg sind für die verschiedenen Teile der Branche von sehr unterschiedlichem Interesse. Mehr Von Christian Schubert, Michael Stabenow & Christian Siedenbiedel, Paris, Brüssel, Frankfurt

01.07.2016, 12:56 Uhr | Finanzen
Name Kurs %
F.A.Z.-ANLEIHEN -- --
BUND FUTURE -- --
EURO-BOBL-FUTURE -- --
REX GESAMT PERF. -- --
Zinsen