Home
http://www.faz.net/-gv6-75i43
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Bewertung von strukturierten Papieren Ratingagenturen müssen sich wegen Betrugs verantworten

Die drei größten Ratingagenturen Moody’s, S&P und Fitch dürften bald vor Gericht landen. Ihnen wird Betrug bei der Bewertung von strukturierten Papieren vorgeworfen.

© dpa Fitch, Moody’s und S&P wird Betrug vorgeworfen.

Die Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch müssen sich vor Gericht wegen Betrugsvorwürfen im Zusammenhang mit einer Investorenklage verantworten. Das hat eine Richterin in New York entschieden. Grundlage sind die Bewertungen, die die Ratingagenturen für ein strukturiertes Papier (SIV) namens Rhinebridge abgegeben haben, das im Jahr 2007 zusammenbrach.

Richterin Shira Scheindlin vom Bezirksgericht in Manhattan entschied außerdem, dass Morgan Stanley, die an der Strukturierung des Investments beteiligt war, sich wegen Beihilfe zum Betrug verantworten muss. Andere Vorwürfe wies Scheindlin in ihrer am Donnerstag getroffenen Entscheidung ab. Im vergangenen Jahr hatte Scheindlin bereits ähnliche Entscheidungen in einem vergleichbar gelagerten Fall getroffen, in dem es um ein von Morgan Stanley aufgesetztes strukturiertes Papier namens Cheyne ging.

Bei nachweisbarer Falschbewertung droht Strafe

In beiden Fällen teilte die Richterin mit, die Ratingagenturen könnten zur Verantwortung gezogen werden, falls ihre Bewertung der Papiere falsch oder irreführend waren. Fitch wurde im Cheyne-Fall nicht verklagt. „Die Kläger müssen Beweise vorlegen, dass die Ratingagentur eine Bewertung abgegeben hat, von der sie wusste, dass sie nicht durch Tatsachen oder Analysen gestützt wurde - dass die Ratingagentur praktisch eine Restaurantkritik abgab ohne jemals in dem Restaurant gegessen zu haben”, schrieb Scheindlin am Donnerstag in ihrer Einschätzung.

Mehr zum Thema

Die Verwaltung des strukturierten Papiers hatte die IKB Deutsche Industriebank übernommen, die zusammen mit Morgan Stanley im Oktober 2009 von zwei institutionellen Investoren, dem King County im amerikanischen Bundesstaat Washington und der Iowa Student Loan Liquidity Corp., verklagt wurde. Die Düsseldorfer Bank schloss in dem Fall im vergangenen Jahr einen Vergleich, dessen Einzelheiten nicht öffentlich gemacht wurden.

Quelle: FAZ.net mit Bloomberg

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Bouffier vor Biblis-Ausschuss Der Bund bestimmte das Was, Wie und Wann

Hessen treffe keine Schuld: Ministerpräsident Bouffier und seine ehemalige Umweltministerin haben vor dem Untersuchungsausschuss zur fehlerhaften Abschaltung des Kernkraftwerks Biblis ausgesagt. Mehr

26.06.2015, 16:05 Uhr | Rhein-Main
Sanel M. vor Gericht Prozess im Fall Tugce hat begonnen

Am Freitag hat vor dem Landgericht Darmstadt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter im Fall Tugce begonnen. Der 18-jährige Sanel M. muss sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht verantworten. Mehr

24.04.2015, 17:23 Uhr | Gesellschaft
20 Jahre nach dem Massaker Srebrenica hat mein Leben zerstört

Srebrenica steht für das Versagen der internationalen Gemeinschaft. Die niederländischen Soldaten der UN-Einheit Dutchbat leiden bis heute an den Folgen der Tragödie, die sich am 11. Juli 1995 dort abspielte. Mehr

01.07.2015, 10:50 Uhr | Politik
Apple-Auto Eindeutige Hinweise auf das iCar

Bei Apple verdichten sich die Hinweise, dass der Technologie-Konzern an der Entwicklung eines Elektroautos arbeitet. Ein Hersteller von Auto-Akkus hat Apple verklagt. Mehr

20.02.2015, 15:21 Uhr | Wirtschaft
AGG-Hopping Scheinbewerber agieren immer dreister

Scheinbewerber um freie Arbeitsplätze agieren immer dreister. Dem Bundesarbeitsgericht reicht es jetzt: Die Erfurter Richter haben den Europäischen Gerichtshof eingeschaltet. Mehr Von Martin Diller

24.06.2015, 09:21 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 04.01.2013, 10:40 Uhr

Genossen gegen Monopolisten

Von Bernd Freytag

Heute geht es ums Ganze: Auf einer Versammlung entscheiden die Prokon-Gläubiger, ob der insolvente Windparkbetreiber als Genossenschaft fortgeführt oder aber verkauft wird - ein Glaubenskrieg. Mehr 1

Wertpapiersuche
Zinsen