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Bewertung von strukturierten Papieren Ratingagenturen müssen sich wegen Betrugs verantworten

 ·  Die drei größten Ratingagenturen Moody’s, S&P und Fitch dürften bald vor Gericht landen. Ihnen wird Betrug bei der Bewertung von strukturierten Papieren vorgeworfen.

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Die Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch müssen sich vor Gericht wegen Betrugsvorwürfen im Zusammenhang mit einer Investorenklage verantworten. Das hat eine Richterin in New York entschieden. Grundlage sind die Bewertungen, die die Ratingagenturen für ein strukturiertes Papier (SIV) namens Rhinebridge abgegeben haben, das im Jahr 2007 zusammenbrach.

Richterin Shira Scheindlin vom Bezirksgericht in Manhattan entschied außerdem, dass Morgan Stanley, die an der Strukturierung des Investments beteiligt war, sich wegen Beihilfe zum Betrug verantworten muss. Andere Vorwürfe wies Scheindlin in ihrer am Donnerstag getroffenen Entscheidung ab. Im vergangenen Jahr hatte Scheindlin bereits ähnliche Entscheidungen in einem vergleichbar gelagerten Fall getroffen, in dem es um ein von Morgan Stanley aufgesetztes strukturiertes Papier namens Cheyne ging.

Bei nachweisbarer Falschbewertung droht Strafe

In beiden Fällen teilte die Richterin mit, die Ratingagenturen könnten zur Verantwortung gezogen werden, falls ihre Bewertung der Papiere falsch oder irreführend waren. Fitch wurde im Cheyne-Fall nicht verklagt. „Die Kläger müssen Beweise vorlegen, dass die Ratingagentur eine Bewertung abgegeben hat, von der sie wusste, dass sie nicht durch Tatsachen oder Analysen gestützt wurde - dass die Ratingagentur praktisch eine Restaurantkritik abgab ohne jemals in dem Restaurant gegessen zu haben”, schrieb Scheindlin am Donnerstag in ihrer Einschätzung.

Die Verwaltung des strukturierten Papiers hatte die IKB Deutsche Industriebank übernommen, die zusammen mit Morgan Stanley im Oktober 2009 von zwei institutionellen Investoren, dem King County im amerikanischen Bundesstaat Washington und der Iowa Student Loan Liquidity Corp., verklagt wurde. Die Düsseldorfer Bank schloss in dem Fall im vergangenen Jahr einen Vergleich, dessen Einzelheiten nicht öffentlich gemacht wurden.

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04.01.2013, 10:40 Uhr

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