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Banken in Südeuropa Bankkunden der Peripherie fassen wieder Vertrauen

 ·  Langsam fließen die Kundeneinlagen in das Bankensystem zurück: In Griechenland ist die Kapitalflucht gestoppt und in Spanien zeigt das Programm zur Kapitalisierung Wirkung. Das könnte die Finanzkraft der Banken stärken.

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© dpa Vergrößern Das Vertrauen in die Banken kehrt zurück - das dürfte auch die Politiker im Athener Parlamentsgebäude freuen

Die Griechen, Spanier und Iren fassen wieder Zutrauen in ihre Bankensysteme. Nach massiver Kapitalflucht und großer Unsicherheit noch im Sommer steigen die Einlagen der betroffenen Bankensysteme wieder. Dies zeigen Daten der Geldmengenaggregate der Europäischen Zentralbank (EZB), der nationalen Notenbanken und Daten von Thomson Datastream. Zudem sind die Target-2-Zahlungsforderungen von Deutschland etwas gesunken. Sie gingen im November von 719,4 auf 715,1 Milliarden Euro zurück. Über Target-2 wird im Euroraum der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr abgewickelt.

Die Entwicklung der Einlagen hat vor allem im spanischen Bankensektor gedreht, wo von April bis Juli jeden Monat zwischen 1,6 und 7,8 Milliarden Euro von Privatleuten abgezogen wurden. Insgesamt hatte sich der Abzug von Einlagen von Personen und Unternehmen bei spanischen Banken im Hochsommer auf monatlich fast 40 Milliarden Euro gesteigert. Mit der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) jedoch, im Notfall einer weiteren Eskalation der Schuldenkrise vorzubeugen, änderte sich das Bild. Das Programm zu Kapitalisierung der spanischen Banken zeigte Wirkung.

Stabilisierung würde Vertrauen stärken

In Spanien ziehen die Bankkunden nicht mehr Geld ab, sondern sie haben im Oktober mit 5,8 Milliarden Euro erstmals wieder einen größeren Betrag ihren Banken anvertraut. Der Einlagenabzug von Mitteln der Privatleute und Unternehmen stoppte, so dass die Einlagen insgesamt im Oktober erstmals wieder um 9,3 Milliarden zulegten. „Die spanische Notenbank und die EZB werden dies als gutes Zeichen werten, dass sich die Kapitalisierung und Restrukturierung der spanischen Banken in einem größeren Vertrauen der spanischen Bankkundschaft niederschlägt“, sagte Julian Callow, Chefvolkswirt von Barclays in London.

In Griechenland ist die massive Kapitalflucht gestoppt. Im Oktober legten die Einlagen von 154,33 auf 155,25 Milliarden Euro zu. Nachdem die Banken fast ein Drittel ihrer Einlagen während der Krise verloren hatten, lagen diese im Oktober „nur“ noch 12,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Sommer waren es noch etwa 20 Prozent gewesen. Das heißt, dass der Höhepunkt der Kapitalflucht ausgestanden sein könnte. Die Hoffnung der Troika und Athens ist, dass nach dem Rückkauf der griechischen Anleihen in privater Hand von etwa 30 Milliarden Euro die nächste Hilfszahlung genehmigt wird, mit der dann griechische Banken kapitalisiert werden könnten. Eine Stabilisierung der Banken würde das Vertrauen der Griechen in ihre eigenen, restrukturierten Banken stärken. Mit dem dann wieder ausgelösten Zustrom von Einlagen würde die Finanzierungskraft der griechischen Banken gestärkt, die dann letztlich weniger abhängig wären von einer Finanzierung mit Hilfe ihrer Notenbank (ELA-Kredite).

Auch in Irland hat sich die Situation der Einlagen seit Sommer stabilisiert, nicht aber bei portugiesischen Banken. In Portugal verzeichneten sie bis April noch Zuflüsse. Seither aber fließen kontinuierlich Einlagen ab, und zwar sowohl von privaten Haushalten wie auch von Unternehmen. Erst im Oktober hellte sich das Bild wieder leicht auf mit einem Zufluss an Einlagen von 0,9 Milliarden Euro.

Deutsche Banken hingegen haben im Oktober den niedrigsten Zufluss von Einlagen privater Kunden seit weit über einem Jahr verzeichnet. Seit dem Sommer ist der Zufluss von monatlich 9 bis 12 Milliarden Euro auf nur noch 0,1 Milliarden Euro im Oktober gesunken. Dies könnte ebenfalls ein Zeichen sein, dass die gewaltige Kapitalflucht von Süd nach Nord innerhalb der Währungsunion nachlässt.

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