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Auslandsanleihen Die Wahlen sind auch für die Ukraine-Anleihen ein wichtiges Datum

 ·  In der Ukraine steht am Sonntag die mit großer Spannung erwartete Präsidentschaftswahl an. Wegen ihrem richtungsweisenden Charakter bestimmt ihr Ausgang auch die Kursaussichten der ukrainischen Staatsanleihen.

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Die Menschen in der Ukraine fiebern den am Sonntag anstehenden Präsidentschaftswahlen entgegen. Brisant ist die Wahl deswegen, weil es dabei um einen Richtungsentscheid geht. Abgestimmt wird grob gesprochen letztlich darüber, ob sich das Land für größere Reformen und eine Annäherung an den Westen oder eher für eine Bewahrung des Status Quo und eine Orientierung an Rußland entscheidet.

Den vorliegenden Umfrageergebnissen zufolge liegt der als Reformer geltende Oppositionskandidat Viktor Juschtschenko knapp vor dem derzeitigen Premierminister Viktor Janukowitsch. Ob das aber auch nach der Schließung der Wahlurnen das Endergebnis sein wird, bleibt abzuwarten, zumal neben der Unzuverläßigkeit derartigen Umfragen noch die Sorge vor Wahlmanipulationen hinzukommt.

Auch der bisherige Verlauf des Wahlkampfes, der praktisch alles beinhaltete, was die Politik an Schmutzigkeiten zu bieten hat, läßt keine seriöse Wahlprognose zu. Die entgültige Entscheidung fällt vermutlich sowie erst in einem zweiten Wahlgang am 21. November. Dieser würde dann nötig, wenn es keinem der insgesamt 23 antretenden Kandidaten im ersten Anlauf gelingt, eine Mehrheit von 50 Prozent zu erobern.

Gewalttätige Ausschreitungen sind das Horrorszenario

So gesehen bestehen also viele politische Risiken und das schlimmste Resultat wäre es, wenn es i im Zuge der Wahlen zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen sollte. Die Analysten bei der WGZ-Bank gehen in ihren Annahmen in den nächsten Wochen von einer Verschlechterung des politischen Risikoprofils der Ukraine aus, ordnen mittelfristig dem Szenario einer nachhaltigen Eskalation aber nur eine untergeordnete Bedeutung zu. Auf Basis dieser Erwartungshaltung werden die mittelfristigen Risiken für diese Ratingklasse als vertretbar bezeichnet, da vom letztlichen Sieger bei ausbleibenden Unruhen keine drastischen Verwerfungen in der Außen- und Wirtschaftspolitik erwartet werden.

Aus ökonomischer Sicht unterlegen laut WGZ-Bank zudem zahlreiche Indikatoren (Siehe Grafik: Wirtschaftliche Bonitätsindikatoren) die in den vergangenen zwölf Monaten verbesserte Bonität der Ukraine. Und die Ratingagenturen haben sich bereits dahingehend geäußert, daß sie das Land künftig mit einer BB- Bewertung versehen werden, sofern die Wahl ohne nachhaltige Störungen der wirtschaftlichen und politischen Situation in der Ukraine vonstatten geht.

Kurschancen bei einem friedlichen Wahlausgang

Die trotz dieser grundsätzlich zuversichtlichen Bestandsaufnahme unübersehbaren politischen Risiken spiegeln sich auch in der Entwicklung der bis 2007 laufenden ukrainischen Staatsanleihe (ISIN: XS0107716846) wider. Denn deren Kurs (siehe Grafik: Ukraine - Kursverlauf der 2007-Anleihe) konnte zuletzt trotz der deutlichen Verbesserungen bei den konjunkturellen Indikatoren nicht profitieren. Laut WGZ-Bank hat das Damoklesschwert Politik dazu geführt, daß die Renditen nicht in dem Maße gefallen sind, wie dies bei anderen Emerging Market Papieren aus dem Speculative Grade der Fall war (siehe Grafik: Renditeentwicklung: Euro-Anleihen spekulativer Emittenten).

Dadurch wird diese Anleihe bei einem aktuellen Kurs von 108,3 Prozent noch immer eine Rendite von 6,2 Prozent ab, was um 378 Basispunkte über der Rendite vergleichbarer deutscher Bundesanleihen liegt. Trotz dieses Renditevorteils rät die WGZ-Bank aktuell aber nur dazu, die Papiere zu halten und wartet ab, ob sich in den voraussichtlich volatilen nächsten Wochen günstige Einstiegsgelegenheiten ergeben. Wer sich schon vorab neu engagiert, schließt praktisch eine Wette auf einen friedlichen Wahlverlauf ab. Denn wenn das der Fall sein sollte, haben ukrainische Staatsanleihen Nachholpotenzial.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder

Quelle: @JüB
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