Italien hat sich angesichts neuer Hoffnungen auf Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) deutlich günstiger Geld leihen können. Bei der Auktion dreier Anleihen sammelte der klamme Staat insgesamt fast 5,5 Milliarden Euro ein.
Dabei fiel der Zins für zehnjährige Anleihen mit 5,96 Prozent auf den niedrigsten Stand seit April, teilte die Finanzagentur am Montag mit. Ende Juni lag er noch bei 6,19 Prozent. Der Zins der fünfjährigen Anleihe fiel mit 5,29 Prozent ebenfalls so gering aus wie seit April nicht mehr. Ende Juni mussten Anleger noch mit 5,84 Prozent gelockt werden. Der Zins für die dreijährige Anleihe lag bei 4,49 Prozent.
Anleger spekulieren auf Anleihekäufe durch EZB
EZB-Präsident Mario Draghi hat die Hoffnung auf ein stärkeres Eingreifen der Europäischen Zentralbank im Kampf gegen die Schuldenkrise genährt. „Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten“, sagte Draghi vorige Woche. „Und glauben Sie mir, das wird ausreichen.“
Sollten hohe Risikoaufschläge für Staatsanleihen von Krisenländern die Wirkung der Geldpolitik stören, „fällt das in unser Mandat“. Anleger und Experten spekulieren seither darauf, dass die EZB nun wieder Staatsanleihen von Krisenstaaten wie Italien kauft und so deren Zinskosten drückt.