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Argentinien Anleihe-Gläubiger lehnen Angebot zur Umschuldung ab

12.01.2005 ·  Gläubiger, die ein Drittel der von Zahlungsunfähigkeit betroffenen argentinischen Anleihen im Volumen von 104 Milliarden Dollar halten, wollen den Umschuldungsplan der Regierung ablehnen. Die Offerte sei „inakzeptabel“, heißt es.

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Anleihegläubiger, die etwa ein Drittel der von Zahlungsunfähigkeit betroffenen argentinischen Anleihen im Volumen von 104 Milliarden Dollar halten, wollen den Umschuldungsplan der Regierung ablehnen. Die argentinische Regierung bietet ihnen an, die alten Anleihen gegen neue Papiere zu tauschen. Dabei würden sie nur etwa 25 Cent je Dollar Nominalwert erhalten, nur halb so viel wie Rußland und Ekuador bei ihrer Umschuldung zahlten.

Argentinien will mit dem Umtausch am 14. Januar beginnen. Die Maßnahme würde dem Land ermöglichen, wieder Geld am internationalen Kapitalmarkt aufzunehmen und die Beziehungen mit dem Internationalen Währungsfonds zu verbessern. "Das Angebot ist unakzeptabel," sagt Elio Lannutti, Leiter der italienischen Verbrauchervereinigung Adusbef. Sie vertritt etwa 14.000 Anleihegläubiger, die argentinische Anleihen im Volumen von 551 Millionen Dollar halten. "Wir werden unbeirrt weiterkämpfen."

Interessenverbände, in denen sich Tausende von Anleihegläubigern zusammen geschlossen haben, dürften die Regierung zwingen, die Zahlung zu erhöhen oder zu akzeptieren, daß die angestrebte Beteiligungsquote von 70 Prozent nicht erreicht wird, erläutert Mike Conelius, Fondsmanager bei T. Rowe Price Group in Baltimore. Dabei müßte die Regierung nicht viel tun, "um aus einer festgefahrenen Situation zu einer guten Lösung zu kommen, so daß das Problem für die Zukunft ad acta gelegt werden kann," berichtet Conelius, der auch argentinische Anleihen in seinem Portefeuille hat.

Kurs signalisiert: Markt erwartet 33 Cents statt 25 Cents je Dollar

Der Kurs der umsatzstärksten betroffenen Anleihe mit Fälligkeit 2008 signalisiere, daß Investoren mit einer Zahlung von etwa 33 Cent je Dollar rechnen. "Wenn sie den Kupon leicht ändern, die Laufzeit der Papiere leicht verkürzen, verbessern sie die Konditionen ausreichend, um eine Menge Investoren zu gewinnen," erklärt Cornelius.

Stefan Engelsberger, der über die Interessengemeinschaft Argentinien 200 deutsche Anleihegläubiger vertritt, erklärte, Argentinien können es sich leisten, mehr zu zahlen. "Das ist eine Zwangs-Umschuldung und ein Verbrechen, sagt Engelsberger. "Wir Privatanleger wollen nur unser Geld wieder und anständig behandelt werden."

Hans Humes, Co-Vorsitzender des Global Committee of Argentina Bondholders, der größten Gläubigergruppe, die etwa ein Drittel der Anleihen hält, versicherte, sein Verband würde "felsenfest" an der Ablehnung des Angebots festhalten. Argentinien könne es sich leisten doppelt so viel zu zahlen. "Wenn das Land das Doppelte zahlen kann, sollten wir dieses Angebot nicht annehmen," erläuterte Humes in einem Telefoninterview aus New York mit Bloomberg News.

"Für die Gläubiger heißt es: Jetzt oder nie"

Der argentinische Wirtschaftsminister Roberto Lavagna erklärte in einem Radiointerview am 9. Januar, die Regierung werde ihr Angebot nicht nachbessern. "Für die Gläubiger heißt es: Jetzt oder nie," sagte er.
Argentinien bietet den 700.000 Anleihegläubigern, die 99 verschiedene zahlungsfähige Anleihen in acht verschiedenen Währungen halten, drei unterschiedliche Kategorien von Wertpapieren an. Die Regierung wird ein Volumen von 81,2 Milliarden Dollar an zahlungsunfähigen Anleihen in neue Papiere über 43,2 Milliarden Dollar tauschen. Des weiteren wird sie 20 Milliarden Dollar an aufgelaufenen Zinsen nicht anerkennen, geht aus einer Meldung an die amerikanischen Wertpapieraufsicht SEC hervor.

Einige Investoren wollen angesichts der Konjunkturerholung des Landes an der Umschuldung teilnehmen. Das Wirtschaftswachstum liegt bei einer Jahresrate von acht Prozent, außerdem hat Argentinien einen Haushaltsüberschuß von vier Prozent. "Wir werden unsere Anleihen tauschen," kündigt Carlos Hourbeigt, Fondsmanager bei Galileo Funds in Buenos Aires, an. "Wir rechnen mit einer starken Beteiligung bei dem Angebot."

Hingegen kritisierte Lannuti, das Angebot sei ungerecht, weil das Land weiterhin an den Internationalen Währungsfonds zahle. "Warum soll der IWF eine hundertprozentige Rückzahlung erhalten und die Anleger nur zehn Prozent?" fragt Lannuti. "Der Arroganz der argentinischen Regierung muß ein Riegel vorgeschoben werden."

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