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Anleihenmarkt Potentielle Rating-Aufsteiger versprechen Kursgewinne

22.03.2006 ·  Anleihen von Unternehmen, die die Ehre der Investmentwürdigkeit durch eine Rating-Agentur verliehen bekommen, versprechen Kursgewinne. Die aktuelle Liste von Standard & Poor's enthält unter anderem ABB, Legrand und British Airways.

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Montalich aktualisiert die Rating-Agentur Standard & Poor's ihre Liste der „Rising Stars“. Dabei handelt es sich um Anleiheschuldner, deren Bonitätsnote aus dem Bereich der spekulativen „Non-Investment Grade“-Anlage (BB+ und darunter) auf Investment Grade (BBB- und darüber) heraufgestuft wird - oder die diesen Sprung in Zukunft schaffen dürften.

Vom Rating einer Anleihe bzw. eines Unternehmens hängt in entscheidendem Maße ab, wie teuer sich für ein Unternehmen oder einen anderen Emittenten von Schuldtitel der Zugang zu den Kreditmärkten gestaltet. Gemeint ist damit die Höhe der Zinsen, die die Emittenten auf ihre Schuldverschreibungen zahlen müssen. Die Schwelle zwischen Investment Grade einerseits und Non-Investment Grade andererseits hat somit bedeutende Marktimplikationen für die Kreditkosten eines Emittenten.

Große Stars

Sobald ein Emittent die Schwelle zum „Rising Star“ überschreitet, sinken die Kapitalkosten in der Regel beträchtlich. Die um durchschnittlich 48 Prozent günstigeren Kreditkosten, durch die sich die Kategorie BBB im Vergleich zu BB im Zwölfmonatszeitraum bis 31. Januar 2005 auszeichnete, ist der größte Unterschied, den zwei aneinandergrenzende Ratingkategorien bisher zueinander aufgewiesen haben.

Mit einem Wort: Für Anleger - insbesondere Anleiheinhaber - ist es wichtig, die Emittenten mit Aufsteigerpotential im Auge zu behalten, weil sie bei einer Höhereinstufung der gehaltenen Titel Kursgewinne verzeichnen können. Bis zum 15. März wurden in diesem Jahr weltweit neun Aufsteiger registriert, die Schuldtitel im Wert von über 9,4 Milliarden Dollar (7,87 Milliarden Euro) ausgegeben haben. Im Vormonat gab es sechs solcher „Rising Stars“ gewesen.

Potentielle Aufsteiger

Indes gibt es nach wie vor so wenige potentielle „Rising Stars“ wie seit zwei Jahren nicht mehr. Am 15. März hatten weltweit 20 bewertete Unternehmen die besten Chancen auf den Erwerb des Rising-Star-Status, vier weniger als im Vormonat. Zusammen haben diese Unternehmen mit einem Rating versehene Schuldtitel im Wert von 33,6 Millarden Dollar (27,9 Milliarden Euro) im Umlauf. Auf Sektorebene gehörten zum Stichtag weltweit Investitionsgüter, Medien & Unterhaltung, Einzelhandel/Gastronomie, Transportwesen, Versorger, Öl- & Gasexploration und -Produktion sowie Versicherungen zu den Bereichen mit der höchsten Zahl an potentiellen Aufsteigern.

In puncto bewertete ausstehende Schulden wies der Investitionsgütersektor eindeutig den größten, von einer potentiellen Heraufstufung betroffenen Schuldenumfang aus, gefolgt von Einzelhandel/Gastronomie und der Öl- & Gasexploration bzw. -Produktion. Größer Emittent nach bewertetem Schuldenvolumen war der Schweizer Maschinenbaukonzern ABB, der schon bald den Aufstieg zu Investment Grade schaffen könnte.

Investitionsgüterbereich mit den besten Aussichten

Potentielle Rising Stars sind Unternehmen, die gegenwärtig ein Rating von BB+ aufweisen und für die entweder der Ausblick positiv ist oder die auf der Creditwatch-Beobachtungsliste mit positivem Vorzeichen stehen. Von den 20 potentiellen Rising Stars zum 15. März verfügten 17 über einen positiven Ausblick, während sich die übrigen drei als „Creditwatch positiv“ auszeichneten. Von den 20 Emittenten, die mit höchster Wahrscheinlichkeit von einer potentiellen Höherbewertung profitieren werden, gehörten 16 zum breit definierten Industriesektor, zwei zu den Versorgern sowie jeweils einer zu den Finanzinstituten, die keine Banken sind, und zum Bankensektor.

Innerhalb des Industriesektors wies der Investitionsgüterbereich mit einer Anzahl von vier die meisten Unternehmen aus, die gute Aussichten auf den Rising-Star-Status haben. Der Investitionsgütersektor profitiert nach wie vor von der Erwartung eines anhaltend moderaten Wirtschaftswachstums sowie Zugewinnen in der Industrieproduktion. Von den vier Emittenten aus diesem Bereich stammt einer aus den Vereinigten Staaten, während die anderen drei in Europa angesiedelt sind (jeweils einer in der Schweiz, Frankreich und Deutschland).

In der Kategorie der bewerteten ausstehenden Schulden, die beste Chancen auf eine Höhereinstufung haben, standen die Bereiche Investitionsgüter - hier betrifft es ein Schuldenvolumen von insgesamt 8,2 Milliarden Dollar (6,9 Milliarden Euro) - sowie Einzelhandel/Gastronomie mit insgesamt 5,2 Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Euro) an der Spitze.

Schwerpunkt amerikanische Schuldner

Zehn der 20 Emittenten auf der aktuellen Liste der potentiellen Aufsteiger stammen aus den Vereinigten Staaten und bilden damit das geographische Schwergewicht. Dies überrascht insofern nicht, als Nordamerika eine vergleichsweise höhere Ratingdurchdringung aufweist. Europa stellte für die aktuelle Liste sechs Emittenten (zwei aus Deutschland und je einer aus Frankreich, Schweden, der Schweiz und Großbritannien), und die Region Asien/Pazifik ist mit einem Emittenten (Japan) vertreten. Aus Kanada, Rußland und Lateinamerika (Chile) stammt jeweils ein Emittent. Zwei Emittenten, die es auf die Liste geschafft haben, sind somit in einem Schwellenland beheimatet.

Insgesamt waren zum Stichtag zehn Unternehmen in dem ein oder anderen Aktienindex von Standard & Poor's vertreten. Von den amerikanischen Emittenten auf der Liste der potentiellen Aufsteiger gehörten drei dem S&P 500 und fünf dem S&P MidCap 400 an. Die übrigen zwei Unternehmen sind Indexvertreter des S&P Europe 350.

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