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Anleihen Wandelanleihen verbinden Stabilität mit Fantasie

07.03.2001 ·  Auch wenn sie schwierig zu verstehen sind - Wandelanleihen können eine interessante Kombinantion zwischen Risiko und Ertrag bieten.

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Vielfach sind Anleger in Zeiten unsicherer Börsen auf der Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“. Die soll auf der einen Seite Sicherheit vor Kursverlusten bieten, aber auf der anderen nicht so „verstaubt“ sein wie das gute alte Sparbuch. Früher oder später werden dabei Investoren auch auf Wandelanleihen stoßen.

Diese Anlageklasse hat zunächst die Merkmale reiner Unternehmensanleihen. Nämlich den Anspruch auf die vollständige Rückzahlung des Kapitals am Ende der Laufzeit und - wenn es sich nicht um eine Null-Kupon-Anleihe handelt - auf eine regelmäßige Verzinsung des Kapitals. Zusätzlich bieten sie dem Käufer aber das Recht auf Wandlung. Innerhalb einer bestimmten Frist und unter bestimmten Bedingungen kann er seine Anleihe in einem vorab fixierten Verhältnis in Aktien des emitierenden oder eines anderen Unternehmens eintauschen. Im ersten Fall werden sie in der Fachwelt als Convertible Bonds, im zweiten als Exchangeable Bonds bezeichnet.

Anleihe mit Optionscharakter

Mit dem Wandlungsrecht ist keine Wandlungspflicht verbunden, die Anleihen ähneln also zumindest in Teilen einer Option. Der Anleger hat die Chance, bei entsprechender Kursentwicklung an der Substanz und Ertragskraft sowie den Kursgewinnen eines Unternehmens zu partizipieren, ohne gleichzeitig ein Kursrisiko - bezogen auf die Aktie - einzugehen. Was er natürlich zu tragen hat, ist das Bonitätsrisiko und ein gewisses Zinsänderungsrisiko. Wie jede Anleihe reagiert auch eine Wandelanleihe auf Veränderungen in der Zinslandschaft. Auf Grund des Wandelrechtes liegt der Kupon meist unter dem einer gewöhnlichen Anleihe. Das hat allerdings den Vorteil, dass damit das Zinsänderungsrisiko recht begrenzt bleibt.

Bei steigenden Aktienkursen kann der Anleger durch Ausübung des Wandelsrechts und Verkauf der Aktie zusätzliche Gewinne realisieren. In Zeiten stagnierender oder fallender Kurse wird er das Wandelrecht nicht ausüben. Er erhält dann weiterhin die vertraglich fixierten Zinszahlungen und hat Anspruch auf Rückzahlung des Nennwerts. Den Zeitpunkt, wann von dem Wandlungsrecht Gebrauch gemacht wird, kann vom Anleger innerhalb der Umtauschfrist selbst bestimmt werden. Bei der Ausübung des Wandlungsrechts geht der Anleger praktisch vom Gläubiger zum Eigentümer über.

Wert setzt sich aus Zins- und Aktienanteil zusammen

Der Wert eines Convertibles setzt sich damit zusammen aus dem reinen Anleihenanteil und dem Aktienanteil. Da der Aktienanteil einen Optionscharakter hat, wird er in der Regel auch mit Hilfe der Optionspreistheorie bewertet. Am einfachsten ist es, wenn eine einfache Anleihe mit denselben Merkmale wie die Wandelanleihe auf dem Markt ist und ein Optionsschein mit entsprechenden Charakteristika. Dann lässt sich der Wert der Wandelanleihe einfach durch Summieren der einzelnen Bestandteile ermitteln.

Bei der Auswahl einzelner Wandelanleihen sollten Anleger ein paar Punkte beachten. So sollte die Bonität des Emittenten ein gewisses Niveau nicht unterschreiten, Experten empfehlen kein Rating unter BBB. Ausserdem sollte der Aktienkurs beim Kauf noch nicht zu nahe oder gar über dem Wandlungspreis liegen. Ideal wäre eine Prämie zwischen zehn und 40 Prozent. Drittens sollte sich der Anleger mit der zugrunde liegenden Aktie auch identifizieren können - also eine Kursbewegung nach oben erwarten.

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25.05.2012 22:03 Uhr
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