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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Anleihen Rentenmärkte erscheinen angeschlagen

 ·  Der Optimismus im Rentenmarkt ist verflogen. Der Bund-Future befindet sich im Abwärtstrend. Inflationssorgen sind weiter ein Risiko.

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Viel Optimismus für den Rentenmarkt, insbesondere für den Bund-Future, können Analysten heute nicht aufbringen. Sie sehen das Risiko für weitere Kursverluste, nachdem das Barometer für die Bondmärkte am Dienstag schon 47 Stellen nachgegeben und mit 106,14 Punkten ein neues Sechs-Monatstief erreicht hat.

Der deutliche Anstieg der Teuerungsraten bringt Inflationssorgen zu Tage, die zusammen mit einem „angeknacksten“ Euro ungünstige Rahmenbedingungen darstellen. Die jüngste Entwicklung lässt fragen, ob sich die Geschichte wiederholt. So senkte die EZB im Jahre 1999 mit Verzögerung die Zinsen, während die Renditen bei langen Laufzeiten schon ihr Tief gesehen hatten. Sie stiegen in der Folgezeit nur noch an. So halten auch aktuell die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein das „lange Ende“ der Zinskurve für verwundbar, es könnte zu weiteren Kursverlusten kommen.

Inflationsentwicklung entscheidet

Nach Einschätzung der Commerzbank-Analysten rechnen die Rentenmärkte immer noch mit einer Fortsetzung des Zinssenkungsprozesses, auch wenn die Hoffnung immer kleiner werde. Da in der Vergangenheit der Renditetiefpunkt am langen Ende immer in zeitlicher Nähe zum letzten Zinssenkungsschritt der Notenbanken lag, gibt es nach ihrer Meinung zwei Möglichkeiten: Entweder verflüchtigen sich die Zinssenkungsspekulationen endgültig oder die langlaufenden Anleihen haben zu starke Kursverluste hinnehmen müssen. In beiden Fällen würde das lange Ende wieder etwas gewinnen und die Renditen könnten etwas sinken.

Weitere Kursverluste dürfte es allerdings geben, wenn die EZB die Zinsen weiter senken sollte und damit Inflationsrisiken und -ängste weiter anheizen würde. Zumindest aus technischer Sicht deutet alles in diese Richtung. Nach Einschätzung von Bond-Händlern der Deutschen Bank befindet sich der Bund-Future in einem Abwärtstrend und hat mit der Marke bei 106,11 einen langfristigen Aufwärtstrend nach unten durchbrochen. Damit bestehe das Risiko für zunehmenden Verkaufsdruck. Nach der Theorie von Fibonacci impliziert ein nachhaltiger Bruch dieses Levels ein mögliches Abgleiten bis auf 105,50 Punkte.

Der Chart zeigt die Entwicklung des Bund-Futures seit einem halben Jahr

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