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Anleihen Japan gibt erste inflationsgeschützte Anleihe aus

04.03.2004 ·  Japan hat inflationsgeschützte Anleihen ausgegeben, obwohl sich das Land in der Deflation befindet. Auch in Europa drängen sich die Papiere kurzfristig nicht auf. Sie scheinen eher strategisch interessant zu sein.

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mmer mehr Länder haben in den vergangenen Monaten mit der Begebung von inflationsindexierten Anleihen (IL-Bonds) begonnen. Im Februar emittierte Italien bereits die zweite Anleihe mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro und einer Laufzeit von zehn Jahren, die an den Euroland-HVPI - ex Tabak - gebunden ist. Damit stehen in der Eurozone bereits IL-Bonds aus drei Ländern am Sekundärmarkt zum Kauf: Frankreich, Griechenland und Italien.

Am Donnerstag hat sogar Japan erstmals eine inflationsindexierte Anleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren am Primärmarkt plaziert. Das Volumen der Anleihe ist mit 100 Milliarden Yen oder umgerechnet circa 750 Millionen Euro relativ gering, allerdings scheint die Nachfrage nach solchen Papieren relativ hoch zu sein. Denn sie übertraf das Angebot beinahe um das Fünffache. Da die Rückzahlung des Nominals zu 100 Prozent nicht garantiert ist und die japanische Konjunktur sich bereits seit mehr als vier Jahren in der Deflation befindet, liegt die Break-Even-Inflationsrate, das ist jene Inflationsrate, bei der die inflationsgeschützte Anleihe interessanter ist als konventionelle, bei gerade einmal 0,1 Prozent.

Nachfrage von Fonds getrieben - widerspricht der Intuition

Die hohe Nachfrage dürfte auch damit zusammenhängen, daß einzelne Banken sogar spezielle Fonds auflegen, die in solche Instrumente investieren. „Solche Fonds seien vor allem für jene Personen geeignet, die den Wert ihres Vermögens gegen inflationäre Tendenzen schützen und gleichzeitig ein regelmäßiges Einkommen erzielen wollen,“ sagte beispielsweise Junichi Kimura zur Nachrichtenagentur Bloomberg. Er wird für Dai-Ichi Kangyo Asset Management einen solchen Fonds verwalten.

Die Nachfrage steht in einem gewissen Gegensatz zur allgemeinen Erwartung, nach der die deflationäre Entwicklung in Japan noch länger anhalten könnte. Der Konsumentenpreisindex ex Nahrungsmittel war im Januar um 0,1 Prozent gefallen im Vergleich mit dem Vorjahr. In den vergangenen fünf Jahren gab es nur einen Monat, in dem er gestiegen ist. Angesichts des erstaunlich starken Wachstums der japanischen Wirtschaft im vergangenen Quartal könnten Überraschungen nicht ausgeschlossen werden. Immerhin sind die Geldmengen weltweit hoch, die Zinsen tief und früher oder später könnten auch die rasant steigenden Rohstoffpreise auf die Konsumentenpreise durchschlagen.

Kurzfristig scheinen sich inflationsgeschützte Anleihen in Europa nicht aufzudrängen

Auf der anderen Seite besteht nach wie vor die Gefahr, daß das amerikanische Wirtschaftswachstum lediglich impulsgetrieben ist und mittelfristig auslaufen könnte. Dann würde nicht nur der Konsum nachlassen, sondern möglicherweise bestehende Überkapazitäten würden zu einem Preisdruck führen und damit inflationäre Tendenzen kontern. Damit muß man schon Wachtumsoptimist sein, um auf inflationsgeschützte Anleihen zu bauen. Aber wenn, dann mit einer kräftigen Beimischung zum Portfolio.

Die Risiken sind dabei allerdings auch klar. Denn sie liegen in einer deflationären Entwicklung. Zumindest kurzfristig gibt es nach Einschätzung der Anleiheexperten von HSBC Trinkaus & Burkhardt derzeit zumindest in Europa wenig Spielraum für eine „Outperformance“ von inflationsindexierten Anleihen gegenüber konventionellen Papieren. Trotz des insgesamt freundlichen Rentenmarktumfeldes in den vergangenen drei Monaten und deutlich verbesserter Inflationsperspektiven in der Eurozone ist die „Break-Even-Inflationsrate“ bislang nur leicht gefallen (siehe Grafik). Negativ fällt zunehmend auch die Tatsache ins Gewicht, daß die europäischen Produkte an den Verbraucherpreisindex ex Tabakpreise gekoppelt sind. Aufgrund der Tabaksteuererhöhungen in Frankreich und Deutschland liegt der Anstieg der allgemeinen Verbraucherpreise sowohl in der Eurozone als auch in Frankreich deutlich über dem entsprechenden Wert ex Tabak.

Damit dürften die Papiere zumindest vorerst eher aus strategischen Gründen interessant sein. Nämlich gegen den langfristigen Schutz gegen die Inflation oder die Verbesserung der Portfoliostruktur (siehe auch: ).

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